Friedrich Mitterwurzer

Die Botschaft der Garderobe

Anton Friedrich Mitterwurzer (* 16.10.1844 in Dresden; † 13.2.1897 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Schauspieler. Ab 1871 war Mitterwurzer mit einigen Unterbrechungen Mitglied des Ensembles des Hofburgtheaters. Daneben war er aber auch auf Gastspielreisen durch Europa und die USA. Mitterwurzer war auch als Schriftsteller, Vortragskünstler, Regisseur und als Direktor des Carltheaters tätig. Er starb mit nur 53 Jahren, vermutlich wegen der Einnahme einer Überdosis Chlorkali, dem Bestandteil einer Gurgellösung.

In Schnitzlers „Liebelei“ forderte die Figur des „Fremden Herrn“ seinen Gegenspieler zum Duell, weil dieser seine Frau verführt haben soll. Mitterwurzer spielte diesen „Fremden Herrn“, und noch lange nach seinem tragischen Ableben grübelten und diskutierten die Wiener über sein Schauspiel. Unbestritten war es fabelhaft! Da war man sich einig. Allerdings waren die Erinnerungen an sein Kostüm sehr unterschiedlich. Mancher erinnerte sich an einen Mitterwurzer im Frack. Und das schwarz des Fracks sollte wohl die Nähe zum Tod symbolisieren. Andere meinten sich an Mitterwurzer im hellen Sommeranzug zu erinnern, der den Kontrast zur todernsten Situation darstellen sollte. Auch soll er einen Stadtpelz getragen haben, dem wieder andere Symbolik beigemessen wurde… Man war sich nicht einig.
Also ging man ins Burgtheater und befragte Mitterwurzers damaligen Garderobier, der tatsächlich noch viele Jahre später seinen Dienst versah, und dieser anwortete:
„Ja, Frack, Sommeranzug, Stadtpelz. Alles stimmt! Das hat er alles angehabt. Der Herr von Mitterwurzer hat nämlich g’sagt: Wegen so an Schmarrn von aner Roll’n mach ma kane groß’n G’schicht’n. Da tret ich einfach mit dem auf, was ich grad anhab.“

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