
Der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig hat in diesen Tagen sein komplettes Führungsteam für die Amtsperiode ab 1. Jänner 2027 präsentiert. 13 Direktorenposten – vier zentrale Direktionen am Küniglberg und neun Landesdirektionen – wurden vorgeschlagen. Der ORF-Stiftungsrat soll am 11. August 2026 darüber entscheiden. Während Pig von einem „rechtskonformen Auswahlprozess mit externer professioneller Begleitung“ und den „besten Köpfen“ spricht und Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer (SPÖ) sowie sein Stellvertreter Gregor Schütze das Verfahren als „professionelles Recruiting“ und „hochzufriedenstellend“ bezeichnen, zeichnet FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker ein ganz anderes Bild: Es handle sich um „Postenschacher hinter verschlossenen Türen“ und die „Vollendung des schwarzen Postenschachers“. Der ÖVP-Selbstbedienungsladen sei eröffnet, der ORF drohe endgültig zur „Propaganda-Abteilung der ÖVP“ zu werden.
Pig selbst war im Juni 2026 mit 21 von 35 Stimmen im Stiftungsrat zum Generaldirektor gewählt worden – nach einer über 15-stündigen, der längsten Sitzung in der Geschichte des Gremiums. Der ehemalige APA-CEO und Tiroler gilt als der Kandidat, der mit den Stimmen der schwarz-roten Mehrheit durchgesetzt wurde. Nun hat er sein Team vorgelegt. Für die 13 Posten waren laut offiziellen Angaben 142 Bewerbungen von 105 Personen eingegangen. Pig will jede Bestellung einzeln begründen und die Zahl der Bewerber nennen, weigert sich aber, alle Namen der Bewerber offenzulegen. Genau das kritisiert Hafenecker scharf: „Während die Menschen für den ORF zwangsweise zur Kasse gebeten werden, werden am Küniglberg 13 Top-Jobs hinter verschlossenen Türen verteilt.“
Das zentrale Direktorium: West-Paket und Kontinuität
Für die vier zentralen Direktionen schlägt Pig vor:
* Finanzen und Verwaltung: Silvia Lieb, bisherige Vorstandschefin der Tiroler Moser Holding (Tiroler Tageszeitung u. a.). Die externe Besetzung gilt als große Überraschung. Um diesen mächtigen Posten hatten hinter den Kulissen sowohl ÖVP als auch SPÖ gerungen; im kolportierten Sideletter war er offenbar der ÖVP zugedacht.
* Programm und Brands: Michael Krön, bisheriger ORF-Chefproducer und Executive Producer des Eurovision Song Contest in Wien. Er verantwortete bereits das Fernsehbudget in Höhe von rund 390 Millionen Euro.
* Audience und Plattformen (neu, vormals Radio-Bereich): Angelika Simma-Wallinger, bisher Chefredakteurin im ORF-Studio Vorarlberg. Sie bringt Erfahrung von Ö3, der TV-Vorabendschiene und als ehemalige Büroleiterin in der Fernsehdirektion mit.
* Technologie und Innovation: Harald Kräuter bleibt im Amt (bisher Technik und Digitalisierung). Er ist der einzige aus dem alten zentralen Direktorium, der eine zweite Amtszeit erhält.
Auffällig ist das „West-Paket“: Pig (Tirol), Lieb (Tirol) und Simma-Wallinger (Vorarlberg) stammen aus dem Westen. Lisa Totzauer (TV-Magazin-Chefin, die bereits bei der Generaldirektoren-Wahl unterlegen war) und Kathrin Zierhut-Kunz (bisher ORF-III-Co-Geschäftsführerin) gingen trotz Bewerbungen leer aus.
Landesstudios: „Das meiste bleibt beim Alten“
Bei den neun Landesdirektionen dominieren Verlängerungen. Nur vier Neubesetzungen gibt es – größtenteils pensionsbedingt:
* Kärnten: Martin Weberhofer (bisher Programmchef Radio Kärnten) folgt auf Karin Bernhard (Pension).
* Salzburg: Gerd Schneider (bisher Chefredakteur) folgt auf Waltraud Langer (keine erneute Bewerbung).
