0punkt Clip – „FREIMAURER & POLITIK: Wer kennt wen im geheimen Netzwerk?“

Willkommen zum Liveclip von Alles Gute Österreich!

Freimaurer, geheime Logen, politische Seilschaften und ein Wiener Bürgermeister, der von nichts wissen will – BITTE WAS? In dieser Ausgabe schauen wir uns die aktuellen Debatten rund um die Freimaurerei, Michael Ludwig und Walter Ruck an.

Besonders spannend: Im Sommergespräch wird Ludwig auf mögliche Verbindungen zu den Freimaurern angesprochen. Die Antwort? Politik in der Loge? Falsch. Aber warum wird eigentlich nicht einfach gefragt, ob jemand überhaupt Freimaurer ist? Und was passiert, wenn Journalisten die entscheidende Frage gar nicht stellen?

Dazu geht es um die Aussagen aus der „Dunkelkammer“, mögliche Männernetzwerke, die mangelnde Transparenz der Logen und die Frage, welche Rolle persönliche und berufliche Netzwerke in Politik, Medien und Wirtschaft spielen können.

Natürlich darf auch Peter Filzmaier nicht fehlen – inklusive einer Diskussion darüber, wie korrekt über Freimaurerinnen und die historischen Verfolgungen durch die Nationalsozialisten berichtet wurde.

Und am Ende bleibt die große 0punkt-Frage: Wenn in einem Verein Politiker, Manager, Medienleute und andere Entscheidungsträger unter dem Siegel der Brüderlichkeit zusammenkommen – ist das einfach ein harmloses Hobby oder doch ein Netzwerk mit politischer Relevanz?

Wir behaupten nicht, dass hinter jeder Logentür eine Verschwörung wartet. Aber wir finden: Fragen darf man ja noch.

Was sagt ihr dazu? Sind solche Netzwerke völlig normal oder gehört bei derartigen Verbindungen endlich mehr Transparenz her?



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Titel-/Vorschaubild: 0punkt

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One thought on “0punkt Clip – „FREIMAURER & POLITIK: Wer kennt wen im geheimen Netzwerk?“

  1. Der „Pate“ sagt wo´s langgeht!

    Warum „einer von uns“ bevorzugt wird – Die psychologischen Ursachen des Gruppenzusammenhalts

    Der Mensch ist ein soziales Wesen. Seit jeher war das Überleben davon abhängig, sich einer Gruppe anzuschließen und zwischen „Wir“ und „den Anderen“ unterscheiden zu können. Was uns heute manchmal als Vetternwirtschaft, Klientelismus oder parteipolitische Freunderlwirtschaft erscheint, hat deshalb auch eine tief verwurzelte psychologische Grundlage.

    Die Sozialpsychologie beschreibt dieses Phänomen als In-Group-Bias: Menschen neigen dazu, Angehörige der eigenen Gruppe positiver zu beurteilen und ihnen eher zu vertrauen als Außenstehenden. Bereits die bloße Einteilung in Gruppen kann ausreichen, um eine Bevorzugung der eigenen Gruppe entstehen zu lassen. Hinzu kommt die soziale Identität: Ein Teil unseres Selbstbildes entsteht daraus, welchen Gruppen wir angehören. Wer „zu uns“ gehört, wird damit auch zu einem Teil unseres erweiterten sozialen Selbst.

    Das erklärt, weshalb politische Parteien, Berufsverbände, Vereine, die Mafia, die Moslems, die Freimaurer oder andere weltanschauliche und gesellschaftliche Netzwerke einen besonders starken inneren Zusammenhalt entwickeln können. Gemeinsame Rituale, Symbole, Sprache, Erfahrungen und gegenseitige Verpflichtungen verstärken das Gefühl: Wir gehören zusammen.

    Daraus kann ein Mechanismus entstehen, der politisch besonders problematisch wird: Der eigene Mann erscheint vertrauenswürdiger als der Fremde – noch bevor seine tatsächliche Leistung beurteilt wurde. Man hilft ihm bei der Karriere, empfiehlt ihn für eine Position, unterstützt seine Kandidatur oder verschafft ihm Zugang zu einem Netzwerk. Der Betroffene muss dabei nicht einmal bewusst korrupt handeln. Oft genügt das psychologische Grundmuster: „Ich kenne ihn, er gehört zu uns, auf ihn kann ich mich verlassen.“

    Auch das Prinzip der Reziprozität spielt eine Rolle. Wer anderen geholfen hat, erwartet – bewusst oder unbewusst – irgendwann Gegenleistung. So können Netzwerke entstehen, in denen Unterstützung weitergegeben wird: Ich helfe dir heute, du hilfst mir morgen.

    Das Problem beginnt dort, wo aus legitimer Gruppenloyalität eine systematische Bevorzugung gegenüber Außenstehenden wird. Dann tritt an die Stelle des Leistungsprinzips die Zugehörigkeit. Nicht mehr die Frage „Wer ist der Beste für diese Aufgabe?“ entscheidet, sondern „Wer gehört zu uns?“ (nur so konnte ein Staplerfahrer Vizekanzler der Republik Österreich werden)

    Damit ist der In-Group-Bias keine Besonderheit einer bestimmten politischen Richtung oder Organisation. Er ist ein allgemeines menschliches Verhaltensmuster. Gerade deshalb müssen demokratische Institutionen Mechanismen entwickeln, die persönliche Loyalitäten begrenzen: transparente Auswahlverfahren, nachvollziehbare Kriterien, Wettbewerb und Kontrolle.

    Der psychologische Befund ist daher nüchtern: Dass Menschen „einen von uns“ bevorzugen, ist natürlich. Eine rechtsstaatliche und demokratische Ordnung muss aber dafür sorgen, dass aus dieser natürlichen Neigung keine Herrschaft der Netzwerke wird.
    Gruppenzusammenhalt ist menschlich – öffentliche Macht nach Gruppenzugehörigkeit zu verteilen, ist politisch gefährlich.

    https://soztheo.de/soziologie/allgemeine-soziologie/soziologie-der-gruppe/

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