Mediensumpf VI

Von Journalisten und Aktivisten

Schon mehrmals wiesen wir in dieser Serie darauf hin, daß die Glaubwürdigkeit der Medien, das Vertrauen in den Journalismus gegen Null tendiert. Und es gibt wahrscheinlich nur einen einzigen Grund, warum dieses Vertrauen schwindet: Der massive Unterschied zwischen dem, was tatsächlich passiert und dem, was dann darüber berichtet wird. Medien, egal ob Radio, TV, Zeitungen, etc… haben eine einzige Aufgabe, sobald sie sich ums „Nachrichtengeschäft“ kümmern: Möglichst zeitnah, möglichst wahrheitsgetreu von Geschehnissen berichten. Man kann getrost davon ausgehen, daß es dem Medienkonsumenten des deutschsprachigen Raums herzlich egal wäre, ob die Medienleute untereinander und den Spitzen der Macht verwandt, verschwägert oder sonst verbandelt wären, ob sie sich über Gebühr bezahlen lassen, ob sie sich mit Geldgeschenken oder anderen Zuneigungsbekundungen eindecken lassen oder nicht. Nur am Ende des Tages muß die Wahrheit in der Zeitung stehen, darf im Radio kein Blödsinn erzählt werden, dürfen keine Märchen in den TV-Nachrichten gebracht werden. Doch genau das passiert.

Die Wurzel dieses Übels liegt – vor allem in der politischen Berichterstattung – nicht daran, daß Themen zu komplex wären oder die Sachlage unklar, sondern daran, daß sich so mancher Journalist oder Redakteur einer politischen Richtung zugehörig fühlt und sie so zu unterstützen versucht. Unvergessen sind Momente im Jahre 2015, dem Jahr der großen „Flüchtlingskrise“, als gerade in öffentlich-rechtlichen Stationen sogenannte Flüchtlingshelfer ungeprüft und unwidersprochen ihre Agenda breittreten konnten. Das bloße Einwerfen von Fragen zu den (teilweise absurden) Aussagen, das Anmelden von Zweifeln zu den damaligen Prognosen wurde als menschenverachtender Tabubruch abgetan und der Fragende oder Zweifelnde als Unmensch, als Monster medial niedergedroschen.
Heute, Jahre später sind viele Menschen, die damals den Medien und ihren Protagonisten glaubten, ihnen vertraut haben, nicht nur maßlos enttäuscht, sondern überzeugt, daß sie ohnehin nur belogen werden. Anläße , wie die Migrantenwelle 2015, als man den Menschen ohne jeden Beleg, ohne jeglichen Beweis, aus purer ideologischer Verblendung heraus erzählte, daß es sich bei den Asylwerbern um Kinderärzte und hochdotierte Wissenschaftler, um großartige und fleißige Vollprofis ihrer Professionen handle, und nicht um bspw. tunesische Kleinkriminelle, die sich unter falschem Namen als syrische Flüchtlinge ausgeben, um der Strafverfolgung des Heimatlandes zu entgehen, haben jede Vertrauensbasis zerschlagen.

Es ist die unpassende und unangebrachte Nähe vieler Medienschaffender in Österreich, die solche Situationen, die solche Kampagnen an Zeitungsenten und den darauf folgenden Vertrauensbruch verursachten.
Um die eher peinlichen Lügen und Behauptungen von damals ist es in der Zwischenzeit ruhig geworden. – Zumindest in den Medien, die damals am lautesten waren. Andere Themen haben seither Platz gegriffen. Und wieder hat sich eine seltsame und unangebrachte Nähe der Redakteure und Journalisten zu Vertretern, zu Aktivisten diverser, bei weitem nicht mehrheitsfähiger Meinungen und Ideologien gezeigt. Die öffentlich-rechtlichen Organe – immerhin mit Steuergeld und Zwangsbeiträgen finanziert – üben sich derzeit in der Umsetzung der sogenannten „Gendergerechtigkeit“. Während hinter vorgehaltener Hand in weiten Teilen der Naturwissenschaften die sogenannten „Gender Studies“ schon mit der Phrenologie des 19. Jahrhunderts verglichen werden, zieht man die neuen Sprachregelungen dieser mehr an Ideologie als an Wissenschaft erinnernden Geisteshaltung durch. Im vollen Wissen, daß die überwältigende Mehrheit der Menschen nicht mit Gendersternchen und sonstigem Genderfirlefanz in Wort und Schrift belästigt werden will, setzt man diesen Eiertritt für die deutsche Sprache um. Bei themenbezogenen Diskussionen wird mehr oder weniger offen jeder Kritiker diffamiert und Vertreter dieser Ideologie als modern, weltoffen und moralisch hochstehend dargestellt.

