Die Politik-Umfragen der Woche

Die Sonntagsfrage und die Umfrage zu Neuwahlen

Das Budget, das wir schon vor Wochen als Motivgeber bei den Sonntagsfragen identifizierten, bewegt unterm Strich die Menschen weg vom Regierungskurs. Die FPÖ gewinnt, ÖVP, SPÖ und Neos stagnieren (noch) oder sinken in der Wählergunst. Die Grünen haben sich bei ihrer erweiterten Stammklientel eingemauert, kommen aber auch nicht vom Fleck.
Der diese Woche im Parlament beschlossene „Migrationspakt“ wird wohl den nächsten Schub weg von der Regierung, hin zur FPÖ bewirken, obwohl die Wählergunstbewegung auf Grund des Budgets noch gar nicht abgeschlossen ist.

In der Ja-/Nein-Umfrage zum Wunsch nach Neuwahlen des Nationalrats bleibt es auch diese Woche beim rasanten Trend in Richtung „Ja zu Neuwahlen“. Eine satte Mehrheit wünscht sich bereits Neuwahlen. Die Entscheidungen der Regierung und der Regierungsparteien stehen im klaren Gegensatz zum Wunsch und den Vorstellungen der Österreicherinnen und Österreicher. Auch viele Parteigänger der Regierungsparteien wollen ein Ende dieser Bundesregierung.

Das Resultat dazu haben wir wieder nach den Parteipräferenzen bei der Sonntagsfrage aufgeschlüsselt.

Nach wie vor: Herr und Frau Österreicher sind sauer!


Die Ergebnisse der „Sonntagsfrage“ Nationalrat:


Bereinigte Ergebnisse der „Sonntagsfrage“ Nationalrat:


Ergebnisse zur Umfrage „Neuwahlen?“:


* Onlineumfrage Sonntagsfrage von 18.05.2026, 00:00 bis 21.05.2026, 07:00. Befragt wurden 2000 wahlberechtigte, politisch interessierte und laut Eigenauskunft auch informierte Bürger aus allen Bundesländern im Alter von 16 bis 86 Jahren bei 1837 Rückmeldungen bei der mit der Sonntagsfrage gekoppelten Umfrage zur Neuwahl.
Es handelt sich hier ausschließlich um „Rohzahlen“ und nicht um „Hochrechnungen“.
Unter „Andere“ fallen Stimmen für Kleinparteien unter 1%, bzw. die nicht bundesweit zur Nationalratswahl antreten.
Unter „Ungültig“/„Keine Angaben“ fallen Mehrfachstimmen, sowie „leere Stimmzettel“.

Die Umfragen folgen nicht den Vorgaben des im Zusammenhang mit politischen Umfragen oft zitierten Verbandes der Markt- und Meinungsforschungsinstitute Österreichs (VdMI), dessen diesbezügliche Richtlinien wir als nicht zielführend ansehen und dem wir natürlich auch nicht angehören, da wir weder ein entsprechendes Institut sind, noch Umfragen im Auftrag Dritter, oder zu gewerblichen Zwecken (zum Verkauf) erstellen.

Daten und Graphiken © Gazette Oesterreich

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3 thoughts on “Die Politik-Umfragen der Woche

