
Elisabeth Dieringer, MdEP: „Keine Frau darf im Alter dafür finanziell bestraft werden, dass sie Kinder großgezogen und Angehörige gepflegt hat!“
Österreich gehört bei den Pensionsunterschieden zwischen Frauen und Männern zu den Schlusslichtern Europas. Laut Eurostat bezogen Frauen ab 65 Jahren im Jahr 2024 durchschnittlich um 35,6 Prozent niedrigere Pensionen als Männer. EU-weit betrug die Differenz 24,5 Prozent – nur auf Malta und in den Niederlanden sieht es schlechter aus.
Für Elisabeth Dieringer, FPÖ-Mitglied der Patrioten für Europa (PfE) im Europa Parlament, zeigen diese Zahlen vor allem, dass es Zeit wird, die sozialen Leistungen von Müttern und pflegenden Frauen bei der Altersversorgung deutlich stärker zu berücksichtigen.
„Seit Jahren wird über den sogenannten Gender Pension Gap diskutiert. Gleichzeitig wird aber völlig ignoriert, dass viele Frauen jahrzehntelang Kinder erziehen, Angehörige pflegen und dafür ihre Erwerbstätigkeit aufgeben. Dabei sind diese Hilfeleistungen für unsere Gesellschaft unverzichtbar, schlagen sich aber – wenn überhaupt – oft nur absolut unzureichend auf dem Pensionskonto nieder“, erklärt Elisabeth Dieringer, die Mitglied im Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) ist.
Andere EU-Staaten zeigen deutlich geringere Unterschiede
In Estland etwa beträgt die Pensionslücke lediglich etwas mehr als fünf Prozent, in der Slowakei gute acht und in Ungarn fast zehn Prozent. Unterschiedliche Pensionssysteme und Erwerbsbiografien erklären einen Teil dieser Unterschiede. Gerade deshalb müsse aber geprüft werden, welche ausländischen Regelungen sich für Österreich eignen.
„Wir brauchen keine weitere abstrakte Gleichstellungsdebatte, sondern müssen prüfen, wie Kindererziehung, Pflegearbeit und familienbedingte Teilzeit bei der Pension in Österreich besser berücksichtigt werden können. Die Bundesregierung muss konkrete Modelle benennen und deren Finanzierung offenlegen“, fordert Elisabeth Dieringer.
Die Kärntnerin im EU-Parlament betont: „Gleichstellung heißt doch nicht, Frauen möglichst rasch und möglichst lange in Vollzeitbeschäftigung zu bringen. Echte Gleichstellung bedeutet, dass sich die Entscheidung für Kinder und Familie nicht in Altersarmut niederschlagen darf und dass Care-Tätigkeiten der Frauen endlich den Respekt und die Anerkennung der Gesellschaft bekommen.“
Mag. Elisabeth Dieringer ist Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO), Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM), sowie stv. Mitglied im Ausschuss für Kultur und Politik (CULT).