
(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten
Ein Kommentar.
Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser, es gibt Journalisten, die schreiben Geschichte, und es gibt Journalisten die schreiben Geschichteln. In der Tat, es gibt solche, die ihre Geschichte(n) systematisch zurechtschustern, bis sie in die eigene Erzählung paßt. Walter Duranty, Moskauer Korrespondent der New York Times von 1922 bis 1936, gehörte zur zweiten Sorte – und zwar in Reinkultur. Für seine wohlwollenden Reportagen über Stalins Sowjetunion erhielt er 1932 den Pulitzer-Preis. Während in der Ukraine und anderswo Millionen Menschen verhungerten – Schätzungen sprechen von 3,5 bis 5 Millionen allein in der Ukraine, im gesamten Sowjet-Reich von 5 bis 10 Millionen oder mehr –, schrieb der Mann Sätze wie: „Es gibt keine Hungersnot oder tatsächlichen Hunger, und es wird auch keine geben.“ Oder: „Jeder Bericht über eine Hungersnot in Russland ist heute eine Übertreibung oder bösartige Propaganda.“ Privat wußte er es besser und nannte britischen Diplomaten Zahlen von 7 bis 10 Millionen Toten. Öffentlich blieb er bei der Linie. „Man kann kein Omelett machen, ohne Eier zu zerschlagen“, lautete seine berühmt-berüchtigte Rechtfertigung. Malcolm Muggeridge nannte ihn später den größten Lügner, dem er in fünfzig Jahren Journalismus begegnet sei. Die New York Times – auch ein berühmtes Qualitätsmedium – distanzierte sich erst Jahrzehnte danach von seinen „schlechtesten Reportagen“. Den Pulitzer-Preis behielt er trotzdem. Er wurde ihm nicht aberkannt.
Louis Fischer, Korrespondent der Nation, tanzte denselben Reigen. Auch er leugnete, relativierte, schob die Schuld auf „konterrevolutionäre Nationalisten“ und „Wreckers“ (Plünderer und Saboteure). Trotzki nannte ihn einen Händler von Lügen und direkten literarischen Agenten Stalins. Erst nach dem Hitler-Stalin-Pakt kam die späte Einsicht. Beide standen exemplarisch für eine moralisch verkommene westliche Intellektuellenschicht, die den ideologischen Zweck über die Daten und Fakten stellte. Zugang zum Regime, Status in der eigenen Blase und der Wunsch, nicht als reaktionär zu gelten, wogen schwerer als Leichenberge.
Fast neunzig Jahre später und einige tausend Kilometer weiter westlich erleben wir kein exaktes Remake. Die Dimensionen sind lächerlich kleiner, die Toten fehlen. Aber das Muster? Es lebt und gedeiht prächtig – vor allem in jenen Redaktionsstuben, die sich selbst gern als Qualitätsmedien bezeichnen und sich dabei mit erstaunlicher Begeisterung die Wahrheit zusammenschustern, sobald ein Freiheitlicher ins Visier gerät.
Nehmen wir den Fall der zwei Wohnungen aus dem Jahr 2012. Eine Mitarbeiterin aus dem Büro des damaligen Wohnbaulandesrats Manfred Haimbuchner und eine ehemalige FPÖ-Abgeordnete und Primarärztin erwarben Wohnungen einer landeseigenen gemeinnützigen Gesellschaft in ganz guter Linzer Innenstadtlage, Harrachstraße. Eine davon ein 160-Quadratmeter-Penthouse für 536.000 Euro – rund 3.350 Euro pro Quadratmeter. Die andere, etwa 70 Quadratmeter, kam auf einen Gesamtkaufpreis von rund 230.000 Euro, inklusive zurückzahlbarem Landesdarlehen. Der Standard und willige Nachbeter kochen daraus seither einen Skandal der Extraklasse: „zugeschanzt“, „weit unter Marktwert“, „Luxus-Sozialwohnungen“, Freunderlwirtschaft, Einflußnahme des Wohnbaureferenten. Zahlen wie „44% billiger“ geistern durch den Raum, Hunderttausende Euro Differenz zum „Normalpreis“ werden suggeriert.
