
1. Sehr geehrter Herr Dr. Raml, welche Schritte empfehlen Sie zur Behebung des Ärztemangels, der sich schmerzlich in Linz zeigt?
Die Behebung des Ärztemangels ist ein komplexes Thema, bei dem man an vielen Stellschrauben ansetzen muss. Gerade jetzt haben wir eine Initiative an die oberösterreichische Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander gestartet. Sie soll endlich sicherstellen, dass in Oberösterreich ausreichend Plätze für die verpflichtende Basisausbildung zur Verfügung stehen. Die Kompetenzen liegen hier eindeutig beim Land, dennoch wird die Verantwortung immer wieder an den Bund weitergeschoben. Das kann so nicht weitergehen. Es darf nicht sein, dass wir dringend benötigte Ärzte ausbilden und sie dann aufgrund fehlender Ausbildungsplätze verlieren. Gerade für die Stadt Linz ist das besonders problematisch, weil wir bereits erhebliche Mittel in das Gesundheitssystem einbringen und uns daher auch eine entsprechende Versorgung erwarten dürfen.
2. Linz hat nicht mehr ignorierbare kriminelle Hotspots. Was würden Sie unternehmen, um diese Zentren der Unsicherheit zu beseitigen?
Wir dürfen nicht länger wegsehen: Es gibt in Linz mittlerweile Bereiche, in denen sich Kriminalität konzentriert und das Sicherheitsgefühl der Menschen massiv leidet. Genau hier braucht es ein konsequentes und abgestimmtes Vorgehen.
Erstens müssen wir die Polizeipräsenz in diesen Hotspots deutlich erhöhen. Sichtbare Polizei wirkt präventiv und sorgt dafür, dass sich die Menschen wieder sicher fühlen. Zweitens braucht die Exekutive dort mehr rechtliche Möglichkeiten – etwa durch die konsequente Einrichtung und Verlängerung von Schutzzonen, um Problemgruppen gezielt wegweisen zu können. Drittens müssen wir bestehende Maßnahmen wie Videoüberwachung und Ordnungsdienst gezielt ausbauen. Gleichzeitig ist klar: Neben sicherheitspolitischen braucht es auch sozialpolitische Maßnahmen, um problematische Entwicklungen frühzeitig zu entschärfen. Entscheidend ist aber, dass wir endlich den politischen Willen aufbringen, diese Probleme klar zu benennen und konsequent zu handeln.
3. In der Bildung liegt Einiges im Argen. Wie kann man das Niveau des Lehrens, Lernens, der Bildung, speziell in den Grundschulen, wieder auf ein vernünftiges Niveau bringen?
Dass es in unserem Bildungssystem massive Probleme gibt, ist längst kein Geheimnis mehr. Wir müssen aber endlich aufhören, die Ursachen schönzureden. Ein wesentlicher Grund ist die unkontrollierte Zuwanderung und die damit verbundenen Herausforderungen im Schulalltag.Schauen Sie sich viele Schulen an: Es gibt bereits Klassen, in denen ein Großteil der Kinder kaum Deutsch spricht. Ein geordneter Unterricht ist unter solchen Bedingungen kaum mehr möglich. Darunter leiden alle – die Lehrer genauso wie die Schüler. Selbst jene Kinder mit Migrationshintergrund, die gut Deutsch können und lernen wollen, werden dadurch ausgebremst.
Ich habe großes Verständnis für Lehrer, die unter diesen Umständen den Beruf verlassen, und für Eltern, die ihre Kinder in private Schulen schicken. Aber Bildung darf keine Frage des Geldes sein. Viele Familien können sich das schlicht nicht leisten. Deshalb braucht es endlich klare Maßnahmen: verpflichtende Sprachförderung vor Schuleintritt, eine bessere Durchmischung der Klassen, Deutsch als Pausensprache und ein klares Bekenntnis zu Leistung und Ordnung.

4. Welche Schritte würden Sie als Bürgermeister setzen, um die Wirtschaft, vor allem im Bereich der Industrie als wichtigen Arbeitgeber und Steuerzahler, zu stärken und eine Abwanderung zu verhindern.
Die Industrie ist das Rückgrat unserer Stadt. Wenn wir hier Fehler machen, dann hat das direkte Auswirkungen auf tausende Arbeitsplätze in Linz. Als Bürgermeister würde ich daher klar auf eine aktive Standortpolitik setzen. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die unsere Betriebe halten und nicht vertreiben. Dazu gehört vor allem, dass wir Betriebsflächen sichern, Genehmigungsverfahren beschleunigen und unnötige bürokratische Hürden abbauen. Die Stadt darf hier nicht Bremser sein, sondern muss Partner der Wirtschaft werden.
