Europa-Wochenschau

Der Kontinent im Würgegriff der Pandemie

Ein Kommentar.

Die COVID-19-Pandemie bringt neben der Gefahr für Leib und Leben der Menschen dieses Kontinents noch viele andere Gefahren. Eine der Gefahren spüren wir schon jetzt hautnah: Den Verlust von Existenzen, Erwerbsgrundlagen, hart erworbenen relativen Wohlstand. Millionen von Menschen wurden innerhalb weniger Wochen arbeitslos. Millionen von Betrieben wurden der Freiheit der Gewerbeausübung beraubt und werden wohl ihr Ende im Bankrott finden. Vor allem die Realwirtschaft, die kleinen Handwerksbetriebe und Dienstleister sind dadurch betroffen. Währenddessen gibt es einen nicht namentlich genannten Großkonzern, der einerseits einen Milliardenbetrag als Dividende an seine Aktionäre auszahlt, jedoch andererseits Staatshilfe beansprucht und einen Großteil seiner Belegschaft kündigt.




Es wird Zeit, sich die Umstände von Unterstützungen, Förderungen und Rettungen genau anzusehen. „Too big to fail!“ war 2008/2009 ein oft wiederholter Leitsatz nach dem man Banken, die ihre Krise zu einem guten Teil selbst verschuldeten, mit dem Geld der Steuerzahler, der Realwirtschaft unter die Arme griff. Wer rettet nun die Realwirtschaft?




Es ist eine Zeit der Studien. „Studien“ hört sich grundsätzlich immer gut an, zeugt es doch von wissenschaftlichem Interesse der Auftraggeber. Derzeit sind die Studien zur Erhebung der Verbreitung der Infektion nichts anderes als eine Faule Ausrede. Eine ordentliche flächendeckende Erhebung kann oder will man von Seite der Regierungen nicht umsetzen, weshalb man wie bei der Einführung einer neuen Geschmacksrichtung für Kartoffelchips, eine stichprobenartige Erhebung macht. Nicht zu Ende gedacht und eigentlich ein Skandal.




Die vielleicht größte Gefahr für Europa und seine Bewohner ist allerdings der schrittweise Abbau der Demokratie. Schlichte Gemüter werfen derzeit vor, daß man dadurch Todesopfer verhindern kann. Dies bleibt zu bezweifeln. Über kurz oder lang kostet ein autokratisches Herrschaftssystem immer Menschenleben. Und sobald man sich dessen erinnert, wieviele Menschen ihr Leben dafür lassen mussten, um Diktaturen zu bekämpfen, zu beseitigen, weiß man wie dumm das Aufrechnen von Krankheitsopfern gegen Bürgerrechte ist.




In genügend europäischen Ländern wurden die Regierungsmethoden und Möglichkeiten denen diktatorischer Regime angeglichen. – Nein, nicht auf Ungarn zeigen. Die selben Möglichkeiten und Methoden bemerkt man genauso in Italien, Österreich, Deutschland, usw. Das Regieren ohne Dialog mit der Opposition, ohne gesetzliche, verfassungskonforme Grundlage (wie diverse „Erläße“ der österreichischen Bundesregierung) ist gefährlicher als ein Virus.
Die Lust an der uneingeschränkten, der von der Opposition ungestörten Macht kann sehr schnell jegliche Skrupel der Regierenden überwinden.




Sei auf der Hut, alte Dame Europa, und wache über Deine Menschen und beschütze sie vor den Regierenden.

Bilder:
„Gestützte Banken“ © Netzfrauen


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