Dünnhäutige Herrschaften, dickfelliges Volk – Die Klagewut der Mächtigen und der stumme Souverän

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Sehr geehrte Damen und Herren, wir, die einfachen Bürger dieses Landes, tragen seit jeher ein dickes Fell. Das gehört zum Handwerk des Steuerzahlers, der mit jeder Rechnung, jedem Formular und jeder neuen Abgabe lernt, dass der Staat mehr nimmt als er gibt – und dass man darüber besser schweigt, wenn man nicht vor Gericht enden will. Die Mitglieder der Bundesregierung hingegen scheinen aus hauchdünnem Porzellan gefertigt. Ein kritisches Wort, ein spitzer Witz, ein hartnäckiges Nachfragen der Opposition – und schon wird der Richterhammer geschwungen. Es riecht nicht nur nach „Bestrafe einen, erziehe Tausend!“, es ist ein Lehrstück in undemokratischer Machtausübung. Und wir schauen zu, zähneknirschend, weil uns außer des Wahlzettels kaum ein Mittel bleibt, uns gegen jene zu wehren, die uns eigentlich dienen sollten.

Die zarte Seele des Vizekanzlers und der Eunuch im Vizekanzleramt
Nehmen wir Andreas Babler, SPÖ-Chef und Vizekanzler. Vor gut einem Jahr, im April 2025, saß Gerald Grosz in einer Talkshow auf oe24.tv und beschrieb mit seiner gewohnten kernigen Deutlichkeit, wie die schwarz-rot-pinke Koalitionsverhandlungen für den SPÖ-Chef ausgegangen waren. Babler habe, so Grosz sinngemäß, all seine großen Versprechen – Mietpreisbremse, Che-Guevara-Pose – für das Vizekanzleramt geopfert. Die Wortwahl war deftig, ja vulgär: von „kastriert“, „Eunuch“ und „sich hinten pocken lassen“ war die Rede. Politische Satire in Reinkultur, wie sie in Talkshows seit Jahrzehnten gang und gäbe ist. Quote bringt Geld, Unterhaltung bringt Quote – und Grosz liefert beides.
Nun, ein Jahr später, im März 2026, zieht Babler vor das Straflandesgericht Wien und klagt wegen Beleidigung. Ein „abstruser und absurder Versuch der Zensur“, wie Grosz treffend bemerkt, der sich ob der Klage krumm lacht und sie als „Oscar fürs Lebenswerk“ feiert. Fürwahr ein starkes Stück: Ein Vizekanzler, der selbst in der Regierung sitzt, weil er Kompromisse geschlossen hat, die seine eigenen Anhänger als Verrat empfinden, kann offenbar keine politische Kritik ertragen. Wir Bürger hingegen sollen Nonsens, gebrochene Versprechen und rhetorische Verrenkungen klaglos hinnehmen. Babler mag juristisch im Recht sein oder nicht – der Beigeschmack bleibt: Wer zu laut lacht, wird vor den Richter gezerrt. Exemplarisch. Für alle sichtbar.

Die Außenministerin, die Koffer und die „bewusste Lüge“
Noch dünnhäutiger zeigt sich Beate Meinl-Reisinger. Die Außenministerin der pinken NEOS ist „stinksauer“ auf die FPÖ – und das sei ihr unbenommen. Die Freiheitlichen, die bei weitem mehr Wählerstimmen einfahren als ihre Partei, fragen hartnäckig, wie österreichisches Steuergeld in die Ukraine fließt. Per Überweisung? Per Kurier? Oder, wie die hartnäckige „Geldkoffer“-Story behauptet, im Handgepäck, wenn die Ministerin mal wieder nach Kiew reist? Die FPÖ spricht von „Missbrauch Österreichs als Bankomat für ukrainische Korruption“, von „persistenten Gerüchten“ über Bargeldtransporte.
Meinl-Reisinger sieht darin Rufschädigung, üble Nachrede und „bewusste Lügen“. Sie klagt die gesamte FPÖ – strafrechtlich nach dem Mediengesetz, zivilrechtlich vor dem Handelsgericht. „Die FPÖ darf nicht ungestraft Lügen verbreiten“, lässt sie verlauten. Dabei wäre sie wohl entsetzt, welchen Ruf sie bei einem Großteil der Österreicher genießt: jenen einer Politikerin, die Steuergelder in ein Land pumpt, das für maßlose Korruption bekannt ist, während daheim die Energiepreise explodieren und die Bürger sparen sollen. Ob die Vorwürfe juristisch haltbar sind, wird sich weisen. Seltsam wirkt es allemal. Denn während die Ministerin ihre Ehre vor Gericht verteidigt, fehlt uns Bürgern jedwedes Instrument, sie zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie parlamentarische Anfragen augenscheinlich ignoriert oder Geld in Kanäle leitet, die wir nicht nachvollziehen können.