Nur: Die Preise waren 2012 in Top-Lage durchaus knackig. Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer nannte für neue Eigentumswohnungen in Oberösterreich durchschnittlich rund 1.988 Euro pro Quadratmeter – aber Durchschnitt ist eben Durchschnitt. In der Linzer Altstadt, revitalisierter Altbau, Dachterrassen, wenige Minuten zum Hauptplatz, lag man deutlich höher. 3.000 Euro und mehr waren keine Schnäppchen, sondern das, was der Markt für solche Lagen hergab. Haimbuchner selbst hat klargestellt: Eine Wohnung war freifinanziert und damit außerhalb der Landeskompetenz. Die Preise marktüblich. Die Genossenschaften und ihre Organe bürgen für gesetzeskonforme Vergabe. Er selbst habe keinen Einfluß genommen – und sei auch nicht dafür zuständig.
Doch Fakten sind für manchen Haltungsjournalisten offenbar optional, sobald ein Blauer im Spiel ist. Plötzlich entpuppen sich blasse und blutleere Gestalten, die ansonsten vor sich hin dilettieren, als Vollblutideologen. Die Feder wird zum Fallbeil, die angebliche Recherche zur Bestätigung des Vorurteils. Hätten die beiden Käuferinnen 2012 hoffnungslos überteuerte Wohnungen erstanden, hätte man ihnen vermutlich ein unangemessen hohes Einkommen unterstellt. So aber gilt: Wer im Nahbereich eines freiheitlichen Wohnbaureferenten lebt und nicht obdachlos ist, macht sich verdächtig. Logik ist hier Fehlanzeige, denn es gibt Ideologie im Überfluß.
Noch absurder wird die Geschichte, wenn man die unterstellte Einflußnahme zu Ende denkt. Sie impliziert, die leitenden Herren der Wohnbaugenossenschaften seien macht- und kraftlose Persönchen, die sich von der Politik auf der Nase herumtanzen lassen. Hanebüchener Schwachsinn. Diese Bosse sind selbstbewußt – und das zu Recht. Sie schaffen Wohnraum, werten bestehenden auf, sichern Arbeitsplätze. Die Vorstellung, ein Politiker könne sie dazu bringen, Wohnungen um Hunderttausende Euro unter Wert zu veräußern, grenzt an Wahnsinn und völligen Realitätsverlust. Wer so phantasiert, hat entweder keine Ahnung vom Geschäft oder will sie nicht haben.
Es ist dasselbe Muster wie bei Duranty: Der politische, der ideologische Zweck steht über den Fakten. Damals die „große Nation im Werden“, heute die moralische Überlegenheit des eigenen Lagers und die Pflicht, den Freiheitlichen eins reinzuwürgen. Damals private Geständnisse von Millionen Toten bei öffentlicher Leugnung, heute die beharrliche Behauptung unter Marktwert, obwohl die Zahlen etwas anderes sagen. Damals der Pulitzer für Verschleierung, heute Qualitätsjournalismus-Förderung und der Nimbus des Wächters der Demokratie – während man sich die Wahrheit zurecht schustert.
Man muß kein Freund der FPÖ sein, um das zu erkennen. Man muß nur noch einen Rest von Respekt vor Daten und Fakten besitzen. Die Medienlandschaft, die Ideologie – gerne als „Haltung“ verkauft – über den tatsächlichen Sachverhalt, über die Wahrheit stellt, wiederholt ein altes, häßliches Muster. Nur daß die Eier diesmal keine Millionen Toten sind, sondern lediglich die Glaubwürdigkeit dessen, was sich noch Journalismus nennt. Das Omelett schmeckt trotzdem grauslich. Und wer es fortwährend serviert, sollte sich nicht wundern, wenn dem Publikum irgendwann der Appetit vergeht.
So nebenbei bemerkt: Neuwahlen wären die anständigste und eleganteste Lösung!
