Berlin: Das vorläufige Ergebnis

Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am 20. September 2026 erzielte Die Linke mit 25,7% der Zweitstimmen ihr historisch bestes Ergebnis und wurde erstmals stärkste Kraft.

Die CDU kam auf 18,8%, die AfD auf 16,3%, die Grünen auf 14,3% und die SPD auf 12,1%. Das BSW verpaßte mit 4,7% den Einzug, die FDP mit 2,5% ebenfalls. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2%.

Im Vergleich zur Wiederholungswahl 2023 (Wahlbeteiligung damals 62,9%) stieg die Beteiligung um rund 11,3% deutlich an. Damals hatte die CDU noch 28,2% erreicht, SPD und Grüne jeweils 18,4%, die Linke 12,2% und die AfD 9,1%. Die Linke legte somit um etwa 13,5 %-Punkte zu, die AfD um 7,2 %-Punkte. CDU (−9,4), Grüne (−4,1) und SPD (−6,3) verloren spürbar.

Gegenüber den letzten Umfragen vor der Wahl (u. a. Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap und INSA im September) schnitt die Linke klar besser ab als erwartet: Die Institute hatten sie meist bei 21% – 23% gesehen, die CDU bei 20% – 21%, die AfD bei 17% – 18%, Grüne bei 15% – 16% und SPD bei 10% – 12%. Die AfD lag im Endergebnis etwas unter den letzten Prognosen, blieb aber klar drittstärkste Kraft und verzeichnete einen soliden Zugewinn.

Die AfD konnte ihren Stimmenanteil gegenüber 2023 nahezu verdoppeln und festigte ihre Position als drittstärkste Partei in der Hauptstadt. Mit 16,3% erzielte sie ein beachtliches Ergebnis und profitierte von den Verlusten der etablierten Parteien, insbesondere der CDU. Spitzenkandidatin Kristin Brinker sprach von einem „tollen Ergebnis“. Die Partei holte zudem mehrere Direktmandate und zeigte in Teilen der Stadt eine stabile Verankerung. Während die Linke vor allem von mobilisierten Wählern und Migranten profitierte, gelang der AfD ein klarer Zuwachs, der ihre Rolle als relevante Oppositionskraft unterstreicht.

Für die Regierungsbildung zeichnet sich ein Linksbündnis aus Linken, Grünen und SPD ab, das rechnerisch eine Mehrheit hätte. Eine Fortsetzung der bisherigen schwarz-roten Koalition ist nicht möglich. Das BSW und die FDP blieben unter der 5%-Hürde.

Insgesamt spiegelt das Ergebnis eine starke Polarisierung wider: Die Linke feierte einen klaren Sieg, die AfD konnte ihre Position deutlich ausbauen und ist als drittstärkste Kraft fest im neuen Abgeordnetenhaus vertreten. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt das große Interesse der Berlinerinnen und Berliner an der Entscheidung über die künftige Landespolitik. Die endgültige Feststellung des Ergebnisses steht noch aus, die vorläufigen Zahlen gelten jedoch als belastbar.

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4 thoughts on “Berlin: Das vorläufige Ergebnis”

  1. Die sog. urbane Bevölkerung ist generell von der Realität weitgehend abgekoppelt. Siehe jetzt eben B, zuvor G und W aber auch jenseits des Teiches NYC. Seltsam, daß auch die Neubürger sogar in führender Position mitmachen. An sich ist ja der größte Feind des etablierten Neubürgers der jüngst zugezogene.

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