* Steiermark: Sigrid Hroch (langjährige Mitarbeiterin, zuletzt Programmchefin Radio Steiermark) folgt auf Gerhard Koch (keine erneute Bewerbung).
* Vorarlberg: Julia Ortner (seit 2024 Redaktionsleiterin von ORF.at) folgt auf Markus Klement (keine Verlängerung).
Bestätigt werden: Edgar Weinzettl (Wien), Werner Herics (Burgenland), Alexander Hofer (Niederösterreich), Klaus Obereder (Oberösterreich) und Esther Mitterstieler (Tirol). Hafenecker kommentiert: „In den Länder-Direktionen bleibt dem Bericht zufolge ‚das meiste beim Alten‘, wer verlängert werden wollte, wird in vielen Fällen auch verlängert. Das ist keine Reform, das ist Beton. Der Küniglberg dreht sich weiter um sich selbst, das rot-schwarze Postenkarussell läuft ungebremst.“
Daß seit dem Platzen der Weißmann-Affäre eine Compliance-Vertreterin bei den Hearings mitsitzen mußte, zeigt laut Hafenecker, „wie tief das Mißtrauen im eigenen Haus sitzt“.
Zwangsgebühren, Budgetkürzungen und politische Macht
Der Hintergrund macht die Kritik besonders brisant. Der ORF finanziert sich über Zwangsgebühren (Haushaltsabgabe), die jeder Haushalt zahlen muß. Gleichzeitig stehen Budgetkürzungen und ein massiver Sparkurs im Raum; über noch höhere Gebühren wurde bereits spekuliert. Hafenecker: „Die Bürger sollen mehr zahlen, das System versorgt seine Leute – das ist die Realität dieses Gebühren-ORF.“ Die Österreicher zahlten „Hunderte Millionen Euro für ein Programm, das von den Systemparteien als Beute betrachtet wird“.
Besonders scharf geht Hafenecker mit der SPÖ ins Gericht. Die Vorgänge seien eine „Totalpleite für SPÖ-Stiftungsratsvorsitzenden Lederer und Parteichef Babler“. Die ÖVP habe den roten Medienminister „bis auf die Unterhose ausgezogen“. Daß rote und schwarze Stiftungsräte das Verfahren als „hochzufriedenstellend“ bezeichnen, sei „an Zynismus nicht zu überbieten“. Was als professionelles Recruiting verkauft werde, sei in Wahrheit „die schamlose Inszenierung und der letzte Akt der brachialen Machtübernahme durch die ÖVP“. Pig habe „ein Team aus ergebenen Parteisoldaten“ präsentiert.
Forderung nach grundlegender Reform
Für die FPÖ ist der Fall klar: Ein Sender, der von jedem Haushalt Zwangsgebühren kassiert, dürfe seine Führungsjobs nicht „im Hinterzimmer ausschnapsen“. „Dieser Zwangsgebühren-Moloch gehört nicht umgefärbt, sondern von Grund auf reformiert – Schluß mit dem Zwang, Schluß mit dem Postenschacher auf Kosten der Bürger“, so Hafenecker. Die Freiheitlichen seien die einzige Kraft, die diesem Treiben ein Ende setzen werde. Der ORF müsse wieder zu einer echten, unabhängigen Informationsquelle werden – befreit von Parteieneinfluß und Zwangsfinanzierung. „Die Zeit des schwarzen Postenschachers ist bald vorbei!“
Die Entscheidung des Stiftungsrats am 11. August wird zeigen, ob die Vorschläge Pigs durchgewinkt werden. Die Zahlen sprechen bereits jetzt eine deutliche Sprache: 13 Top-Jobs, 142 Bewerbungen, weitgehende Kontinuität in den Ländern, ein West-Schwerpunkt in der Zentrale, fehlende volle Transparenz bei den Namen und die politische Konstellation im Stiftungsrat. Für die FPÖ ist das kein Neuanfang, sondern die Fortsetzung und Zementierung eines Systems, das auf Kosten der Gebührenzahler funktioniert.
