
Der Sonnenkönig beliebt zu bemerken
Bruno Kreisky (* 22.1.1911 in Wien; † 29.7.1990 ebenda) war als österreichischer Politiker (SPÖ) von 1970 bis 1983 Bundeskanzler der Republik Österreich. Während der 1930er wurde er mehrmals inhaftiert. 1938 emigrierte er nach Schweden. 1946 bis 1949 war er Diplomat in Schweden. 1959 bis 1966 war Kreisky Außenminister. Von 1970 bis 1983 Bundeskanzler. Teilweise gleichzeitig mit ihm waren die Sozialdemokraten Willy Brandt und Olof Palme Regierungschefs, mit denen er in der Sozialistischen Internationale eng zusammenarbeitete.
1978 spielte Österreich bei der Fußball-WM mit Holland, Schweden, Spanien und Brasilien in einer Gruppe. Der „Sonnenkönig“ Kreisky soll dies so kommentiert haben: „Holland is a Monarchie. Schweden is a Monarchie. Spanien is a Monarchie. Was macht eigentlich Brasilien in unserer Gruppe?“
Vorschau-/Titelbild © wikimedia / Votava (SPÖ Presse und Kommunikation / cc by-sa 2.0
Seit Kreisky explodieren die Staatsschulden. Er berief sich auf die Theorie von Keynes – aber, was nur als kurzfristiger Wirtschaftsimpuls angedacht war – ja das wurde seit 1970 nicht mehr beendet – Resultat: explodierende Staatsschulden. Kreisky erkaufte sich die Gunst des Volkes mit der Wehrdienstzeitreduktion „6 Monate sind genug“ und meinem Geld!!! – unser aller Geld – vorausgesetzt man zahlt Steuern und das bedeutet: Staatsquote 2025 auf 55,3% gestiegen!!!!!!!!!!!!!!
Staatsschulden vor Kreisky: 1970 EUR 3.421.000.000 12,5%
Staatsschuldenentwicklung bis heute (nachzulesen unter http://www.staatsschulden.at):
Jahr Staatsschulden 4. Quartal % BIP
2025 EUR 418.078.000.000 81,5%
2024 EUR 395.051.000.000 80,0%
2023 EUR 371.621.000.000 77,8%
2022 EUR 351.144.000.000 78,1%
2021 EUR 334.731.000.000 82,4%
2020 EUR 316.360.000.000 83,2%
2019 EUR 280.975.000.000 71,0%
2018 EUR 285.840.000.000 74,6%
2017 EUR 290.373.000.000 79,1%
2016 EUR 296.693.000.000 83,4%
2015 EUR 292.874.000.000 85,6%
2014 EUR 281.289.000.000 85,2%
2013 EUR 264.761.000.000 82,4%
2012 EUR 262.565.000.000 82,9%
2011 EUR 256.876.000.000 83,4%
2010 EUR 245.985.000.000 83,7%
2009 EUR 231.173.000.000 80,8%
2008 EUR 202.915.000.000 69,5%
2007 EUR 185.730.000.000 65,8%
2006 EUR 181.304.000.000 68,2%
2005 EUR 175.204.000.000 69,4%
2004 EUR 158.546.000.000 65,9%
2003 EUR 153.107.000.000 66,4%
2002 EUR 151.800.000.000 67,4%
2001 EUR 147.503.000.000 67,2%
2000 EUR 141.543.000.000 66,6%
1995 EUR 120.650.000.000 68,6%
1990 EUR 76.518.000.000 56,2%
1980 EUR 27.002.000.000 35,3%
1970 EUR 3.421.000.000 12,5%
Defizitfinanzierung im Keynesianismus
Defizit spending (engl. deficit spending, deutsch Defizitfinanzierung) ist ein zentrales Instrument der keynesianischen Wirtschaftspolitik: Der Staat finanziert über Kredite höhere Ausgaben, um bei konjunkturellem Abschwung die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu steigern und so wirtschaftliche Schwankungen zu dämpfen.
Keynes’ Theorie
John Maynard Keynes argumentierte, dass in einer Rezession oder Depression private Investitionen und Kreditaufnahme oft stark zurückgehen, weil Realzinsen hoch sind und Einkommen sinken Wikipedia. Dies führt zu einem starken Nachfrageeinbruch.
Der Staat kann durch Verschuldung und gezielte Ausgaben (z. B. Infrastrukturprojekte, Transferzahlungen) die Nachfrage ankurbeln. Die dadurch gesteigerte Gesamtnachfrage erhöht das Gesamtangebot, was zu mehr Produktion und Einkommen führt. Über den Multiplikatoreffekt kann ein einzelner Euro Staatsausgaben mehr als einen Euro Volkseinkommen bringen.
Mechanismus
Haushaltsdefizit: Staatsausgaben übersteigen Einnahmen.
Fiskalische Expansion: Finanzierung über öffentliche Kreditaufnahme.
Nachfrageeffekt: Erhöhung der privaten Einkommen (über Transferzahlungen oder Arbeitsplätze) und damit des Konsums.
Antizyklische Politik: In Rezession Ausgaben erhöhen, in Hochkonjunktur wieder ausgleichen.
Arten von Defizitfinanzierung Gabler Wirtschaftslexikon
Defizit durch Steuersenkungen – geringerer Effekt, da Steuermultiplikator kleiner ist.
Defizit durch Ausgabenerhöhung – stärkerer Effekt, da Staatsausgabenmultiplikator höher ist.
Defizit durch gleichzeitige Ausgabenerhöhung und Einnahmensenkung – sehr starker Effekt.
Kritik und Grenzen
Crowding-out: Höhere Staatsverschuldung kann Zinsen erhöhen und private Investitionen verdrängen.
Inflation: Bei vollem Beschäftigungsniveau kann Defizit spending zu Preissteigerungen führen.
Langfristige Schuldenlast: Hohe Staatsverschuldung kann fiskalische Spielräume einschränken.
Politische Risiken: Gefahr, politische Ziele über längere Zeit zu finanzieren, statt auf nachhaltige Lösungen zu setzen Gabler Wirtschaftslexikon.
Fazit
Im Keynesianismus ist Defizit spending ein kurzfristiges, antizyklisches Instrument, um bei unterbeschäftigten Wirtschaftssituationen die Nachfrage zu stützen und Arbeitsplätze zu sichern. Es wird in der Regel mit der Erwartung verbunden, dass die Schulden in einer Hochkonjunktur durch Haushaltsüberschüsse wieder ausgeglichen werden.
https://studyflix.de/wirtschaft/keynesianismus-2437