Wer riskiert den dritten Weltkrieg?

Seit vergangenen Freitag, dem letzten Tag des Februars, steht die politische Welt des selbstdefiniert „freien“ Westens wieder einmal Kopf. Grund dafür ist (ebenfalls wieder einmal) Donald Trump und seine unnachahmliche Art, Probleme zu lösen.
Berufene und nicht ganz so berufene Politiker, Staats- und Regierungschefs, Diplomaten, Kommentatoren und die unvermeidlichen Experten und Insider überschlagen sich seither in ihren teils völlig absurden Analysen und sichern in trauter Einigkeit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj Solidarität und Unterstützung bis zum Endsi… – ääähhh…, solange es nötig ist, zu. Und in der angesprochenen Einigkeit verurteilt man auch den US-Präsidenten dafür, daß er Selenskyj in Richtung eines Waffenstillstandes drängen wollte und in kurzen und knallharten Worten verkündete, daß die Ukraine den Krieg gegen Rußland nicht gewinnen kann. „Ruchlosigkeit“ und „Erpressung“ warf man dem US-Präsidenten vor.
Daß dies einer ohnehin schon in Bälde dahin scheidenden deutschen Außenministerin Annalena Baerbock passiert, ist nachvollziehbar. Über die letzten Jahre hindurch hatte sie der staunenden diplomatischen Welt gezeigt, was alles möglich ist, wenn man sich nicht von der Realität, von Kompetenz oder einem Minimum an Fingerspitzengefühl in den eigenen Handlungen beschränken läßt.
(Es folgen Vergleiche von diplomatischen Elefanten in diplomatischen Porzellanläden…)
Doch wie so vieles in der Diplomatie im Speziellen und im Leben ganz allgemein, ist es nicht so einfach und in Schwarz und Weiß, Gut und Böse zu unterteilen und Hunderte Pressemeldungen, wie aus einem Guß, Tausende (unerbetene) Wortspenden von unvermeidlichen Experten werden die Realität auch nicht auf den Kopf stellen.

Und Realität ist, daß sich die diplomatischen Spielregeln des Westens wieder in Richtung Vernunft und Offenheit bewegen. Die Zeiten, in denen die US-Administration über das dubiose USAID politische Meinungen, Gruppen, Personen, sowie Medien und Journalisten bezahlte und dadurch den Meinungskorridor in eine gewisse Richtung lenkte, sind vorbei. Man spricht die Interessen des eigenen Landes wieder offen an. Und Präsident Trumps Interesse ist auf einen einfachen Nenner zu bringen: Was haben die USA davon?
Wenn die USA weiter Partner der Ukraine, von Wolodimir Selenskyj sein sollen, muß dies auf einer guten und sauberen Vertrauensbasis geschehen. Man verlangt ultimative Ehrlichkeit von der Ukraine und seinem Präsidenten. Und man verlangt – was ohnehin das absolute Minimum in solch einer Situation sein sollte – Handschlagqualität. In diesen Kategorien hat Selenskyj in den vergangenen Tagen, Wochen, Monaten und Jahren gegenüber den USA und speziell gegenüber Trump kläglich versagt.

Vergangene Woche verkündete Selenskyj in einer ukrainischen TV-Show, daß er den USA erklären wird, daß er, Selenskyj, die Summe der Hilfsleistungen anders sieht als die USA. In den Vereinigten Staaten geht man von einer Gesamtsumme von etwa 350 Milliarden aus. Eine kaum mehr faßbare Summe, aber in Anbetracht der Munitions- und Waffenlieferungen, wie auch anderer „Dienstleistungen“, wie Satellitenbeobachtung, zur Verfügung stellen von Kommunikationseinrichtungen, und die Ausbildung ukrainischer Truppen, absolut nachvollziehbar.
Zu dieser Summe meinte der ukrainische Präsident, daß sie unrichtig sei. Maximal 100 Milliarden seien an Geldleistungen und anderen kriegswichtigen Gütern an die Ukraine geflossen. Und dann setzte Selenskyj noch eins drauf: Er, Selenskyj, habe allerdings nicht vor, auch nur einen Cent zurückzuzahlen. Denn diese Gelder, Hilfs- und Militärgüter seien Geschenke gewesen.
Das meinte der ukrainische Präsident wenige Tage bevor er in die USA reiste, um sich dort zu Präsident Donald Trump, Vizepräsident J.D. Vance und US-Außenminister Marco Rubio ins Oval Office zu begeben, und dort… Den Rest kennen wir.

