
Man hätte es wissen können. Man hätte es wissen müssen. Und man wusste es auch – nur wollte es niemand laut sagen, bevor die Scheiben krachten und die Molotowcocktails flogen. Die Krawalle in der Halloween-Nacht des 31. Oktober unter dem harmlosen Etikett der „Gen-Z-regelt“-Demonstrationen waren absolut vorhersehbar. Hätten die Sicherheitskräfte nicht mit massiver Präsenz, dezentraler Kräfteaufstellung und dem nötigen Ernst reagiert, wären aus den „Jugendprotesten“ flächendeckende Plünderorgien geworden, die so mancher Innenstadt den letzten Rest gegeben hätten.
Die Maske fiel, sobald es dunkel wurde
Tagsüber noch das übliche Bild: junge Menschen mit Pappschildern, Forderungen nach mehr Geld für Schulen, bezahlbarem Wohnen, gegen Wehrpflicht und für irgendetwas mit Klima. Zehntausende, die Organisatoren sprachen von bis zu 120.000 Teilnehmern in über 30 Städten. Friedlich, natürlich. Bis die Sonne unterging und die Masken – im wahrsten Sinne des Wortes – fielen. In Frankfurt, Köln, Hamburg und Berlin fing das eigentliche Programm an: Steinwürfe, Pyrotechnik, brennende Barrikaden, geplünderte Geschäfte. In der Mainmetropole wurden 17 Läden beschädigt, fünf davon ausgeräumt. Sogar ein Waffengeschäft mußte herhalten. Über 100 Polizisten allein in Frankfurt verletzt, einer davon schwer durch einen Stein ins Gesicht. Dutzende Festnahmen bundesweit. In Wien und anderswo ähnliche, wenn auch etwas abgespeckte Szenen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dazu: „Gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu haben gestern Abend die friedlichen Demonstrationen vom Nachmittag gekapert.“ Hessens Innenminister Roman Poseck legte nach und sprach ohne Umschweife von einer „überwiegend migrantisch geprägten“ Tätergruppe. Die Polizei schätzte 1.000 bis 1.500 gewaltbereite Störer, „überwiegend aus dem migrantischen Milieu“. Viele mit deutschem Pass, wohlgemerkt – aber das ändert nichts an der Herkunft der Gewalt. Man darf das inzwischen sagen, ohne gleich als Unhold zu gelten. Die Realität ist hartnäckig.
Ohne die intensive Vorbereitung der Polizei hätte es deutlich schlimmer ausgesehen. Dobrindt lobte zu Recht: „Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert.“ In Frankreich brannten die Vorstädte erneut, ein Polizist wurde von einem Molotowcocktail getroffen und geriet in Brand. In der Schweiz und Italien ähnliche Bilder. Die „Gen-Z“-Bewegung hatte sich ausdrücklich mit den französischen Schülerprotesten solidarisiert – und bekam prompt denselben Anhang, der dort seit Wochen die Städte unsicher, die Straßen zu Schlachtfeldern macht.
Die Verniedlichungsindustrie läuft heiß
Die Scherben waren noch nicht einmal weggefegt, da setzte die altbekannte Maschinerie schon ein. Linkslastige Medienvertreter und ihre geistigen Verwandten in den Redaktionsstuben bemühten sich redlich, die Ereignisse kleinzureden. „Jugendliche Proteste eskalieren“ – als wäre das Einschlagen von Schaufensterscheiben und das Plündern von Sneaker-Läden ein natürlicher Teil des Demonstrationsrechts. Besonders peinlich: Ein WDR-Reporter, der den Polizeiwasserwerfer quasi zum Problem, zum eigentlichen Brandstifter erklärte. Die Randalierer, so der Subtext, seien bloß überreagierende Jugendliche, die Polizei hingegen die eigentliche Quelle des Übels. Ein Klassiker.
