
Die sich anbahnende Ferien- und Urlaubszeit steht ökonomisch unter ungünstigen Vorzeichen. Der Grund sind unter anderem anhaltend hohe Spritpreise und die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Beide Faktoren erhöhen die Ausgaben für Urlauber erheblich. Die Tourismusindustrie ist dabei gezwungen, die eigenen gestiegenen Kosten zumindest in weiten Teilen an die Verbraucher weiter zu reichen. Dennoch wiegelt die Branche ab. „Urlaub in Europa ist bisher nicht wirklich teurer geworden“, so Michael Nachbaur, Fachgruppenobmann der Vorarlberger Reisebüros. Anders sähe das bei Fernreisen aus. Sie wären schwankenden Kerosin-Preisen unterworfen, frühes Buchen sei der Ausweg. Dabei sei es egal, ob nahe oder ferne Reiseziele angepeilt werden würden. Die Gesamteinschätzung der Touristikunternehmen ist, dass Reisen zwar im einstelligen Prozentbereich etwas teurer werden, dass aber von einem Preisschock keine Rede sein kann. Das Problem ist nur, dass alle addierten einstelligen prozentualen Preissteigerungen sich schnell zur zweistelligen Prozentbelastung von Haushalten entwickeln können.
Doch es sind nicht nur die Preise, die den urlaubenden Verbraucher schocken könnten, es sind auch ganz einfach die Verfügbarkeiten im logistischen Bereich, die unter der instabilen Welt- und Energieversorgungslage leiden. Am 17. April dieses Jahres warnte die Internationale Energieagentur (IEA) davor, dass in mehreren Ländern Europas in den nächsten Wochen mit beginnender Kerosin-Knappheit zu rechnen wäre. Das könnte laut des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) das Flugangebot drastisch beschneiden – und die freien Kapazitäten deutlich verteuern.
Wer lieber ganz daheim bleibt oder im Heimatland urlaubt, ist den „normalen“ Preissteigerungen ebenfalls ausgesetzt. Ob man bei der Urlaubsplanung dieses Jahr allerdings bis zu 56 Prozent Verteuerung einkalkulieren muss, wie das bundesdeutsche Boulevard-Blatt BILD berichtet, bleibt dahin gestellt. Fakt ist, dass Urlaub 2026 aufgrund von Inflation, steigenden Steuern, höheren Abgaben in beliebten Reiseländern und strukturellen Kostensteigerungen in der Reisebranche in jedem Fall teurer wird, und zwar – so der ÖAMTC – weltweit.
Da der Tourismus in der Europäischen Union etwa 5,1 % der Bruttowertschöpfung ausmacht, ist er für die europäische Wirtschaft und die haushälterischen Ambitionen der EU-Kommission von entscheidender Bedeutung. Doch auch in diesem ökonomisch so wichtigen Sektor regieren die öko-sozialistisch-religiösen Planvorstellungen: Man setzt auf eine EU-Strategie für nachhaltigen Tourismus – bisherige Hindernisse dabei werden als Symptome des unvollendeten Binnenmarktes bewertet. Man wolle den ökologischen Fußabdruck der Branche verringern, so der EU-Tourismuskommissar Apostolos Tzitzikostas. Dafür werde europäisches Steuerzahlergeld in Höhe von 2,9 Milliarden Euro in den Luft- und Schiffsverkehr investiert, um erneuerbare und CO2-arme Brennstoffe zu fördern. Ein Ansatz der von der ÖVP-durchsetzten WKÖ nachdrücklich begrüßt wird. Man folgt der EU-Zielsetzung durch den Transition Pathway for Tourism und will die Tourismusbranche in Richtung ökologisch-ökonomische Nachhaltigkeit und Qualitätstourismus trimmen. Kontrollierende Digitalisierung und verteuernde Strukturreformen sollen dabei helfen. Doch die ganz normalen Österreicherinnen und Österreicher wollen eigentlich hauptsächlich leistbare und erholsame Urlaube. Und am besten vielleicht auch nur solche, wie sie sie bisher gewohnt waren?