Die ukrainische Botschafterin während des hitziger werdenden Gesprächs zwischen Wolodimir Selenskyj mit Donald Trump und J.D. Vance.

Man ist auf der Seite einiger EU-Staaten, sowie bei der britischen Regierung, und vor allem in der EU-Kommission dazu geneigt, dem ukrainischen Präsidenten alles zu glauben, ihm jeden Wunsch mit dem Versprechen selbiges zu erfüllen, zu quittieren und den kleinen Mann im (meist) grünen Sweatshirt zum Helden zu stilisieren.
Als dieser kleine Held in der inadäquaten Garderobe den ehemaligen Marine und Irakkriegsveteranen J.D. Vance anpflaumte und seine militärische Kompetenz in Frage stellte, ging ein Raunen durchs Land.
Und plötzlich war man auf der Seite der USA auch ein wenig direkter in der Sprache mit dem Herrn, der einige Tage zuvor verkündete, daß er keinesfalls beabsichtigte, die auf Kosten der Ukraine angehäuften Schulden auch zu begleichen.
Und Präsident Trump schaltete einen Gang hoch und erklärte Selenskyj klipp und klar, daß er, Selenskyj, mit dem Leben von Millionen Menschen spiele, daß er, Selenskyj, mit dem dritten Weltkrieg spiele.
Kritiker des US-Präsidenten meinen, daß hier maßlos übers Ziel geschossen worden sei. Gewöhnlich gut unterrichtete Personen aus dem Umfeld des POTUS* sehen darin allerdings einen Wink mit dem Zaunpfahl an den ukrainischen Präsidenten:
„Wir, die USA, sehen über die Satelliten, die wir Dir, Selenskyj, zur Verfügung stellen, jede Bewegung in der Ukraine. Wir sehen, was Ihr macht, wir sehen, was die Russen machen. Wir sahen, wer den Staudamm am Dnjepr angegriffen hat. Wir sahen, von wem die Angriffe auf das Kernkraftwerk in Saporischschja kamen und wir wissen auch ganz genau, wer den Sarkophag des explodierten Reaktors im Block 4 in Tschernobyl angriff!“
Längst ist es hinter vorgehaltener Hand eine mehr als plausible These, daß es sich bei den vielen rücksichtslosen und den Weltfrieden gefährdenden Attacken um False-Flag-Aktionen der Ukraine handelt, um den Westen zum militärischen Eingreifen zu bewegen.

Selenskyj-kritisches Graffito in der Ukraine.

Die USA wollen einen Ausgleich für die geleisteten Hilfen und sehen keine realistische Möglichkeit für die Ukraine, diesen Krieg militärisch als Sieger zu beenden. Die USA wollen auch wieder ein entspanntes Verhältnis zu Rußland. Man will wieder in Ruhe mit den Russen leben und nicht ständig zig Milliarden in die Rüstung und in Kriegsanstrengungen stopfen müssen. Man sieht den Handel als gemeinsame Chance zu Frieden und Entspannung. Die kriegslüsterne Geiferei, die von einigen EU-Politkern unter Vorspiegelung moralischer Notwendigkeiten betrieben wird, ist sicher nicht geeignet, ein einziges Leben, egal ob ukrainisch oder russisch, zu retten. Nun will die EU die Lücke füllen, die von den USA hinterlassen wird. Natürlich ohne realistische Aussicht, auch nur im Ansatz das ersetzen zu können, was die USA nun zurückhalten werden. Man darf sehr gespannt sein, wie die Damen und Herren der EU und diverser kriegsbefürwortenden Regierungen reagieren, wenn die als „Kredite“ deklarierten Zahlungen und Leistungen an die Ukraine vom ukrainischen Präsidenten einfach zum Geschenk erklärt werden.


President OThe United States

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