Spannende Fälle und knifflige Fragen

In den nächsten Ausgaben der Gazette Österreich wird der junge Wiener Rechtsanwalt Dr. Burkhard Georg Mötz regelmäßig zu verschiedenen rechtlichen Fragen kurze Tipps geben und uns Einblicke in seinen beruflichen Alltag und die dort auftauchenden rechtlichen Probleme gewähren. Um uns vorab einen Eindruck von seiner Arbeit zu verschaffen, haben wir ihn in seiner Kanzlei in Wien besucht.

ES IST KURZ VOR MITTAG, wir befinden uns an einer der „besten Adressen“ Österreichs, dem Wiener Kohlmarkt im ersten Wiener Gemeindebezirk. Dort befindet sich im „Großen Michaelerhaus“, in dem schon Josef Haydn für einige Jahre wohnte, seit fast hundert Jahren eine Rechtsanwaltskanzlei, in der seit Kurzem auch einer der jüngsten Anwälte Österreichs tätig ist. Wir treffen Burkhard Georg Mötz in seinem geräumigen Büro. Man sieht, dass hier gerade intensiv gearbeitet wird.
Wir nehmen auf einem runden Besprechungstisch neben einem Bücherregal im Büro Platz und da drängt sich in Anbetracht der vielen Bücher und Akten rasch die Frage auf, ob der Anwaltsberuf nicht sehr trocken sein muss. „Keineswegs“, meint Mötz, „ich kann mir kaum einen Beruf vorstellen, in dem es spannender zugeht.“


Auf Nachfrage erzählt Mötz, dass neben den Tätigkeiten in der Kanzlei, wo er beispielsweise Schriftsätze an Gerichte verfasst und Verträge aufsetzt, vor allem das Verhandeln vor Gerichten viel Zeit in Anspruch nehme.
„Das ist für mich aber sicherlich der schönste Teil meines beruflichen Alltags, wenn ich für meine Mandanten vor Gericht kämpfen kann. Das ist aus meiner Sicht der Kern des Anwaltsberufs, das Verhandeln. Ob bei Gericht oder außerhalb“, erzählt Mötz. Auf unsere Nachfrage, auf was es bei solchen Terminen bei Gerichten besonders ankommt, erklärt er uns, dass vor allem die intensive Vorbereitung, die genaue Kenntnis des Falls sowie von dessen rechtlichen Grundlagen und eine gute Portion an Schlagfertigkeit, Einfallsreichtum und Selbstbewusstsein notwendig seien, um die oftmals unerwarteten Wendungen, welche eine Gerichtsverhandlung nehmen kann, bestmöglich zu meistern.
„Man darf sich das Ganze aber nicht wie in einer amerikanischen Anwaltsserie vorstellen, nicht als pompöse Show mit Anwälten die mehr Schauspieler als Juristen sind und mit einer rhetorisch geschliffenen Schlussplädoyer jeden noch so aussichtslosen Fall gewinnen können“, ergänzt er. In der österreichischen Realität seien Gerichtsverhandlungen meist wesentlich sachlicher und weniger theatralisch, als man sich dies aus dem Fernsehen erwartet.
Auch sonst seien die Fälle in aller Regel nicht annähernd so glamourös, wie man das als Fan amerikanischer Anwaltsserien vermuten möchte: „Die meisten Menschen die zu mir kommen, sind ganz normale Leute mit ganz normalen Problemen. Vom Unternehmer bis zum Bauarbeiter, vom Arzt bis zur Reinigungsdame ist da alles dabei.“ Dementsprechend unterschiedlich sind die Fälle, von denen uns der engagierte Anwalt erzählt: Kündigungen, Streitereien mit Versicherungen oder Behörden, Autounfälle und Schadenersatz sind nur einige der Beispiele, die er nennt.


Die Breite der Aufgabengebiete erklärt auch die lange Ausbildung die notwendig ist, um als Rechtsanwalt tätig sein zu dürfen. Neben dem Jusstudium und der Gerichtspraxis muss man als Rechtsanwaltsanwärter mehrere Jahre bei einem Anwalt so zusagen „in die Lehre gehen“, um dann auch noch die Rechtsanwaltsprüfung zu absolvieren. Auf diese Ausbildung angesprochen erfahren wir vom Junganwalt, dass man sich auch als „fertiger Rechtsanwalt“ keineswegs zurücklehnen kann, wenn man seine Mandanten kompetent beraten und vertreten möchte: „Lebenslange juristische Fortbildung ist ganz wesentlich, um rechtlich immer am neuesten Stand zu sein und sein Wissen auch in Rechtsgebieten, mit denen man im anwaltlichen Alltag weniger zu tun hat, zu erhalten.“
Wir wollen wissen, was er unseren Leserinnen und Lesern als ersten Tipp mit auf den Weg gibt. Mötz: „Bei absehbaren Problemen, egal ob privat oder beruflich, empfehle ich immer sofort einen Anwalt zu konsultieren, um eine Einschätzung der Sachlage zu erhalten. Oftmals können bereits beim ersten Gespräch Probleme im Keim erstickt werden. Jedenfalls ist es aber so, dass seriöse Anwälte, die nicht auf endlose Rechtsstreitigkeiten aus sind, ihren Klienten sehr viel Geld sparen. Ich kann nur den Tipp geben: Suchen Sie von Anfang an den rechtlichen Rat bei einem Profi und nicht übers Internet.“

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