Die ungestrafte Ministerin und das vergessene Parlament
Erinnern wir uns an Leonore Gewessler. Im Juni 2024 lehnte das österreichische Parlament die EU-Renaturierungsverordnung mehrheitlich ab – nicht ohne Grund, handelt es sich doch um eine unausgegorene Fantasterei, die an der Natur mehr Schaden als Nutzen anrichten würde. Die damalige grüne Ministerin pfiff auf den Willen der Volksvertretung, fuhr nach Brüssel und stimmte für die Verordnung. Bei Infrastrukturprojekten bremste und blockierte sie ebenfalls, was längst beschlossen war. Die FPÖ brachte eine Ministeranklage ein. Die ÖVP kündigte zunächst an, mitzuziehen – und ließ die Blauen dann im Stich. Sämtliche anderen Parteien deckten Gewessler. Dem kleinen Bürger blieb nur, sich die Haare zu raufen.
Wir sehen das Muster: Mächtige schützen Mächtige. Eine Ministeranklage braucht Mehrheit im Nationalrat. Die bekommt man nicht, wenn alle außer der Opposition die eigene Haut retten. Der Souverän darf wählen, aber nicht korrigieren. Und wehe, er schimpft zu laut – dann droht ihm selbst die Klage.

Das Jackerl der Staatssekretärin und die erzieherische Arroganz
Zu guter Letzt die Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner. Keine Person der ersten Reihe, selten präsent – doch wenn sie spricht, ist Fremdscham oder heiße Wut garantiert. Am 3. April 2026, mitten in der Energiepreiskrise, empfahl sie den Bürgern allen Ernstes, „daheim eine dünne Jacke anzuziehen und weniger zu heizen“. Ein Grad weniger spare sechs Prozent Gas, hieß es. Auf der Autobahn solle man freiwillig 100 statt 130 km/h fahren, dann spare man 25% Sprit. Das Zehetners Zahlenwerk eher faktenbefreit ist, muß man an dieser Stelle nicht extra betonen.
Die Regierung habe zwar eine Spritpreisbremse eingeführt, die Preise um zehn Cent senke – aber der Bürger müsse selbst „gegensteuern“.
Fürwahr eine Perle der Regierungskunst: Nicht dafür sorgen, dass der Bürger die Wahl hat zwischen Pullover bei 18° oder Unterwäsche bei 28°. Nein, erzieherische Verhaltensregeln erteilen. Als wäre die Jobbeschreibung einer Staatssekretärin jene einer Gouvernante. Viele von uns hätten gerne einen juristischen Hebel, solche Figuren aus dem Amt zu entfernen. Doch es fehlt. Schimpfen? Besser nicht – sonst landet man womöglich wie Grosz vor Gericht.

Der ohnmächtige Bürger und die Lektion der Demokratie
Wir, die Bürger, stehen vor einer bitteren Wahrheit: Die Mächtigen dürfen dünnhäutig sein. Wir müssen dickfellig bleiben. Sie klagen, wir zahlen. Sie ignorieren Parlamente, wir schlucken es. Sie geben uns Tipps zum Jackerl, wir drehen den Thermostat herunter und schweigen. Das riecht nicht nur undemokratisch – es ist undemokratisch. Und es ist ein starkes Stück.
Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an Gerald Grosz nehmen, der über die Klage lacht. Oder an der FPÖ, die trotz Klage weiterfragt. Denn eines ist gewiss: Je dünnhäutiger die Regierenden werden, desto lauter müssen wir – mit Anstand, mit Witz und mit der gebotenen Frechheit – unsere Stimme erheben. Sonst bleibt uns nur der Wahlzettel. Und der allein hat noch nie einen Eunuchen im Vizekanzleramt kuriert.
In diesem Sinne: Bleiben wir wachsam. Und ziehen wir notfalls das Jackerl an – aber nicht, weil eine Staatssekretärin es uns befiehlt, sondern weil wir selbst entscheiden.

So nebenbei bemerkt: Neuwahlen wären die anständigste und eleganteste Lösung!

Wir wünschen Ihnen einen schönen und angenehmen Ostersonntag!
Bleiben Sie zuversichtlich!
Bleiben Sie uns gewogen!
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4 thoughts on “Dünnhäutige Herrschaften, dickfelliges Volk – Die Klagewut der Mächtigen und der stumme Souverän

  1. Widerstand durch Satire

    In Zeiten der Unterdrückung sucht sich der Mensch oft jene Wege des Widerstands, die ihm noch bleiben. Wenn offene Kritik gefährlich wird, verlagert sich der Protest ins Verborgene – in Andeutungen, in Humor, in Satire. Der Witz wird zur Waffe, das Lachen zur leisen Form der Auflehnung.

    Ein eindrückliches Beispiel dafür liefert die Zeit des Systems von Klemens von Metternich im Vormärz. Diese Epoche war geprägt von Zensur, Überwachung und politischer Repression. Doch selbst unter diesen Bedingungen fand sich Widerstand – auf der Bühne. Der Dramatiker Johann Nestroy verstand es meisterhaft, in seinen Couplets die politischen Zustände seiner Zeit zu verspotten. Hinter scheinbar harmlosen Pointen verbarg sich scharfe Kritik am System. Dass er dafür sogar während einer Aufführung verhaftet wurde, zeigt, wie gefährlich selbst Humor in einer Diktatur sein kann – und wie ernst die Mächtigen ihn nahmen.

    Doch irgendwann reicht auch der feinste Spott nicht mehr. 1848 entlud sich die aufgestaute Unzufriedenheit in der Revolution von 1848. Bürger gingen auf die Straße, forderten Freiheit, Mitbestimmung und ein Ende der Unterdrückung. Für einen kurzen Moment schien es, als könne der Wille des Volkes tatsächlich Veränderungen erzwingen. Doch die Hoffnung wurde gewaltsam erstickt. Das alte System setzte sich mit militärischer Macht durch, und die Bevölkerung wurde erneut unterjocht – ein wiederkehrendes Muster der Geschichte.

    Auch im 20. Jahrhundert zeigt sich dieses Phänomen. Während des Dritten Reichs war offener Widerstand lebensgefährlich. Dennoch existierte er – im Verborgenen, in Flüstern und Andeutungen. Der sogenannte „Flüsterwitz“ wurde zu einem Ventil für Angst und Frustration. In kleinen, vertrauten Kreisen erzählte man sich regimekritische Witze, oft mit bitterem Unterton. Diese Form des Widerstands war leise, aber bedeutungsvoll: Sie bewahrte ein Stück geistiger Freiheit in einem System, das totale Kontrolle beanspruchte.

    Was all diese Beispiele verbindet, ist eine grundlegende Erkenntnis: Selbst in den dunkelsten Zeiten findet der Mensch Wege, sich gegen Unterdrückung zu behaupten. Satire und Humor sind dabei mehr als bloße Unterhaltung – sie sind Ausdruck von Widerstand, ein Zeichen dafür, dass sich der menschliche Geist nicht vollständig unterwerfen lässt. Doch ebenso zeigt die Geschichte, wie begrenzt diese Mittel sind, wenn ihnen keine reale politische Veränderung folgt. Der Witz kann entlarven, er kann verbinden – aber er allein stürzt kein Regime.

    Und die Moral von der Geschichte?
    Auch heute wird zensuriert, manipuliert, andere Meinungen werden militant verfolgt. Könnte eine Wahl endlich Erlösung und Veränderung bringen? Wohl kaum – die Verlierer werden wieder das Volk knechten und NGOs, mit Million subventioniert, werden Patrioten mit allen Mitteln bekämpfen – ich wünsche Orban das Allerbeste, wir werden ja erleben, wie das heutige 1848 ausgeht.

  2. Früher gab es „Brotrevolutionen“ (Französische – Kuchenesser-Revolution), heute vielleicht „Spritrevolution“ (Sollen sie doch Rad fahren!)
    Generell revoltiert der Österreicher nicht, er ist angepasst, obrigkeitshörig, lässt sich vom Staat mit seinem eigenen Steuergeld verwöhnen, ja eigentlich prostituiert er sich und wählt, wenn was für ihn rausspringt, sogar die Kummerln in Stalingaz!