Ein ganz zentraler Punkt ist auch die Energie- und Standortpolitik. Unsere Industrie braucht leistbare und verlässliche Energie. Ideologisch getriebene Maßnahmen, die Betriebe zusätzlich belasten, führen am Ende nur dazu, dass Produktion ins Ausland verlagert wird – und damit auch Arbeitsplätze verloren gehen. Unser Ziel muss klar sein: Linz soll ein starker Industriestandort bleiben.
5. „Ohne Geld ka Musi!“ – Das Budget der Stadt Linz ist ein steter Anlaß zu tiefer Trauer. Wie kann man dieses finanzielle Jammertal sanieren? Ist die letztens von Landeshauptmannstellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner und NAbg. Mag.Arnold Schiefer vorgestellte Modell einer Schuldenbremse ein gangbarer Weg für Linz?
Meiner Meinung nach braucht Linz dringend eine Schuldenbremse. So wie derzeit gewirtschaftet wird, kann es jedenfalls nicht weitergehen. Die Finanzpolitik der SPÖ ist für unsere Stadt ein Fiasko: Der Schuldenberg wächst Jahr für Jahr weiter, während gleichzeitig immer weniger Spielraum für die wirklich wichtigen Aufgaben bleibt. Das Problem ist nicht, dass zu wenig Geld da ist – das Problem ist, wie damit umgegangen wird. Es werden Millionen in Luxusprojekte gesteckt, während bei der grundlegenden Infrastruktur gespart wird. Genau hier braucht es einen klaren Kurswechsel: zuerst die Pflicht, dann die Kür.
Besonders deutlich sieht man diese finanzielle Fehlentwicklung bei der Zusammenarbeit von SPÖ und den Grünen. Während die grüne Stadträtin Eva Schobesberger ein Luxusprojekt nach dem anderen vorantreibt, wird sie von der SPÖ dabei auch noch politisch unterstützt. Diese rot-grüne Mehrheit setzt falsche Prioritäten und belastet damit nachhaltig das Budget unserer Stadt. Eine Fortsetzung der rot-grünen Mehrheit nach der Gemeinderatswahl 2027 würde die finanzielle Schieflage weiter verschärfen. Unser Ziel muss es sein, Linz wieder auf solide Beine zu stellen – mit Hausverstand, klaren Prioritäten und Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen.
Fotos © FPÖ Linz
Dieser Beitrag wurde durch die freundliche Unterstützung des Freiheitlichen Gemeinderatsklubs ermöglicht.
Die Mär vom Ärztemangel: Wenn das „Gratis-Buffet“ kollabiert
Man hört es an jeder Ecke, in jeder Talkshow und aus jedem Wartezimmer: „Wir haben zu wenig Ärzte!“ Doch wer den Blick vom überfüllten Terminkalender hebt und auf das System dahinter wirft, erkennt die bittere Wahrheit: Wir leiden nicht an einem Mangel an Medizinern, sondern an einer kollektiven Vollkaskomentalität, gepaart mit einer grenzenlosen Ausbeutung des Solidarsystems.
Das österreichische Gesundheitssystem ist zum Selbstbedienungsladen mutiert, in dem die Grenze zwischen „lebensnotwendig“ und „Wellness-Anspruch“ längst verpufft ist.
Das Wartezimmer als Gesellschafts-Hotspot
Es ist ein offenes Geheimnis, das man kaum noch auszusprechen wagt: Die Praxen sind verstopft mit Lappalien. Wenn das einfachste Kopfschmerztablettchen erst nach ärztlicher Konsultation auf Kassenrezept abgeholt wird, stimmt die Richtung nicht mehr.
Noch brisanter wird es bei der Frage der Gerechtigkeit. Es ist mathematischer Selbstmord, wenn ein System darauf basiert, dass immer mehr Menschen Leistungen „schamlos“ entnehmen, ohne jemals einen Cent in den Topf eingezahlt zu haben. Wenn dann noch kulturelle Eigenheiten dazu führen, dass ganze Familienclans als moralische Begleitschutz-Armada das Sprechzimmer fluten, wird der Arztbesuch zum ineffizienten Happening.
Die Lösung ist so unpopulär wie logisch: Wer nie eingezahlt hat, sollte Anspruch auf das Überlebensnotwendige haben – aber eben nicht auf das Rundum-Sorglos-Paket auf Kosten derer, die das System mit ihren Beiträgen mühsam stützen.