Während man bei rechten Protesten jedes hochgehaltene Schild seitenlang seziert, wird hier die migrantische und linksextreme Herkunft der Chaoten möglichst unter den Teppich gekehrt oder als „soziale Frustration“ umgedeutet. Eine junge Frau appelliert vor einem geplünderten Geschäft, man müsse „zeigen, daß wir nicht so sind“ – rührend, aber realitätsfern, wenn parallel die Banden zuschlagen. Fußballfans, die in manchen Städten spontan die Innenstadt verteidigten, werden dagegen eher belächelt als gelobt. Die Hierarchie der Empörung bleibt intakt: Wer den Staat angreift und dabei die richtige Herkunft oder Ideologie mitbringt, genießt Nachsicht. Die Sicherheitskräfte, die den Laden noch zusammenhalten, gelten als Problem.
Die eigentlichen Brandstifter sitzen in den Regierungen
Doch die eigentliche Verantwortung liegt nicht bei den Randalierern allein – so verwerflich deren Treiben auch ist. Die Regierungen in Berlin, Wien und Paris haben über Jahre die Bedingungen geschaffen, unter denen berechtigte Unzufriedenheit junger Menschen von Islamisten, Migrantengangs und linksextremen Krawallprofis gekapert werden kann. Die Probleme, gegen die „Gen Z“ demonstriert – marode Schulen, hohe Lebenshaltungskosten, Perspektivlosigkeit – sind real. Sie sind das Ergebnis einer Politik, die Ressourcen in alle Richtungen verteilt, nur nicht dorthin, wo sie langfristig wirken: in Bildung, innere Sicherheit und eine realistische Migrationssteuerung.
Die Bekundungen von Sozialdemokraten, „Liberalen“ und den Scheinkonservativen von CDU, CSU und ÖVP, man werde die Probleme nun entschlossen angehen und künftige Krawalle verhindern, klingen nur wenig glaubhaft. Dieselben Parteien, die jahrelang weggeschaut haben, wenn Parallel-, ja Gegengesellschaften entstanden, die Integrationsversagen als „Vielfalt“ feierten und die Polizei mit immer neuen Aufgaben bei gleichzeitigem Personalmangel überlasteten, wollen jetzt den starken Staat markieren. Unglaubwürdig ist noch höflich ausgedrückt. Die Rhetorik ändert sich, sobald die Kameras laufen – die Praxis bleibt. Poseck fordert Aufarbeitung und „keine falschen Tabus“. Sehr brav und doch eher unglaubwürdig empört. Denn solange die politische Großwetterlage dieselben Fehler produziert, wird aus jedem Protest schnell wieder eine willkommene Gelegenheit für jene, die ohnehin nur zerstören wollen.
Die nächste Runde ist bereits angesagt
Die Organisatoren von „Gen Z regelt“ distanzieren sich natürlich von den Ausschreitungen und kündigen weitere Aktionen an. Man will „laut sein“, aber friedlich. Das ist ihr gutes Recht. Doch wer den Tiger reitet und sich wundert, wenn er beißt, sollte zumindest ehrlich sein. Die Mischung aus echter Jugendfrustration, organisierter linker Gewaltbereitschaft und migrantischen Milieus, die Gewalt als Freizeitbeschäftigung betrachten, ist brandgefährlich. Halloween bot nur die passende Maskerade. Die eigentliche Kostümierung betreiben jedoch jene, die aus politischen Gründen weiterhin so tun, als handle es sich um bedauerliche Ausrutscher einer ansonsten friedfertigen Generation.
Die Sicherheitskräfte haben diesmal Schlimmeres verhindert. Beim nächsten Mal – und es wird ein nächstes Mal geben – könnte die Rechnung anders ausfallen, wenn die Politik weiterhin mit Appellen und Verniedlichungen operiert statt mit klarer Analyse und Konsequenz. Die Scheiben sind kaputt, die Bilder sind da, die Zahlen auch. Wer jetzt noch von „überwiegend friedlichen Protesten“ faselt, hat entweder nichts begriffen oder will nichts begreifen. Beides ist unverzeihlich.
Früher gab’s weder Hallo Wien noch Bürgerkrieg
https://www.youtube.com/live/pAT-BIN1o2A?is=lMRfEXXi-wBLPUAa