    Dieses 1848er Revolutionslied sagt alles über den „politisierenden Bürger“ – mutige Freiheitskämpfer gegen EU- und Österreichdiktatur gibt es nur wenige

    https://musikvonwelt.de/lieder/bei-einer-pfeif-tabak/

    Bei einer Pfeif Tabak
    Bei einer Pfeif Tabak
    Bei einer guten Pfeif Tabak
    Und einem Glase Bier
    Politisieren wir

    Juja juja,
    gar glücklich ist fürwahr der Staat
    Der solche Bürger hat
    Der solche Bürger hat

    Da wird dann viel erzählt
    Da wird dann viel erzählt
    Gar viel und mancherlei erzählt
    Gestritten und gelacht
    Und mancher Witz gemacht
    Juja…

    Dann stoßen wir auch an
    Dann stoßen wir auch an
    Auch auf die deutsche Freiheit an
    Und unsre Polizei
    Sitzt fröhlich mit dabei
    Juja…

    Und wenn die Stunde schlägt
    Und wenn die Stunde schlägt
    Und wenn die letzte Stunde schlägt
    Löscht man die Lichter aus
    Und wir gehn brav nach Haus
    Juja…

    Text: Hoffmann von Fallersleben

  3. Die Geldmenge, die bisher von der Republik Österreich an die Ukraine gespendet wurde, läßt sich nun wirklich nicht in einem Koffer transportieren (pardon – das Veruntreute Steuergeld der tüchtigen Österreicher wurde natürlich überwiesen – auf wessen Konto weiß ich nicht)
    Hier diese Veruntreuungssummen (Laut Chat GPT): DREI MILLIARDEN!!!!!!!!

    Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat Österreich insgesamt rund drei Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine geleistet.

    Die Summe setzt sich aus bilateralen Hilfen (also direkt von Österreich an die Ukraine) und Beiträgen über die EU-Ebene zusammen:

    Laut österreichischem Außenministerium entfielen rund 294 Millionen Euro auf bilaterale Hilfen (humanitäre, infrastrukturelle und soziale Unterstützung, keine militärische)
    kurier.at
    .
    Zusammen mit den österreichischen Beiträgen über die EU ergibt sich eine Gesamtsumme von etwa 2,9 bis 3 Milliarden Euro
    vienna.at
    .
    Frühere Angaben des Außenministeriums (BMEIA) sprachen von über 210 Millionen Euro staatlicher direkter Hilfe (Stand März 2024)
    bmeia.gv.at
    .
    Aktuell (Stand 2026) liegt die Gesamthilfe also bei rund drei Milliarden Euro!
    .

    1. DREI MILLIARDEN – 3.000.000.000

      Man muss sich diese Zahlen einmal in aller Nüchternheit vor Augen führen, um zu begreifen, was „eine Milliarde“ eigentlich bedeutet – und was es heißt, wenn einzelne Überweisungen in diese Dimensionen vorstoßen (in einen Mafiastaat!)

      Nehmen wir den durchschnittlichen österreichischen Erwerbstätigen: rund 3.500 Euro brutto im Monat, 14-mal im Jahr. Am Ende bleiben etwa 32.000 Euro netto jährlich. Das ist kein Luxusleben, sondern solide Normalität.

      Und jetzt die einfache Rechnung:
      Um eine Milliarde Euro netto zu verdienen, braucht es rund 31.250 Menschen, die ein ganzes Jahr arbeiten. Diese Menschen erwirtschaften dabei gemeinsam etwa 1,53 Milliarden Euro, wovon rund 530 Millionen Euro an Steuern und Abgaben an den Staat gehen. Eine Milliarde bleibt tatsächlich bei den Arbeitenden übrig.

      Oder anders gesagt: Eine Milliarde ist die geballte Jahresleistung einer mittleren Stadt.

      Und drei Milliarden?
      Da wird es endgültig absurd: Ein einzelner Mensch müsste dafür rund 94.000 Jahre arbeiten. Das entspricht über tausend Menschenleben. Wer also von solchen Summen spricht, spricht nicht mehr von individueller Leistung, sondern von Dimensionen, die nur kollektiv entstehen können.

      Noch eindrücklicher wird es, wenn man das ganze Land betrachtet:

      Österreich hat etwa 4,5 Millionen Erwerbstätige. Wenn jeder von ihnen im Schnitt diese 32.000 Euro netto pro Jahr verdient, ergibt das:

      4.500.000 × 32.000 = 144 Milliarden € netto pro Jahr
      Wenn ein Land eine Milliarde erarbeitet – wer entscheidet eigentlich darüber, wo diese Milliarden landen?

      Und wie hoch ist die Staatsverschuldung? – Niemals können unsere Schulden erarbeitet werden, besonders wenn Milliarden in fremden, mafiosen Staaten versickern – von dort kommt nichts zurück, nur Forderungen nach immer mehr!

      http://www.staatsschulden.at

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