Es bleibt nicht nur beim fragwürdigen Gebrauch der eigenen Macht als Berichterstatter sondern geht in Bereiche, wo jede journalistische Sorgfalt und Ethik mit Füßen getreten wird: Genügend sogenannte „Reporter“ tummeln sich bei Demonstrationen und anderen politischen Veranstaltungen, nehmen teil an den Aktionen und verbreiten dann auch noch unausgegorene Propaganda unter dem Deckmantel des Journalismus. Öffentlich-rechtliche Medien übernehmen die oft aus dem medienrechtlich illegalen Bereich stammenden Berichte und verkaufen sie dann dem staunenden Medienkonsumenten als Wahrheit. So werden dann aus den schweren Ausschreitungen der üblich verdächtigen Extremisten linker Provenienz vollkommen friedliche Demonstrationen gemacht, die durch den brutalen gewalttätigen und grundlosen Einsatz von Exekutivkräften gestört oder beendet wurden.
Schon der Begriff „Polizeigewalt“ entstammt dieser Geisteshaltung und diesem Aktionismus. Denn nüchtern betrachtet, muß es dem Bürger doch klar sein, daß dieser Begriff gar nicht negativ konnotiert sein sollte: Die Exekutive, die Polizeikräfte sind doch nicht nur befugt, sondern auch beauftragt, nötigenfalls auch Gewalt auszuüben, um den gewünschten verfassungsmäßigen Rechtszustand herzustellen. Wenn Journalisten oder sogenannte Aktivisten (oft schwer zu unterscheiden) also wieder einmal voller Entsetzen von Polizisten erzählen „Die kamen da mit Knüppeln an, was die Demonstranten natürlich provozieren mußte.“, dann zeigen sie nichts anderes als das absolute Unverständnis für den Staat, seinen Aufbau, seine Gesetze, seine Verfassung…

Derzeit wird in unangebrachter und kryptischer Sanftheit über die Klimachaoten und ihre Untaten wie bspw. Straßenblockaden berichtet. Was verharmlosend als „zivilgesellschaftlicher Widerstand“ oder „ziviler Ungehorsam“ verniedlicht wird, fühlt sich für andere, nämlich betroffene Menschen, wie Nötigung an.
Schon die Bezeichnung „Aktivist“ für diese Reihe von Menschen, die sich nicht in das Modell der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einfügen können oder wollen, ist falsch. Es handelt sich um Extremisten. Und die Vorgänge im deutschen Lützerath haben gezeigt, daß es keine harmlosen klimatisch Besorgten sind. Doch auch da haben öffentlich-rechtliche Medien sich wieder durch alles ausgezeichnet, nur nicht durch Faktentreue: Unvergessen der Moment, als eine Reporterin des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks vor Ort von der Friedlichkeit der Aktion berichtete, während hinter ihrem Rücken Pyrotechnik und Steine auf Polizisten geworfen wurden. Die Dame überführte sich selbst live der Lüge. Kann man sich nicht ausdenken.
Und ein besonderer Höhepunkt der Vermischung von Medienarbeit und „Aktionismus“ dürfte beim ORF „passiert“ sein. Denn zwei der vier Möchtegern-Störenfriede zum Neujahrskonzert waren mit (nicht im Verkauf erhältlichen) Karten aus dem ORF ausgestattet. Eine Sache muß wohl klar sein: Sollte man von Seiten der Karten weitergebenden Personen im ORF über das Vorhaben ansatzweise im Bilde gewesen sein, müßte man nicht nur die betroffenen Personen umgehend vor die Tür setzen, sondern den gesamten Betrieb nachhaltig erneuern. Der gesamte Laden müßte in weiten Bereichen organisatorisch und personell vollkommen neu aufgestellt werden, um dieses Klima, das die permanente Vermischung von Aktivismus und Journalismus ermöglicht, auszumerzen. Denn diese Dinge dürfen sich nicht vermengen. In einem mit Steuergeld finanzierten Medienunternehmen schon gar nicht!


Nächste Woche geht es weiter mit unserer kleinen Serie zum Thema Mediensumpf.

Weitere Folgen:

Versinken im Mediensumpf I
Versinken im Mediensumpf II
Versinken im Mediensumpf III
Versinken im Mediensumpf IV
Versinken im Mediensumpf V
Versinken im Mediensumpf VII
Versinken im Mediensumpf VIII


Fotos:
Titel-/Vorschaubild: wikimedia / © C. Stadler/Bwag / cc by-sa 4.0

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5 thoughts on “Mediensumpf VI

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