R.I.P. Tim Curry (1946 – 2026)

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Timothy James Curry, dem außergewöhnlichen britischen Schauspieler, Sänger und Stimmenkünstler, der am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren friedlich in seinem Haus in Toluca Lake, Los Angeles, verstorben ist. Seine langjährige Managerin und Freundin Marcia Hurwitz bestätigte den Tod. Tim Curry hinterlässt ein unvergleichliches Vermächtnis, das Generationen von Zuschauern auf der Bühne, im Film, im Fernsehen und in der Animationswelt geprägt hat.

Geboren am 19. April 1946 in Grappenhall, Cheshire, als Sohn des methodistischen Marinegeistlichen James Curry und der Schulsekretärin Patricia (Maura) Curry, wuchs Tim in einer bewegten Kindheit auf. Die Familie zog häufig um, von Hongkong bis zu verschiedenen britischen Küstenorten, bevor sie sich in Plymouth niederließ. Der frühe Tod seines Vaters 1958, als Tim zwölf Jahre alt war, prägte ihn tief. Mit einem Stipendium besuchte er das Kingswood School in Bath und studierte später Drama und Englisch an der University of Birmingham, wo er 1968 abschloss.

Seine professionelle Laufbahn begann im selben Jahr mit der legendären Londoner Produktion von „Hair“. Der Durchbruch kam 1973, als ihn Richard O’Brien für die Rolle des Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Show“ am Royal Court Theatre engagierte. Die schillernde, geschlechtsübergreifende Figur des „sweet transvestite from Transsexual, Transylvania“ wurde zum Inbegriff von Camp, Rebellion und Lebensfreude. 1975 folgte der Film „The Rocky Horror Picture Show“ an der Seite von Susan Sarandon und Barry Bostwick – ein Kultklassiker, der bis heute Mitternachtsvorstellungen füllt und unzählige Menschen inspiriert hat.

Doch Tim Curry war weit mehr als Frank-N-Furter. Mit seiner unverwechselbaren Baritonstimme, dem ausdrucksstarken Gesicht und der Fähigkeit, Exzentrik, Charme und Bedrohlichkeit meisterhaft zu verbinden, schuf er unvergessliche Figuren: den teuflischen Darkness in Ridley Scotts „Legend“ (1985), den wortgewaltigen Butler Wadsworth in „Clue“ (1985), den skrupellosen Rooster Hannigan in „Annie“ (1982), den schreckenerregenden Pennywise in der Miniserie „Es“ (1990) nach Stephen King, Long John Silver in „Muppet Treasure Island“ (1996) und viele weitere.

Auf der Bühne glänzte er als Mozart in „Amadeus“ (Tony-Nominierung), als Pirate King in „The Pirates of Penzance“ und als King Arthur in „Spamalot“ (erneute Tony-Nominierung). Er erhielt zudem eine Daytime-Emmy-Auszeichnung für die Stimme des Captain Hook in „Peter Pan and the Pirates“ und begeisterte Generationen als Nigel Thornberry in „The Wild Thornberrys“.

Auch als Musiker hinterließ er Spuren mit eigenen Alben und Tourneen. Nach einem schweren Schlaganfall 2012, der ihn an den Rollstuhl fesselte und seine Mobilität dauerhaft einschränkte, setzte er seine Arbeit vor allem als Sprecher fort und blieb seinen Fans durch Convention-Auftritte und 2025 mit seiner Memoiren „Vagabond“ verbunden. Darin bewahrte er sich seine Privatsphäre: „I have loved and been loved. The rest is none of your business.“

Tim Curry war nie verheiratet und hatte keine Kinder. Er lebte zurückgezogen, doch sein großzügiges Herz, sein scharfer Verstand und seine neugierige Seele blieben bis zuletzt offen. Er fürchtete den Tod nicht und begegnete dem Leben mit Witz, Mut und einem unbändigen Spieltrieb.

Sein Vermächtnis lebt weiter in jeder „Time Warp“-Nacht, in jeder geliebten Schurkenfigur und in der Erinnerung an einen Künstler, der das Extravagante, das Menschliche und das Unvergessliche vereinte. Wir trauern um einen großen Darsteller und danken ihm für Jahrzehnte voller Freude, Schrecken und unvergesslicher Momente.
Ruhe in Frieden, Tim Curry. Du wirst uns fehlen.


Titel-/Vorschaubild: wikimedia / photo by Alan Light / cc by 2.0 / cropped

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