  1. Was heißt heute überhaupt Politik??

    Willkommen im Absurdistan der Mandate: Wo Politik zur sozialen Beschäftigungstherapie wird
    ​Was ist Politik eigentlich? Schlägt man im verstaubten Lexikon nach, steht dort etwas von der „Gestaltung des öffentlichen Lebens“. Wie süß. Wer die aktuelle österreichische Politiklandschaft mit einem Hauch von Realismus betrachtet, erkennt schnell die weitaus treffendere Definition: Politik ist die Kunst, Steuergeld in maximalen Verwaltungsaufwand zu verwandeln, während man das Volk mit der Treffsicherheit eines blinden Bogenschützen vertritt.
    ​Werfen wir einen Blick auf das architektonische Meisterwerk unseres Föderalismus. Ein System, so genial verschachtelt, dass selbst die alten Römer vor Neid erblasst wären.
    ​Das ewige Rad der Zuständigkeiten
    ​In Österreich wird nicht einfach regiert. In Österreich wird verwaltet. Und zwar auf allen Ebenen, die das bürokratische Herz begehrt:
    ​Der Bund beschließt etwas (oder versucht es zumindest).
    ​Die neun Bundesländer finden das prinzipiell unfair und basteln eigene Ausnahmeregelungen.
    ​Die Bezirkshauptmannschaften prüfen monatelang die Stempelbarkeit des Vorhabens.
    ​Die 2.093 Gemeinden setzen es schließlich so um, dass es zum Heurigenkalender passt.
    ​Inmitten dieses Dschungels bewegen sich geschätzte 40.000 bis 45.000 Menschen, die felsenfest davon überzeugt sind, „Politik zu machen“. Vom Gemeinderat, der heldenhaft über die Neigungswinkel einer Parkbank debattiert, bis zum Landtagsabgeordneten, dessen Hauptaufgabe darin besteht, bei Feuerwehrfesten fotogen in die Kamera zu lächeln.
    ​Man fragt sich unweigerlich: Was bewirken diese Heerscharen an Funktionären eigentlich? Die Antwort ist ein logistisches Wunder. Sie bewirken, dass alles genau so bleibt, wie es ist, nur eben teurer. Es ist eine Art staatlich finanzierte Beschäftigungstherapie im Nadelstreif – ein geschlossener Kreislauf, in dem Aktenberge von links nach rechts geschoben werden, während der Steuerzahler die Umzugsgebühren übernimmt.
    ​Die Kunst der „Mehrheitsunabhängigen“ Vertretung
    ​Besonders faszinierend wird das Schauspiel auf der ganz großen Bühne. Da agiert eine Bundesregierung mit einer Hingabe, als hätte sie ein unumstößliches Mandat für die Ewigkeit. Dass Umfragen und das leise (oder eher ohrenbetäubende) Murren in den Wirtshäusern darauf hindeuten, dass diese Politik schon lange keine rechnerische oder emotionale Mehrheit der Bevölkerung mehr hinter sich hat? Ein vernachlässigbares Detail!
    ​Die moderne Definition von Demokratie 2.0: Man wird gewählt, vergisst den Wählerauftrag am Tag der Angelobung und erklärt dem Volk danach im Volksschullehrer-Ton, warum es seine eigenen Interessen einfach noch nicht richtig verstanden hat.
    ​Wenn die Bürger gewisse Maßnahmen nicht mehr goutieren – sei es die gefühlte moralische Verpflichtung, Milliarden in globale Endlosschleifen zu pumpen, oder eine Migrationspolitik, die eher nach dem Prinzip „Hoffnung und Zufall“ als nach Struktur verläuft –, dann reagiert die politische Elite mit professioneller Ignoranz. Das Volk ist eben manchmal ein bisserl querschüssig. Da muss man drüberstehen. Hauptsache, die eigene Blase applaudiert.
    ​Der nimmersatte Staat und seine Melkkühe
    ​Und wie finanziert man dieses gigantische Theater, diese unendliche Vielfalt an Posten, Beratern, Sonderverträgen und internationalen Verpflichtungen? Hier zeigt sich die wahre Kreativität der österreichischen Politik. Wenn das Geld ausgeht, erfindet man einfach eine neue Abgabe. Oder man nennt es „ökologische Lenkungsmaßnahme“, damit es beim Bezahlen weniger nach Raubüberfall schmeckt.
    ​Willkürliche Steuereinnahmen und galoppierende Belastungen werden zur ultimativen Allzweckwaffe. Der Bürger mutiert vom Souverän zum reinen Einzahlungsautomaten. Man drückt oben auf den Knopf „Politische Vision“ und unten wirft der Hackler sein sauer verdientes Geld hinein.
    ​Was heißt das nun?
    ​Unter den aktuellen Parametern bedeutet „Politik“ schlichtweg die perfekte Entkopplung von Führung und Bevölkerung. Es ist das Verwalten des eigenen Status quo auf Kosten der Allgemeinheit, garniert mit täglichen Presseaussendungen, die die eigene Unentbehrlichkeit preisen.
    ​Ob das überhaupt noch Politik ist? Aber selbstverständlich! Es ist die reinste Form der bürokratischen Selbsterhaltung. Ein perfekt geschmierter Apparat, der auch dann noch munter weiterläuft, wenn der Tank schon lange leer ist und die Passagiere schon längst ausgestiegen sind. In diesem Sinne: Freundschaft, Mahlzeit und bitte zahlen Sie pünktlich Ihre Steuern!

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