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sonntag!
Bleiben Sie zuversichtlich!
Bleiben Sie uns gewogen!
Bitte unterstützen Sie die heimische Wirtschaft!
Fakten – das bringt keine Quoten, Schlagworte sehr wohl.
„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ etwa – gebetsmühlenartig wird das immer wieder und wieder aufgekocht, ja meine Damen – es gibt einen Kollektivvertrag und selbstverständlich verdient die Frau Dipl. Ing. mehr als eine Genderbeauftragte.
Und – ihr lieben Frauen – kein Militär- und Zivildienst
5 Jahre früher in Pension und die Lebenserwartung ist auch um 5 Jahre höher (in meinem Bekanntenkreis kenne ich nur Witwen, keinen einzigen Witwer) – all das gehört einmal versicherungsmathematisch aufgearbeitet (Einzahlungen und Entnahmen in Pensions- und Gesundheitssystem – aufgeschlüsselt nach Geschlecht männlich/weiblich)
Und jetzt diese unwürdige Diskussion: keine Kinder, zu teuer, zu anstrengend!! Unsere Gesellschaft ist zu faul geworden sich zu reproduzieren! Die Umvolkungsfolgen sind dramatisch – die Hedonisten werden überrascht sein, was da im Alter auf sie zukommt!
Kinder können wir uns nicht leisten – aber schön müssen wir sein
Und dann gibt es noch eine weitere Branche, in der offenbar erstaunlich viel Geld vorhanden ist: die Welt der Schönheit.
Kosmetik, Hautpflege, Düfte, Make-up, Friseure, Nagelstudios, Pediküre, Massagen, Beautybehandlungen – und neuerdings Botox, Filler und andere Formen der ästhetischen Selbstoptimierung.
Allein der österreichische Markt für Kosmetik und Körperpflegeprodukte setzte 2024 mehr als 2,2 Milliarden Euro um. Die Friseurbranche kam 2024 auf rund 924 Millionen Euro Umsatz. Und allein dm Österreich erzielte zuletzt rund 1,37 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Das alles ist selbstverständlich nicht „unnötig“. Körperpflege gehört zum normalen Leben. Aber irgendwo zwischen Zahnpasta und Botox beginnt eine andere Welt: eine Industrie, die uns nicht mehr nur sauber, sondern schöner, jünger, schlanker und vermeintlich perfekter machen will.
Falten werden nicht mehr als Zeichen des Lebens betrachtet, sondern als Fehler, die beseitigt werden müssen. Lippen werden vergrößert, Gesichter geglättet, Körper optimiert. Die Stadt Wien warnt inzwischen sogar vor dem zunehmenden Schönheitsdruck und den Risiken von Botox- und Fillerbehandlungen.
Und nun zurück zur großen Frage unserer Zeit:
„Wir können uns Kinder nicht leisten.“
Wirklich?
Wir leisten uns Hunde und Katzen. Wir leisten uns Zigaretten, Alkohol und Glücksspiel. Wir leisten uns Lieferdienste, Restaurants, Fast Food und abgefülltes Wasser. Und wir geben Milliarden für Kosmetik, Körperpflege und Schönheit aus.
Wir investieren also bereitwillig in Dinge, die uns bequemer, schöner oder kurzfristig glücklicher machen.
Nur die Kinder sind angeblich zu teuer.
Dabei kostet ein Kind etwas, das keine Kosmetik ersetzen kann: Liebeszuwendung!
Vielleicht liegt darin die eigentliche Wahrheit über unsere demografische Krise: Wir können uns offenbar immer weniger leisten, auf uns selbst zu verzichten.
Und genau deshalb wird die nächste Generation zum Luxusgut.
PS: Interessant ist auch die aktuelle Konsumerhebung von Statistik Austria: Bei Alleinlebenden geben Frauen 166,7 % mehr für Körperpflege aus als Männer.
https://www.grosseltern.de/sprueche-weisheiten-ueber-enkelkinder-folge-2/