
Europas Industrie steht unter Druck. Doch anstatt den Betrieben wieder mehr Freiheit, Planbarkeit und Kostenentlastung zu geben, denkt man in Brüssel schon über das nächste Steuerungsmodell nach. Der sogenannte “Industrial Accelerator Act “zeigt einmal mehr, wie weit sich die EU-Kommission von der Realität vieler Unternehmen entfernt hat. Dort, wo Unternehmer täglich mit hohen Energiekosten, Personalmangel, internationalen Wettbewerbern und immer komplexeren Vorschriften kämpfen, helfen keine neuen Regelwerke aus der Brüsseler Schreibtischwelt.
Seit Jahren werden Betriebe durch politische Vorgaben in eine Richtung gedrängt, die oft mehr mit Ideologie als mit wirtschaftlicher Vernunft zu tun hat. Wer Produktion verteuert, Technologien einschränkt und Investitionen durch Unsicherheit hemmt, darf sich nicht wundern, wenn Wertschöpfung Schritt für Schritt aus Europa verschwindet.
Mit dem Industrial Accelerator Act soll nun offenbar noch genauer aus Brüssel vorgegeben werden, welche Branchen, Produkte und Produktionsweisen als besonders zukunftstauglich gelten. Das klingt modern, ist aber im Kern ein alter Irrweg. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch politische Auswahlverfahren und Förderlogik. Sie entsteht durch Leistung, Innovation, unternehmerisches Risiko und faire Rahmenbedingungen.
Unsere heimischen Betriebe brauchen keine dirigistische Industriepolitik. Sie brauchen Verlässlichkeit, leistbare Energie, weniger Vorschriften und echte Technologieoffenheit. Die EU muss endlich aufhören, zuerst Probleme zu schaffen und danach neue Programme als Lösung zu verkaufen. Wer Europas Industrie stärken will, muss den Unternehmen wieder zutrauen, das zu tun, was sie am besten können. Arbeiten, investieren, entwickeln und Arbeitsplätze sichern.
MEP Mag. Dr. Georg Mayer M.B.L.-HSG ist Mitglied im Ausschuss für Petitionen (PETI) und stv. Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE).
Mich wundert das schon lange nicht mehr – wenn die Priorität der Ausbildung auf 72 Geschlechter, gendern und anderen Kasperlerkenntnissen basiert und für MINT-Studien viele zu blöd sind, wird die Industrie untergehen – logisch, oder? In China schauts anders aus!!
Ist das Verhältnis zwischen produktionsnahen und nicht-produktionsnahen Studiengängen noch ausgewogen?
In Deutschland studieren rund 1,12 Millionen Menschen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Demgegenüber stehen etwa 749.000 Studierende der Ingenieurwissenschaften.
Geisteswissenschaften kommen zusätzlich auf rund 291.000 Studierende.
Das bedeutet: Allein in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studieren etwa 50 % mehr Menschen als in den Ingenieurwissenschaften. Zählt man Geisteswissenschaften hinzu, ergibt sich sogar fast ein Verhältnis von 2 : 1 zugunsten der nichttechnischen Fächergruppen.
Gleichzeitig meldet Deutschland weiterhin eine erhebliche MINT-Fachkräftelücke:
Im Frühjahr 2025 fehlten rund 163.600 MINT-Fachkräfte. Besonders betroffen waren Ingenieur- und Elektroberufe.
Auch die Geschlechterverteilung ist auffällig:
Der Frauenanteil in Ingenieurwissenschaften ist weiterhin vergleichsweise niedrig.
Bei Professuren liegt er in den Ingenieurwissenschaften bei nur etwa 17 %, während er in den Geisteswissenschaften etwa 44 % beträgt.
Wenn Mathematik zunehmend die intellektuelle Kapazität der Jugend überfordert, entstehen mehrere Probleme:
Weniger junge Menschen wählen Ingenieur-, Physik-, Informatik- oder Mathematikstudiengänge.
Unternehmen finden weniger Entwickler, Ingenieure und Techniker.
Forschung und industrielle Innovation verlagern sich in Länder mit größerem technischem Nachwuchs.
Die Volkswirtschaft verliert Produktivität.
Ein Land kann langfristig nicht von Beratungen, Verwaltung, Kommunikation und Kultur allein leben. Wohlstand entsteht letztlich durch produktive Wertschöpfung: Industrie, Technologie, Energie, Infrastruktur, Maschinenbau, Chemie, Software und Forschung.
