Studentenverbindungen und Burschenschaften: Tradition, Leistung und Ziel politischer Angriffe

In Österreich und Deutschland stehen schlagende Studentenverbindungen, insbesondere Burschenschaften, seit Langem im Fokus der Kritik linker und etablierter Gruppen. Sie gelten als Feindbild für Grüne, SPÖ, SPD, Linke, NEOS, und Teile der ÖVP und CDU/CSU. Gleichzeitig bilden sie einen wichtigen akademischen Unterbau für bürgerlich-konservative und freiheitliche Parteien wie FPÖ und AfD. Ihre Betonung von Leistungsprinzip, Disziplin, Tradition und charakterlicher Festigung schafft hochgebildete, weltanschaulich gefestigte Persönlichkeiten – ein Fundament, das jede ernstzunehmende politische Kraft zum Leben und Überleben benötigt. Ohne diese Eigenschaften ist das Betreiben realistischer und konstruktiver Politik nicht möglich.

Geschichtlicher und gesellschaftlicher Kontext
Die Studentenverbindungen im heutigen Sinne reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Ihre Wurzeln sind noch viele Jahrhunderte älter. Burschenschaften entstanden in der Zeit der Befreiungskriege vom napoleonischen Diktat und sie waren sichtbarer Teil der Revolutionen von 1848 mit Forderungen nach Pressefreiheit, Verfassung und Demokratie – Ideen, die damals von den Obrigkeiten mit brutaler Vehemenz verfolgt wurden.
Viele Verbindungen waren anfangs tolerant, mit jüdischen Mitgliedern; antisemitische Tendenzen Ende des 19. Jahrhunderts spiegelten gesamtgesellschaftliche Strömungen wider (auch in Sport- und Gesangsvereinen), die sich dann auch in den Studentenverbindungen fortsetzten. Der damalige Antisemitismus war Ausfluß sog. Wissenschaftlicher Erkenntnisse. – Soviel zum Thema „Trust the science!“.
Unter dem Nationalsozialismus wurden alle Verbindungen (katholisch oder schlagend) verboten oder zur Selbstauflösung gezwungen. Viele Verbindungsstudenten engagierten sich im Widerstand: Robert Bernardis, österreichischer Burschenschafter und Offizier, war am Versuch, Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zu neutralisieren, beteiligt und wurde dafür hingerichtet. Corpsstudenten bildeten einen Kern des Stauffenberg-Kreises. Nach 1945 gründeten sich die Verbindungen neu.
Heute umfassen sie schlagende (Burschenschaften, Corps, Landsmannschaften, etc.) und nicht-schlagende (z. B. katholische ÖCV/MKV) Gruppen. Sie fördern Studium, Soft Skills (Rhetorik, Organisation, Pünktlichkeit), Generationenaustausch und günstigen Wohnraum in eigenen Häusern – ohne staatliche Förderung, im Gegensatz zu vielen NGOs. Fußballvereine und Brauchtumsgruppen teilen diese ehrenamtliche, selbstfinanzierte Struktur.

Mensuren: Sport und Charakterbildung
Mensuren (Schlägermensuren mit dem Kopf als Trefferfläche, streng reglementiert mit Schutzausrüstung, Arztpräsenz und erfahrenen Unparteiischen als „Schiedsrichter“) sind kein Duell, sondern ritualisierter Sport. Sie fordern Mut, Disziplin und Selbstüberwindung. Die dabei möglicherweise entstehenden Verletzungen wirken spektakulär, sind jedoch meist oberflächlich; im Vergleich zu Mannschaftssportarten, wie bspw. Fußball gering. Historische Mythen und Schauermärchen (Rasiermesser, Pferdehaare für sichtbare Narben) sind längst 1000mal widerlegt – Pferdehaare dienten früher bspw. als Wunddrainage – werden aber trotzdem mit Fleiß und Lautstärke verbreitet.
Eine Mensur-Veranstaltung in Berlin-Lankwitz mit rund 500 Besuchern und Paarungen bis zur 100. Mensur zeigt lebendige Tradition. Solche größeren Events finden dezentral statt, da öffentliche Räume oft durch Linksextreme bedroht sind.

