Vorläufiges Ergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Die AfD wird klar stärkste Kraft und erzielt ein historisches Ergebnis.

Die Wahlbeteiligung lag bei 78,1% und damit spürbar höher als 2021 (70,8%). Rund 1,31 Millionen Wahlberechtigte (ab 16 Jahren) waren aufgerufen; mehr als eine Million gaben ihre Stimme ab. Die gestiegene Beteiligung deutet auf eine deutliche Mobilisierung hin, von der vor allem die AfD profitierte.

Laut vorläufigem Endergebnis der Landeswahlleitung kam die AfD auf 38,2% der Zweitstimmen. Das ist ein Zugewinn von 21,5 %-Punkten gegenüber dem Ergebnis von 2021 (16,7%) – mehr als eine Verdopplung. Die Partei um Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm und Spitzenkandidat Enrico Schult wird damit erstmals stärkste Fraktion im Schweriner Landtag und holt 32 der 71 Sitze. Von den 36 Direktmandaten gingen 22 an die AfD.

Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig landete mit 35,5% auf Platz zwei (Verlust von 4,1 %-Punkten gegenüber 39,6% 2021) und kommt auf 29 Sitze sowie 14 Direktmandate. Die Linke erreichte 6,5% (–3,4 %-Punkte gegenüber 9,9%) und die Grünen 5,7% (–0,6 %-Punkte gegenüber 6,3%); beide ziehen mit je fünf Sitzen ein.

Dramatisch verlief der Abend für die CDU: Mit nur 4,9% (–8,4 %-Punkte gegenüber 13,3% 2021) scheiterte sie erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik an der 5%-Hürde und fliegt aus einem Landtag. Das BSW (4,8%) und die FDP (1,0%, –4,8 %-Punkte) verpassten ebenfalls den Einzug.

Im Vergleich zu den letzten Umfragen vor der Wahl bestätigte und übertraf die AfD die Erwartungen vieler Institute. In den Erhebungen der Tage und Wochen zuvor lag sie meist zwischen 36% und 38% (Infratest dimap Mitte September: 38%; INSA: 37%). Die Forschungsgruppe Wahlen hatte in ihrer letzten Umfrage (14.–17. September) die SPD knapp vorne gesehen (37% zu 36%). Die AfD lag im Ergebnis leicht über den meisten Prognosen und setzte sich klar als stärkste Kraft durch, während die SPD etwas unter dem Wert der letzten Umfrage blieb. Die CDU war in den Umfragen bereits bei 6% – 7% gesehen worden und fiel noch weiter ab.

Das Ergebnis spiegelt eine deutliche Verschiebung wider: Die AfD konnte in weiten Teilen des Landes, insbesondere in den ländlichen und ostdeutschen Kerngebieten, hohe Zustimmung mobilisieren und wird nun als stärkste Oppositionskraft den Landtag prägen. Rechnerisch möglich ist eine rot-rot-grüne Mehrheit (SPD, Linke und Grüne kommen auf 39 Sitze), sodass die AfD trotz des klaren Sieges voraussichtlich in der Opposition bleibt. Dennoch markiert das Abschneiden einen bemerkenswerten Erfolg: Die Partei hat ihre Position im Bundesland nachhaltig gestärkt und ein Ergebnis erzielt, das ihre Rolle als bestimmende politische Kraft im Nordosten unterstreicht.

(Die Zahlen beziehen sich auf das vorläufige Endergebnis; geringfügige Korrekturen beim endgültigen Ergebnis sind möglich.)

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