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/711072/fehlende-ingenieure-in-welchen-branchen-es-in-zukunft-engpaesse-geben-wird
Mit zugewanderten Vergewaltigern und Messerstechern wird das Problem nicht zu lösen sein – vielleicht mit den jetzt angeworbenen Mexikanern und Philippinos? Auch eher nicht – der Nachwuchs muss aus dem eigenen Land kommen!
Die Zukunft liegt nicht mehr in unseren Händen – Asien wird uns dominieren!!!!!!
Wenn man die Frage aus industriepolitischer Sicht betrachtet, wird der Unterschied zwischen Österreich, Indien und China interessant. Die Zahlen zeigen nämlich drei sehr unterschiedliche Bildungsmodelle.
Österreich:
In Österreich studieren insgesamt rund 402.000 Menschen an Hochschulen.
Die Hochschulstatistik zeigt:
Frauenanteil insgesamt: 56 %
Frauenanteil Ingenieurwesen: nur 32 %
Frauenanteil Informatik: nur 22 %
Österreich hat zwar starke technische Hochschulen, aber Wirtschaft, Management, Psychologie, Lehramt und Sozialwissenschaften gehören zu den beliebtesten Studienrichtungen. Die Wirtschaftsuniversität Wien allein hat über 22.000 Studierende.
Indien:
Indien wird oft als „Ingenieursnation“ wahrgenommen. Die tatsächlichen Zahlen sind differenzierter.
Bei den Bachelorstudierenden (AISHE):
Fach Studierende
Kunst/Geisteswissenschaften 11,3 Mio.
Naturwissenschaften 4,9 Mio.
Wirtschaft/Handel 4,4 Mio.
Ingenieurwesen & Technik 3,9 Mio.
Pädagogik 1,7 Mio.
Das Überraschende:
Auch in Indien studieren mehr Menschen Geisteswissenschaften als Ingenieurwesen.
Aber die absolute Zahl technischer Studenten ist enorm.
Fast 4 Millionen Ingenieurstudenten entsprechen etwa dem Zehnfachen der gesamten österreichischen Studentenzahl.
Deshalb kann Indien jedes Jahr riesige Mengen an IT-Fachkräften, Softwareentwicklern und Ingenieuren hervorbringen.
China:
China verfolgt seit Jahrzehnten eine explizite MINT-Strategie.
Dort werden Universitäten und Studienplätze gezielt in
Ingenieurwesen
Informatik
Künstliche Intelligenz
Halbleitertechnik
Maschinenbau
Elektrotechnik
ausgebaut.
Ingenieur- und Technologiestudiengänge gehören regelmäßig zu den beliebtesten und prestigeträchtigsten Studienfächern. Technische Universitäten wie Tsinghua University oder Shanghai Jiao Tong University genießen einen gesellschaftlichen Status, der im deutschsprachigen Raum oft eher Medizin oder Jura zukommt.
Internationale Statistiken zeigen seit Jahren:
China produziert jährlich mehr Ingenieurabsolventen als Europa und die USA zusammen.
Der Anteil technischer und naturwissenschaftlicher Studienrichtungen liegt deutlich höher als in den meisten westlichen Staaten.
Die Regierung betrachtet MINT-Abschlüsse ausdrücklich als strategische Ressource für industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Während China gezielt Ingenieure, Informatiker, KI-Spezialisten und Halbleiterentwickler ausbildet, wächst in Mitteleuropa seit Jahren der Anteil jener Studienrichtungen, die bestehende Strukturen verwalten, analysieren oder kommentieren. Eine Industrienation lebt jedoch nicht von Debatten über Sprache, sondern von Energieversorgung, Maschinenbau, Software, Forschung und Produktion. Wie viele neue gesellschaftliche Kategorien wir definieren ist uninteressant! Entscheidend ist, wie viele junge Menschen noch Mathematik beherrschen, programmieren, technische Systeme entwickeln oder industrielle Innovationen hervorbringen können. Wer den technischen Nachwuchs vernachlässigt, verliert langfristig nicht die kulturelle Debatte, sondern die industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
https://www.manpowergroup.de/de/insights/studien-und-research/studien/2026/05/05/15/20/world-of-work-global-engineering-2026-outlook