Politische Relevanz und Angriffe
Burschenschafter und andere Korporierte bringen häufig Disziplin, Netzwerke und Bildung ein – Eigenschaften, die Bruno Kreisky einst positiv hervorhob. Prominente Beispiele: Dr. Manfred Haimbuchner (pennaler Burschenschafter und Corpsstudent, Landeshauptmannstellvertreter in Oberösterreich), historische Figuren wie Edmund Bernatzik (Wiener Burschenschaft Silesia, Verfassungsjurist). Walter Rosenkranz (Wiener Burschenschaft Libertas) verkörpert als Nationalratspräsident diese Tradition.
Kritiker von links (Grüne, SPÖ, SJ, DÖW) werfen „rechtsextreme Netzwerke“, Nähe zu Identitären oder NS-Verharmlosung vor und fordern Verbote. Peinliche Beispiele aus Presse-Aussendungen: DÖW-Handbuch sieht FPÖ als „politischen Arm des Rechtsextremismus“ mit Burschenschaften; SJ fordert Verbot deutschnationaler Burschenschaften nach Vorfällen in Leoben; Angriffe auf Rosenkranz als „Opferrolle statt Selbstkritik“.
Diese Vorwürfe ignorieren Fakten: Verbindungen sind legale Vereine, unabhängig von Parteien. NS-Zeit zeigt Beteiligung auf allen Seiten – wie in der Gesamtgesellschaft. Heutige Angriffe (Überfälle auf Korporierte, Hausbeschriftungen „Nazis töten“) werden verharmlost, während jede Mensur oder Mitgliedschaft skandalisiert wird. Kompetente Ernennungen (z. B. Parlamentsdirektor) stoßen auf „Schnappatmung“, sobald ein Schmiß sichtbar oder eine Mitgliedschaft bekannt wird.
In Innsbruck wurden katholische Couleurstudenten attackiert – die Linke macht keinen Unterschied. Der „Marsch durch die Institutionen“ seit 1968 verdrängte Verbindungen aus den Universitäten und dem öffentlichen Raum; heute fordern die Kritiker und Verdränger Transparenz, greift die Verbindungsstudenten aber bei Sichtbarkeit an. Die Häuser der Corps, Burschenschaften, Landsmannschaften etc… – oft Ziel von Enteignungswunschfantasien – sind selbst finanziert, nicht durch Steuergelder errichtet und betrieben.

Leistung vs. Ideologie
Verbindungen fördern Leistung: Viele Mitglieder erreichen hohe Positionen durch Kompetenz, nicht Seilschaften. Kritik an „Männerseilschaften“ blendet vergleichbare Netzwerke (z. B. bei Linken oder Etablierten) aus. Historisch waren Verbindungen divers – Karl Marx selbst war in einer Landsmannschaft aktiv.
Angriffe auf Rosenkranz (z. B. wegen Fotos vor Kunstwerken oder Personalentscheidungen) zielen auf die Demokratie: Den zweithöchsten Repräsentanten zu diskreditieren, schwächt Institutionen. Fakten (abgeschlossenes Studium, Berufserfahrung, Integrität) zählen leider schon weniger als Narrative.

Wert und Verteidigung der Tradition
Studentenverbindungen sind keine Bedrohung, sondern ein Reservoir an gebildeten, disziplinierten Bürgern. Sie pflegen Traditionen, die Leistung, Ehre und Gemeinschaft betonen – unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie. Die hysterischen Kampagnen und publikumswirksamen Diffamierungen lanciert von Grünen, SPÖ & Co. dienen der parteipolitischen Schwächung von FPÖ/AfD, keineswegs der Sachlichkeit. Sie bedienen sich pauschaler Vorwürfe, während reale Gewalt von links weiter kleingeredet wird.
Eine tatsächlich offene Gesellschaft sollte Vereinsfreiheit respektieren und Menschen nach Leistung, nicht Gesinnung beurteilen. Burschenschaften und Verbindungen leisten dazu ihren Beitrag – unabhängig, selbstfinanziert und traditionsbewußt. Neuwahlen oder sachliche Debatten statt Verbotsfantasien wären der demokratische Weg.

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One thought on “Studentenverbindungen und Burschenschaften: Tradition, Leistung und Ziel politischer Angriffe

  1. Der Verfall von Disziplin, Leistundsdenken und akademischer Tradition ist nur ein Mosaik Steinchen unserer Dekadenz und des sicheren Untergang des christlichen Abendlandes

    Die Parallelaktion des Untergangs

    Eine musilsche Betrachtung über Europa im Jahre 2026

    Man wird eines Tages vielleicht sagen, Europa sei nicht untergegangen. Es habe lediglich aufgehört, sich selbst zu erkennen. Der Untergang, so werden die Historiker erklären, habe sich gar nicht ereignet. Er habe stattgefunden.

    Der Unterschied ist erheblich.

    Als Robert Musil die Parallelaktion erfand, beschrieb er keine Verschwörung und keine politische Bewegung. Er beschrieb eine geistige Krankheit. Während sich die Fundamente der Donaumonarchie bereits lockerten, beschäftigte sich ihre Elite mit Festschriften, Ausschüssen, Programmen und Kommissionen. Je näher der Abgrund rückte, desto intensiver wurde organisiert.

    Man könnte sagen: Die Parallelaktion war der Versuch, den Untergang administrativ zu begleiten.

    Heute scheint sie ihre europäische Wiedergeburt erlebt zu haben.

    In Brüssel tagt beinahe täglich eine neue Parallelaktion. Gipfel folgen auf Gipfel. Strategien entstehen schneller als ihre Ergebnisse. Man beschließt Zukunftspapiere, während die Gegenwart bereits davonläuft. Jede Krise erhält eine Arbeitsgruppe. Jede Arbeitsgruppe produziert Empfehlungen. Jede Empfehlung erzeugt neue Sitzungen.