Weg mit der Vollkasko-Illusion
Warum eigentlich zahlt die Solidargemeinschaft für jedes selbstgewählte Risiko? Hier braucht es Mut zur Eigenverantwortung:
Bonus-Malus-System: Wer bereit ist, die ersten 1.000 Euro im Jahr selbst zu schultern, sollte mit massiv niedrigeren Beiträgen belohnt werden. Wer die „Vollkasko-Mentalität“ will, soll bitteschön den entsprechenden Preis dafür zahlen.
Risiko-Aufschlag für „Exoten“: Es ist nicht einzusehen, dass der Fabrikarbeiter die Bergungskosten und komplizierten Brüche eines Paragleiters oder passionierten Skifahrers mitfinanziert. Wer sich den Luxus riskanter Hobbys gönnt, braucht eine verpflichtende Zusatzversicherung. Punkt.
Fazit: Eigenverantwortung statt Staats-Nanny
Die Ärzte sind nicht „weg“ – sie sind schlicht unter einem Berg aus Bagatellen, Bürokratie und versicherungsfremden Leistungen begraben. Wenn wir das System retten wollen, müssen wir aufhören, so zu tun, als seien die Ressourcen unendlich.
Nicht mehr Ärzte sind die Lösung, sondern weniger Patienten, die das System als Flatrate-Abo missverstehen. Wer Solidarität einfordert, muss erst einmal definieren, wo die Eigenverantwortung beginnt. Und die beginnt definitiv vor der Tür der Notaufnahme, wenn es nur im Zeh zwickt.
Die Couch-Kartoffel-Republik: Wenn jede Flatulanz psychologisch therapiert werden muss
Früher gab es das Leben – heute gibt es dafür eine Diagnose. Wer heute unfallfrei durch den Alltag kommen will, braucht offenbar nicht mehr Rückgrat, sondern ein Rezept für die Gesprächstherapie. Wir sind Zeugen einer beispiellosen Psychologisierung des Banalen, bei der jede schlechte Laune sofort zum handfesten Burnout und jedes strengere Wort des Lehrers zum lebenslangen Kindheitstrauma hochgejagt wird.
Vom Schützengraben auf die Samtcouch
Man wage den Vergleich – auch wenn er der heutigen „Generation Mimose“ die Tränen in die Augen treibt: Unsere Vorfahren überlebten Weltkriege, Hunger, Gefangenschaft und den mühsamen Wiederaufbau aus Ruinen. Ohne Traumatherapeuten, ohne Anti-Stress-Bälle und ohne „Safe Spaces“. Sie hatten etwas, das heute im Biologiestudium wohl als ausgestorben gilt: Resilienz.
Heute hingegen reicht ein schief sitzender Furz oder ein Chef, der Leistung einfordert, um den sofortigen Gang zum Seelenklempner anzutreten. Wo früher der Beichtstuhl oder der Stammtisch für die nötige Erdung sorgten, regiert heute die heilige Allianz aus neurotisierten Scheinpatienten und einer wuchernden Heerschar von Psychologen, die ihre eigene Existenzberechtigung durch das Erfinden immer neuer Krankheitsbilder zementieren.
Die selbsterfüllende Prophezeiung der Therapie-Industrie
Es ist ein Teufelskreis des Irrsinns: Je mehr Psychologie-Studenten wir in die Welt setzen, desto „kranker“ wird die Gesellschaft. Angebot schafft Nachfrage. Wenn jede Schule drei Psychologen braucht, weil ein Kind mal „laut angesprochen“ wurde, erziehen wir keine stabilen Erwachsenen, sondern eine Armee von Mimosen, die beim ersten Windstoß nach professioneller Hilfe schreit.
Wir leisten uns den Luxus einer verweichlichten Wellness-Psychologie, während die wirklich Schwerkranken monatelang auf Plätze warten. Stattdessen blockieren „Sinnsuchende“ die Kapazitäten, um über ihre mangelnde Selbstverwirklichung zu plaudern.
Das Diagnose-Dilemma
Das System ist am Ende, weil es die Grenze zwischen „echtem Leid“ und „allgemeinem Lebensrisiko“ gelöscht hat. Wir therapieren uns zu Tode, während wir gleichzeitig unfähiger denn je werden, Konflikte einfach mal auszuhalten.
Das Fazit ist bitter: Nicht die einzelnen Patienten sind das Problem, sondern eine Gesellschaft, die kollektiv ihren Kompass verloren hat. Wir brauchen keine neuen Plauderstunden auf Kassenrezept, sondern eine Rückbesinnung auf Tugenden wie Widerstandskraft und Selbstdisziplin. Vielleicht sollte man die ganze Gesellschaft mal kollektiv auf die Couch legen – aber nicht zur sanften Therapie, sondern für einen Weckruf, der sie aus ihrer psychologisierten Trance reißt.