MEP Harald Vilimsky zu irischer Ratspräsidentschaft: „Einheit im Festhalten an einer verfehlten Politik!“

Irisches Motto „Strength with Unity“ darf nicht über die negativen Folgen der EU-Politik hinwegtäuschen

Der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Harald Vilimsky, hat in der heutigen Plenardebatte zur irischen EU-Ratspräsidentschaft das Motto „Strength with Unity“ kritisch hinterfragt. „Das Motto der irischen Ratspräsidentschaft ‚Strength with Unity‘ – also ‚Stärke durch Einheit‘, lädt mich als Oppositioneller gerade dazu ein den Vorwurf zu machen, dass diese Einheit im Festhalten an einer verfehlten Politik besteht“, erklärte Vilimsky.

Als Beispiele für diese verfehlte Politik nannte Vilimsky die Migrationspolitik sowie den Green Deal. „Gerade das sonst so sehr EU-freundliche Irland leidet jetzt unter dieser verfehlten Politik“, betonte er. Die Migrationspolitik werde auch in Irland durch das Opt-In beim Asyl- und Migrationspakt immer mehr zu einem Problem. Auch der Green Deal habe für Irland sehr unangenehme Auswirkungen und bringe die Landwirtschaft stark unter Druck.

Abschließend betonte Vilimsky, dass sich seine Kritik gegen die Politik und nicht gegen Irland als Land richte: „Ungeachtet aller politischen Diskussionen möchte ich Irland ausrichten: Sie haben ein wundervolles Land, Sie haben wundervolle Menschen, Sie haben eine wundervolle Kultur und Sie haben alles Recht dazu, stolz auf Ihr Land zu sein.“

Harald Vilimsky ist FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten (AFET) und stv. Mitglied im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE).

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One thought on “MEP Harald Vilimsky zu irischer Ratspräsidentschaft: „Einheit im Festhalten an einer verfehlten Politik!“

  1. Warum Menschen an ihrer Meinung festhalten – selbst wenn die Fakten dagegen sprechen

    Einer der stärksten psychologischen Mechanismen des Menschen ist nicht das Streben nach Wahrheit, sondern das Streben nach innerer Konsistenz. Hat sich ein Mensch (auch Partei) einmal eine feste Meinung (Ideologie) gebildet, fällt es ihm oft außerordentlich schwer, diese wieder aufzugeben – selbst dann, wenn neue Informationen oder eindeutige Fakten dagegen sprechen.

    Der Grund liegt tief in der menschlichen Psyche. Wer seine Meinung ändert, muss sich eingestehen, dass die bisherige Überzeugung zumindest teilweise falsch war. Dieses Eingeständnis kann als persönlicher Gesichtsverlust empfunden werden. Deshalb verteidigen viele Menschen ihre bisherigen Ansichten oft mit großer Entschlossenheit, anstatt sie zu hinterfragen.

    Die Psychologie kennt hierfür mehrere Erklärungsansätze. Besonders bedeutsam ist die kognitive Dissonanz. Darunter versteht man das unangenehme Gefühl, das entsteht, wenn die eigenen Überzeugungen mit widersprüchlichen Tatsachen kollidieren. Um dieses Spannungsgefühl zu reduzieren, werden neue Informationen häufig nicht objektiv bewertet, sondern relativiert, umgedeutet oder ganz ignoriert.

    Hinzu kommt der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias). Menschen suchen bevorzugt nach Informationen, die ihre bereits bestehende Meinung bestätigen, während widersprechende Hinweise kritischer geprüft oder ganz ausgeblendet werden. Dadurch entsteht eine Art geistige Echokammer, in der die eigene Überzeugung immer weiter gefestigt wird.

    Ein weiteres Phänomen sind die sogenannten versunkenen Kosten (Sunk Cost Fallacy). Wer bereits viel Zeit, Geld oder persönliches Ansehen in eine Entscheidung investiert hat, hält häufig daran fest, obwohl ein Kurswechsel vernünftiger wäre. Das zeigt sich beispielsweise bei Anlegern, die eine stark gefallene Aktie nicht verkaufen möchten, weil sie den Verlust nicht realisieren wollen. Statt den Fehler einzugestehen, hoffen sie auf eine spätere Wende – oft gegen jede Wahrscheinlichkeit.

    Ähnliche Mechanismen lassen sich auch in der Politik beobachten. Politiker haben häufig über Jahre bestimmte Programme vertreten, Wahlkämpfe mit klaren Positionen geführt und ihre Glaubwürdigkeit an bestimmte Entscheidungen geknüpft. Ein öffentliches Eingeständnis eines Irrtums kann als Schwäche ausgelegt werden und politische Kosten verursachen. Deshalb besteht die Gefahr, dass an einmal eingeschlagenen Strategien länger festgehalten wird, als es die tatsächliche Lage rechtfertigt.

    Gerade in der Politik können die Folgen besonders weitreichend sein. Werden Warnsignale ignoriert, weil sie nicht zum bisherigen Weltbild passen, können wirtschaftliche, gesellschaftliche oder außenpolitische Fehlentwicklungen unnötig verlängert werden. Die Geschichte kennt zahlreiche Beispiele, in denen Regierungen trotz wachsender Hinweise auf Fehlentscheidungen ihren Kurs zunächst beibehielten. Welche Ursachen dabei im Einzelfall überwogen, ist jeweils historisch zu bewerten; psychologische Mechanismen wie kognitive Dissonanz, Bestätigungsfehler und versunkene Kosten können jedoch dazu beitragen, ein solches Verhalten zu erklären.

    Dabei handelt es sich keineswegs um ein Problem einzelner Parteien oder Ideologien. Die beschriebenen Denkfehler gehören zur menschlichen Natur und können Menschen aller politischen Richtungen ebenso betreffen wie Manager, Wissenschaftler oder Privatpersonen.

    Die Fähigkeit, eine Meinung angesichts neuer Erkenntnisse zu ändern, ist daher kein Zeichen von Schwäche, sondern von geistiger Reife. Wissenschaftlicher Fortschritt beruht genau auf diesem Prinzip: Hypothesen werden ständig an der Realität überprüft und bei widersprechenden Befunden angepasst. Auch in der Politik wäre eine Kultur wünschenswert, in der das Eingeständnis eines Irrtums nicht als Niederlage gilt, sondern als Ausdruck verantwortungsvollen Handelns.

    Denn wer niemals bereit ist, seine Überzeugungen zu hinterfragen, läuft Gefahr, nicht mehr der Wirklichkeit zu folgen, sondern nur noch der eigenen Überzeugung. Und je größer die Verantwortung eines Menschen ist, desto größer können die Folgen eines solchen Festhaltens an überholten Positionen sein.

    https://lexikon.stangl.eu/13249/politische-psychologie

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