    Es ist die Bürokratie als Beruhigungsmittel.

    Zur selben Zeit findet in Österreich eine zweite Parallelaktion statt.

    Sie besteht darin, den Verlust des Gemeinsamen mit immer größerer Gelassenheit zur Kenntnis zu nehmen. Man registriert Parallelgesellschaften wie Wetterberichte. Man spricht über Geburtenraten wie über Börsenkurse. Man nimmt wahr, dass Schulen, Stadtviertel und öffentliche Räume sich verändern, ohne noch die Sprache zu besitzen, diese Veränderungen gemeinsam zu deuten. Alles wird verwaltet, kaum noch gestaltet.

    Die beiden Parallelaktionen laufen nebeneinander her.

    Brüssel organisiert die Zukunft Europas.

    Wien organisiert das Leben nach dem Verlust der Selbstverständlichkeit.

    Beide glauben, noch Herr des Verfahrens zu sein.

    Beide haben längst die Herrschaft über die Richtung verloren.

    Musil hätte vermutlich gelächelt. Denn seine eigentliche Figur war niemals Ulrich. Seine eigentliche Hauptfigur war die Epoche selbst – eine Zeit, die ihre Gewissheiten verloren hatte und diesen Verlust durch rastlose Aktivität zu überspielen versuchte.

    Auch wir besitzen heute ungeheure Fähigkeiten.

    Wir berechnen mit künstlicher Intelligenz in Sekunden, wofür frühere Generationen Jahre gebraucht hätten. Wir digitalisieren Wissen, automatisieren Entscheidungen und vernetzen Milliarden Menschen. Noch nie wusste der Mensch so viel.

    Und vielleicht wusste er noch nie so wenig, wofür dieses Wissen gut sein soll.

    Die Technik beantwortet jedes Wie.

    Aber kein Warum.

    Musils Mann ohne Eigenschaften war ein Mensch, der alle Möglichkeiten besaß und sich deshalb für keine mehr entschied.

    Der Mensch des 21. Jahrhunderts besitzt dieselbe Freiheit – allerdings im Übermaß. Er scrollt durch Möglichkeiten wie durch Warenregale. Er wechselt Meinungen mit derselben Geschwindigkeit, mit der sein Telefon Programme aktualisiert. Seine Identität wird zur Benutzeroberfläche.

    Vielleicht leben wir deshalb längst im Zeitalter der Gesellschaft ohne Eigenschaften.

    Eigenschaften waren einst Tugenden: Verlässlichkeit, Maß, Bindung, Treue, Verantwortungsgefühl, Bildung. Heute erscheinen sie beinahe altmodisch. Flexibilität ersetzt Standfestigkeit. Vernetzung ersetzt Gemeinschaft. Sichtbarkeit ersetzt Ansehen. Aufmerksamkeit ersetzt Wahrheit.

    Der Mensch verliert seine Eigenschaften nicht auf einen Schlag.

    Er tauscht sie ein.

    Gegen Bequemlichkeit.

    Europa wiederum verliert seine Eigenschaften ebenfalls nicht durch eine Katastrophe, sondern durch Gewöhnung. Das christliche Erbe wird nicht bekämpft; es wird vergessen. Kultur verschwindet selten unter lautem Protest. Meist wird sie höflich beiseitegelegt, weil sie im nächsten Strategiepapier nicht mehr vorkommt.

    Und während all dies geschieht, arbeitet die Parallelaktion unverdrossen weiter.

    Sie produziert Ziele für das Jahr 2050.

    Sie diskutiert Visionen.

    Sie entwickelt Leitbilder.

    Sie misst Nachhaltigkeit, Resilienz und Transformation.

    Nur eine Kennzahl wird nicht erhoben.

    Der geistige Zustand einer Zivilisation.

    Vielleicht ist das die eigentliche Ironie unserer Zeit.

    Noch nie war Europa organisatorisch so vollkommen.

    Und selten war es sich selbst so fremd.

    Der Untergang kündigt sich nämlich nicht durch Kanonendonner an. Er kommt geräuschlos. Er erscheint als Fortschrittsbericht, als Pressekonferenz, als neues Leitbild, als weitere Verordnung, als beruhigende Statistik. Er spricht die Sprache der Verwaltung.

    Die Parallelaktion des Jahres 2026 besteht daher nicht darin, Europa zu retten.

    Sie besteht darin, den Verlust Europas so effizient zu organisieren, dass niemand den Augenblick bemerkt, in dem aus einer Kultur lediglich noch eine Verwaltungseinheit geworden ist.

    Musil hätte dafür vermutlich keinen Schluss geschrieben.

    Er hätte den Leser mit einer Frage entlassen:

    „Kann eine Zivilisation überleben, wenn sie alle Antworten kennt – außer jener auf die Frage, wer sie eigentlich ist?“

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