
Hunger macht frech
Willi Forst, eigentlich Wilhelm Anton Frohs, (* 7.4.1903 in Wien; † 11.8.1980 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Sänger. Nach kurzer Zeit als Operetten- und Theaterdarsteller landete Forst beim Film. Ab 1920 war er auch in Filmproduktionen zu sehen. Erst in Stumm-, dann auch in Tonfilmen, bei denen er ab 1933 auch Regie führte. Von 1933 bis 1945 blieb er weitgehend unbehelligt, obwohl seine Filmproduktionen sich als betont „österreichisch“ erwiesen und der zuständige Minister Göbbels den „Operetten-Fatzke“ nicht ausstehen konnte.

Einmal hatte der noch junge Forst ein Engagement am Deutschen Theater in Berlin, beim großen Max Reinhadt. Davon berichtete Willi Forst:
„Reinhardt bekam ich anfangs nur einmal zu Gesicht. Es war in einer Pause zu Shaws Kaiser von Amerika. Wir standen auf dem Korridor. Eine Kollegin sagte: >Jetzt wäre ein Paar Würstchen herrlich, aber wer soll sie holen?<“
Der vorlaute Forst entgegnete:
„Wo ist Reinhardt?“
Und hinter Forst meldete sich jemand:
„Haben Sie Geld? Geben Sie ’s her!“
So lernte Willi Forst Max Reinhardt kennen. Und ob sie zu ihren Würsteln kamen, ist nicht überliefert.