Der ORF ist ein Symbol der Aussichtslosigkeit aus der Verzwergung auszubrechen! Aber – die Zwerge werden uns helfen – genau so wie dies Jörg Mauthe in seinem Spitzenbuch erzählt. Es könnten uns nur mehr die Zwerge helfen – aber sie tun es nur bei Jörg Mauthe und dort auch nur widerwillig.
„Die große Hitze – oder die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi“ – Jörg Mauthe
Die Verzwergung der Politik
Während an den Außengrenzen Europas wieder Tausende versuchen, gewaltsam nach Europa zu gelangen, während sich im Nahen Osten neue Krisenherde bilden und die wichtigsten Seehandelsrouten der Welt zunehmend zum geopolitischen Machtkampf werden, beschäftigt sich Österreich mit seinem politischen Mikrokosmos , derzeit der ORF.
Unsere System-Parteien drehen sich seit Jahrzehnten um sich selbst. Sie verwalten ihre Netzwerke, ihre Vorfeldorganisationen, ihre Funktionäre und ihre Machtbereiche. Rot hat seine Strukturen, Schwarz die seinen, dazu Kammern, Verbände, Gewerkschaften und parteinahe Organisationen. Der Blick endet meist an der Staatsgrenze – manchmal sogar schon an der Landesgrenze.
Währenddessen verändert sich die Welt in atemberaubender Geschwindigkeit.
Die Straße von Gibraltar und Ceuta bilden das Tor zwischen Afrika und Europa. Der Suezkanal entscheidet über einen erheblichen Teil des Welthandels. Im Roten Meer bedrohen Angriffe auf die Schifffahrt internationale Lieferketten. Die Straße von Hormus bleibt einer der wichtigsten strategischen Engpässe der Weltwirtschaft. Dort entscheidet sich nicht nur über Öl- und Gaslieferungen, sondern über Stabilität, Inflation und Wohlstand in Europa.
Diese Entwicklungen sind keine Randnotizen. Sie bestimmen unsere Zukunft.
Doch Österreich diskutiert häufig über Nebenschauplätze, während die großen strategischen Fragen kaum gestellt werden. Wie sichern wir unsere Versorgung? Welche Folgen haben Migrationsbewegungen für Europa? Welche Rolle kann ein neutrales Österreich in einer zunehmend polarisierten Welt spielen? Wo liegen unsere sicherheitspolitischen Interessen?
Die Beate tanzt lieber im Ukraine-Kostüm! Die ORFler sichern ihre Posten und pflegen die Feinderl- und Freunderlwirtschaft.
Heute entsteht bei vielen Bürgern der Eindruck, Österreich orientiere sich zunehmend an den Positionen der EU-Asischen Union und verliere dadurch jenen Handlungsspielraum, selbst im Inneren ist die Verzwergung täglich zu beobachten.
Während die Welt vor gewaltigen geopolitischen Umbrüchen steht, wirkt die österreichische Innenpolitik oft erstaunlich provinziell. Sie beschäftigt sich mit parteitaktischen Auseinandersetzungen, Symbolpolitik und kurzfristigen Aufgeregtheiten, während sich die tektonischen Platten der Weltpolitik längst verschieben.
Politik darf sich nicht in ihrem eigenen Mikrokosmos verlieren. Sie muss den Blick heben. Die eigentlichen Herausforderungen liegen nicht in den Sitzungssälen der Parteizentralen oder ORF-Stiftungsratsitzungen, sondern an den strategischen Brennpunkten der Welt – dort, wo Migration, Energieversorgung, Handelswege, militärische Konflikte und wirtschaftliche Abhängigkeiten über die Zukunft Europas entscheiden.
Wer nur den Kirchturm sieht, wird die Gewitterfront am Horizont übersehen. Österreich braucht wieder eine Außen- und Sicherheitspolitik mit strategischer Weitsicht – nicht die Verzwergung auf den parteipolitischen Alltag. Im übrigen – wer schon TV-Nachrichten klotzt, ist mit Servus-TV bestens informiert.
https://www.youtube.com/watch?v=MwZj448U45I
Der Oberzwerg wirds richten:
https://www.youtube.com/watch?v=qnmW24SB_D0