WERDEN – FROM MICHELANGELO TO…

Die älteste Kunstakademie der Welt – die Accademia delle Arti del Disegno –, die 1563 in Florenz gegründet wurde, und die Kunstakademie Düsseldorf, die seit den 1970er-Jahren des 20. Jahrhunderts zu den innovativsten internationalen Ausbildungsorten für die bildende Kunst zählt, beschäftigen sich in der Sonderausstellung „werden“ mit dem komplexen Werdeprozess von Künstlern in Vergangenheit und Gegenwart. Anhand des Verbums „werden“ geht es um die Präsentation unterschiedlicher Parameter, Wahrnehmungen und Prozesse eines permanenten Werdens des Künstlerischen – jedoch orientiert am institutionellen Ambiente der Kunstakademie.

Am Beginn des Ausstellungsparcours steht die Inszenierung des Künstlergenius Michelangelo Buonarroti in den Anfangsjahren der institutionellen Gründung der Kunstakademie in Florenz unter Großherzog Cosimo I., eine ähnliche Aufmerksamkeit erfährt aber auch in seinem besonderen Erinnerungsjahr der Künstler Joseph Beuys im Zusammenhang mit seinem Wirken an der Kunstakademie Düsseldorf.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit der Präsentation des Florentiner Ausstellungsteils steht, dem besonderen Namen der Florentiner Kunstakademie entsprechend, die Handzeichnung. Besondere Beispiele der Kunst Michelangelos werden hier ebenso ausgestellt wie ein Rundgang durch die folgenden Jahrhunderte mit einem beispielhaften Ausblick auf die Gegenwart.

Immer wieder werden diesbezüglich auch interessante künstlerische Brücken geschlagen, etwa in der Person des Akademikers Cecco Bravo (Francesco Montelatici), der über die Florentiner Akademie als Hofmaler nach Innsbruck gekommen ist und hier auch verstarb.

Ähnliche Zusammenhänge gibt es mit dem akademischen Maler Giuseppe Zocchi und seiner Kooperation mit dem „Opificio delle Pietre Dure“: Diese Steinschnittarbeiten waren ein Lieblingssammlungsobjekt des in Innsbruck verstorbenen Kaiser Franz Stephan von Lothringen. Viele weitere prominente Namen sind bis in die Gegenwart Mitglieder der angesehenen Florentiner Akademie, ein besonderer Hinweis sei auch die erste Frau in dieser Position, die Künstlerin Artemisia Gentileschi.


Junge, von den Professoren ausgewählte, Künstler zeigen hingegen in einer speziell gestalteten Webseite mit dem Titel „Looking Ahead“ einen Ausblick in eine mögliche Zukunft dieses Prozesses. (Betreuung Harm Gerdes)

Ein Veranstaltungsprogramm, das sich in besonderer Weise mit gegenwertigen Aspekten eines künstlerischen Werdeprozesses beschäftigt, rundet das Erscheinungsbild dieser in ihrer Konzeption einmaligen Ausstellung ab.


Zur Ausstellung erscheint eine zweibändige Publikation, die sich sowohl der kunsthistorischen Dimension wie auch der kreativen Herausforderung eines Künstlerbuches stellt (Gestaltung von Prof. John Morgan, Düsseldorf).

Bis 18.04.2022
Di – So, 10:00 – 18:00
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumstraße 15
6020 Innsbruck
https://www.tiroler-landesmuseen.at


Bitte beachten Sie, daß sich durch allfällige Änderungen der Corona-Maßnahmen auch Zutrittsbeschränkungen ergeben können und erkundigen Sie sich zeitnah über solche Regelungen.

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