MEP Mag. Elisabeth Dieringer ist Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO), Ausschuss für die Rechte der Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM), sowie stv. Mitglied im Ausschuss für Kultur und Politik (CULT).
Links:
Urlaub wird teurer, aber kein Preisschock bei Reisen – VOL.AT
Kerosin-Knappheit: Was das für den Urlaub bedeutet
Tourismusreform – Urlaub in Kärnten wird teurer: Neue Abgabe ab November | Heute.at
Preise „höher als gedacht“: Expertin warnt Urlauber 2026 vor Touristen-Trend
Urlaub in Europa wird teurer: Neue Regeln ab 2026 im Überblick – VOL.AT
Die Regionen und Städte fordern angesichts des unausgewogenen Tourismus die Einführung einer EU-Tourismusstrategie | Europäischer Ausschuss der Regionen
Da wird auf hohem Niveau gejammert!! Wenn Herr und Frau Österreicher für die Befriedigung ihrer Süchte Milliarden ausgeben, ist mir um die Freß- und Saufsüchtigen Lamentierer nicht bange:
In Österreich sind vor allem Alkohol und Nikotin die großen „Volkssüchte“. Dazu kommen Glücksspiel, Internet- bzw. Mediensucht, Medikamentenabhängigkeit und andere Verhaltenssüchte.
Hier ein kurzer Überblick:
Nikotin / Rauchen
Rund 24 % der Bevölkerung konsumieren täglich Nikotin – das sind etwa 1,8 Millionen Menschen. Besonders E-Zigaretten und Nikotinbeutel nehmen stark zu. Nikotin verursacht laut Suchtexperten auch die höchsten volkswirtschaftlichen Kosten durch Krankheiten, Krankenstände und frühe Todesfälle.
Alkohol
Österreich gilt weiterhin als „Hochkonsumland“. Schätzungen gehen von etwa 300.000 alkoholabhängigen Menschen aus, dazu kommen viele mit riskantem Konsum. Alkohol kostet Milliarden durch Gesundheitsschäden, Unfälle und Arbeitsausfälle.
Glücksspiel / Spielsucht
Etwa 40.000 bis 60.000 Menschen gelten als glücksspielsüchtig, bei Online-Glücksspiel könnten es ähnlich viele sein. Besonders betroffen sind junge Männer. Viele verlieren dabei enorme Summen – oft Zehntausende Euro.
Internetsucht / Mediensucht
Vor allem Jugendliche verbringen extrem viel Zeit auf Social Media, Gaming oder Streaming. Exakte Zahlen schwanken, aber Experten sehen Mediensucht als stark wachsendes Problem.
Medikamentensucht
Vor allem Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Schmerzmittel führen bei vielen Menschen zu Abhängigkeit. Besonders ältere Personen sind betroffen.
Sexsucht / Pornosucht
Dazu gibt es weniger genaue Daten, aber Beratungsstellen berichten von steigenden Fällen – oft verbunden mit Internet- und Pornokonsum.
Illegale Drogen
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Österreich. Harte Drogen wie Kokain oder Opioide betreffen deutlich weniger Menschen, verursachen aber schwere gesundheitliche Schäden.
Viele Österreicher geben monatlich beträchtliche Summen dafür aus:
Raucher oft 200–400 € pro Monat
Regelmäßiger Alkoholkonsum ebenfalls schnell 100–300 €
Spielsüchtige verlieren häufig deutlich mehr – teilweise ganze Einkommen oder Ersparnisse.
Insgesamt kosten Suchterkrankungen Österreich jedes Jahr mehrere Milliarden Euro durch Gesundheitssystem, Frühpensionen, Krankenstände, Unfälle und soziale Folgen.
Wir haben bestes Trinkwasser, trotzdem werden Millionen Flaschen Mineralwasser aus den Supermärkten geschleppt. Millionen Lose werden gekauft – weniger freßen, saufen,
tschiken, spielen – dann reicht das Geld allemal!