Allerhand Unverstand (und noch viel mehr…)

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Geschätzte Damen und Herren, schalten Sie doch ab und zu Fernseher und Radio ein! Und hören Sie und sehen Sie ruhig einmal ein wenig ORF. Nicht weil die Programme so gut sind, sondern, weil Sie ohnehin dafür bezahlen. Inhaltlich ist das Angebot … naja… Sagen wir, es hat sehr viel Luft nach oben. Und wenn es um Politik geht – egal ob in Reportagen oder „nur“ in Nachrichten – ist es bisweilen eine kreative Auslegung der Realitäten, bei dem eher der ideologische Wunsch der Redakteure als die harten Fakten Vater des Gedankens ist. Und deswegen werden Sie höchstwahrscheinlich auch rasch wieder wegschalten…
Aber die Damen und Herren der großen und größeren Medienhäuser stehen ihren Kollegen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk um nichts nach, wenn es darum geht, eine politische Agenda zu verfolgen, ein Narrativ zu erschaffen. Wie das?! Behaupten die denn nicht alle, vollkommen unabhängig und neutral zu sein? Nun, genau das behaupten die Damen und Herren des medialen Mainstream allen Ernstes und reagieren unbeschreiblich verschnupft, wenn man dies in Zweifel zieht.
Daß Journalisten in der Zwischenzeit eine ähnliche Vertrauenswürdigkeit wie Agenten für Kometenversicherungen haben, kommt nicht von ungefähr. Und das journalistische Gesamtwerk dieser Woche spricht Bände!

Kickl hin, Kickl her, … Herbert Kickl hat gesagt… Herbert Kickl hat bis heute nicht gesagt… Dafür, daß der Chef der FPÖ angeblich so uninteressant ist, wird viel Zeit und Energie dafür aufgewandt, ihn in den Medien schlecht zu machen. Und wir schreiben ganz bewußt schlecht zu „machen“! Denn es wurden in dieser Woche ganze Fäßer an Schmutz in seine Richtung geschüttet. Erfundener Schmutz, konstruierter Schmutz, Schmutz, der eigentlich gar keiner ist, … Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wurde ihm irgendetwas Schlechtes nachgesagt. Und kurioserweise wurde aus den roten, schwarzen, ja sogar grünen Ecken, aus denen man vor gut zwei Jahren noch hörte, daß man mit Kickl politisch nicht übereinstimme, er aber ein kluger Mann mit absoluter Handschlagqualität sei, kommen nun Anwürfe mit entgegengesetztem Inhalt.
Halblustige Politik- und Kommunikationsberater ergaben sich in vor Dummheit nur so strotzenden Ferndiagnosen zu den politischen Vorhaben und Kompetenzen der blauen Partei und ihrem Vorsitzenden. Und man erging sich in Vorwürfen, die man mit kruden älteren Vorwürfen begründete, die sich seinerzeit schon als falsch und erlogen herausstellten. Aber das macht scheinbar nichts, weil die zuständigen Redakteure und Moderatoren mit dämlichem Grinsen daneben sitzen und nichts in Frage stellen. Man kann scheinbar wirklich jeden Blödsinn verzapfen und bekommt Sendezeit, wenn es nur irgendwie gegen Kickl und seine Partei geht.

Dabei gäbe es in der Tat wirklich interessante Themen, die ein ambitionierter Journalist bearbeiten könnte. Man muß nicht zwanghaft den PR-Knecht der Regierung und ihrer Verbündeten machen. Ab und zu ein wenig Journalismus, ein bisserl Recherche kann nicht schaden, gell?!
So wurde diese Woche vor dem Linzer Oberlandesgericht gegen den Herausgeber des Online-Magazins report24.news, Florian Machl, prozessiert. Nicht weil er eine im allgemeinen Verständnis als verwerflich geltende Tat begangen hätte, sondern weil er in klaren und harten Worten die Arbeit des Bundespräsidenten in einem Kommentar kritisiert hatte. Er hatte dem Staatsoberhaupt vorgeworfen, er sei eine Mann, der die Verfassung mit Füßen tritt und die Spaltung der Gesellschaft zulässt“. Im ersten Prozess zu diesem Vorwurf wurde Florian Machl bereits freigesprochen, wozu wir uns auch in einem Kommentar unsere Gedanken machten. Doch war man in der Präsidentschaftskanzlei augenscheinlich nicht einverstanden mit dem Urteil und zerrte den Journalisten nochmals vor Gericht, diesmal in die nächste Instanz. Und wieder ein Freispruch. Man sollte sich natürlich darüber freuen, daß man einem Pressevertreter nicht so einfach den juristischen Garaus machen kann. Allerdings sollte man ein paar Gedanken daran verlieren, daß der zu Unrecht beschuldigte Florian Machl nun auf einem Großteil seiner Kosten sitzen bleibt, während das Staatsoberhaupt ohne auch nur einen Cent Prozessrisiko gehabt zu haben, sich locker zurücklehnen kann.

Daß die Justiz unter einer grünen Ministerin so konsequent, ja beinahe verbissen anmutend, gegen einen freien Publizisten vorgeht, aber keinen Haftgrund bei Klimaklebern sieht, die noch während der Festnahme verkünden, ihre Straftat zu wiederholen, kann sich jeder Leser selbst erklären… oder auch nicht.
Auch der seltsam anmutende Sachverhalt, daß die Verschärfung des Kinderpornographiegesetzes so lange dauerte, bis der Teichtmeisterprozess über der Bühne war, gibt zu denken. Die Husch-Pfusch-„Adaption“ des NS-Verbotsgesetzes mit kompletter Sinnentstellung ging dagegen sehr flott.
Auch wäre es für das Parlament und die Öffentlichkeit durchaus einmal interessant zu erfahren, welche Weisungen von der Ministerin an die Staatsanwaltschaften gegangen sind, also wo direkt vom Ministerbüro in die Prozessverläufe eingegriffen wurde…

Es gäbe so viele tolle aufregende Baustellen, an denen sich ein Journalist von Format und einem Funken Berufsethos abarbeiten könnte. Und trotzdem machen unzählige Damen und Herren Kollegen lieber die Arbeit eines PR-Agenten. Pfui, pfui, pfui!

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sonntag!
Bleiben Sie uns gewogen!
Bitte unterstützen Sie die heimische Wirtschaft!


Foto Herbert Kickl © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert