„Person of the Year“ Greta Thunberg

Ein Kommentar


Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
Geschätzte Damen und Herren!

Die voraussehbare Sensation ist eingetreten.
Greta Thunberg, die nunmehr 16jährige Schwedin mit dem strengen Blick ist „Person of the Year“ im TIME-Magazine. Also gar nicht wirklich eine Sensation.



Doch Vorsicht! Keine Legendenbildung! Kein überschäumendes Lob! „Person of the Year“ ist weder ein Preis, noch eine besondere Auszeichnung. Es ist das Attribut für eine Person, die in einem Jahr etwas bewegte, die sehr merklich wahrgenommen wurde. Und das wurde Greta. Vor ihr waren schon Personen mit diesem Titel markiert worden, bei denen man sicherlich keine Auszeichnung im Sinne hatte. – Also Füße still halten und bei der Wahrheit bleiben. Kein Lob. Kein Preis. Keine Auszeichnung. Kein medialer Olymp.

Der PR-Fußabdruck der kleinen Schwedin ist unübersehbar. Das lautstarke Fordern Alles und Jedes und zwar sofort zu ändern ist unüberhörbar.

Aber einmal Klartext:
Das Thema Greta Thunbergs Forderungen ist nicht neu, sondern schon 1992 von einer damals 12jährigen Kanadierin namens Severn Suzuki vor der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro vorgetragen worden. Das mediale Hype war damals jedoch eher gering. Nicht zuletzt deswegen, weil Severns Eltern und deren Umfeld keine PR-Profis wie bei Greta Thunberg waren.
Gerade PR, die breite und vollkommen unkritische mediale Unterstützung wurde und wird Greta oft zum Vorwurf gemacht. Teils zurecht, teilweise auch zu unrecht. Daß man für sein Anliegen mit allen Mitteln Werbung macht, ist absolut nachvollziehbar und sicher legitim. Allerdings wurde aus Greta die Legende eines einzelnen kleinen Mädchens, das im Kampf gegen den kurz bevorstehenden Weltuntergang einsam und entschlossen einen Schulstreik durchführt gebastelt. Das vielköpfige Kamera- und PR-Team, das von der Geburtsstunde der FFF (Fridays For Future) -Bewegung an dabei war, wird verschwiegen. Eine komplett unnötige Legendendichterei. – How dare you!?




Greta wurde zur Galionsfigur einer Bewegung, die einerseits wichtig und richtig ist, andererseits mit seiner selbstgerechten Doppelzüngigkeit nervt. Eine Bewegung von Schulschwänzern fordert Dinge, die weder ökonomisch verantwortbar, noch physikalisch umsetzbar sind. So mancher „Nie wieder CO2!“-Schlachtruf wurde (zumindest in Gedanken) mit einem herzhaften „Geh gefälligst auch Freitags zur Schule!“ beantwortet. Ob Greta Thunberg auch nur ansatzweise Kontrolle über diese sich mehr und mehr verselbständigende Bewegung hat, sei dahingestellt. In manchen Ländern haben sich bereits politische Parasiten eingenistet und so wird bei FFF-Veranstaltungen in Deutschland ganz unverblümt ein kommunistischer Forderungskatalog unter Beifall der Anwesenden heruntergebetet. – Geschichte war wohl am Freitag, gell? Und in Großbritannien bildete sich ein „militanter“ Ausleger namens „Extiction Rebellion“ – „XR“, der in all seiner Überheblichkeit die Bürger ärgert, quält und sekkiert. Unvergesslich die Bilder, als XR-“Aktivisten“ einen Pendlerzug in London blockierten, indem sie sein Dach bestiegen, und die erbosten Fahrgäste die Herrschaften eher unsanft vom Zug holten, damit sie ihren Weg zur Arbeit fortsetzen konnten.
Mit den Argumenten der FFF-Bewegung werden Brandanschläge auf die Fahrzeuge von Kfz-Händlern gerechtfertigt. Die Sache läuft langsam aber sicher aus dem Ruder.




Aber die Legende Greta Thunberg lebt. Angeblich auch in anderen Jahrhunderten, wie manch Wirrkopf zu verbreiten versucht. So wurde ein Foto (Quelle: University of Washington) aus dem 19. Jahrhundert mit einer Person mit Ähnlichkeit zu Greta Thunberg als klarer Beweis dafür hergenommen, daß die FFF-Galionsfigur eine Zeitreisende sein soll.
Etwas zu viel der Legendenbildung.




An den ehrlichen und anständigen Beweggründen Greta Thunbergs sollte in einer ansatzweise zivilisierten Welt mit vernünftiger Gesprächskultur kein Zweifel herrschen. Was daraus gemacht wurde und in welche Richtung sich diese Sache entwickelt, liegt nun in unser aller Hände. Die Dinge nüchtern und realistisch betrachten und mit Augenmaß an Lösungen herangehen. Und die gute Greta Thunberg darauf aufmerksam machen, daß sie ihre Forderungen in Indien und China vortragen sollte.



Es bleibt unspektakulär und unspannend.

Herzlichst!

Ihr

GAZETTE OESTERREICH – Team

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