Ikonen und ihre Kopien

Motorjournalistenlegende Jeremy Clarkson in einem Eagle Spyder. © BBC

Es ist immer heikel, wenn man an Meisterwerken etwas zu ändern versucht. Keiner käme auf die Idee, der Mona Lisa eine zeitgemässere Frisur zu malen. Aber wie sieht das bei Kunstwerken der Automobilgeschichte aus? Nun, die wurden ja gottseidank nicht als Einzelstücke gefertigt.



Singer Vehicle Design mit Sitz in Los Angeles baut nicht nur eine Ikone nach oder um, sondern setzt den Traum den der Firmaninhaber Rob Dickinson vom 911er Porsche hat, in die Realität um. Heraus kommt ein Mix aus Jahrzehnten eines genialen Fahrzeugs mit jeder Menge. „Everything is important“ lautet das Firmenmotto und man versucht tatsächlich jedes einzelne Teil, jeden noch so kleinen Aspekt nach den eigenen Vorstellungen zu verbessern. Der Motor – klassisch luftgekühlt – wird überarbeitet und leistet bis zu 500 PS. Das Chassis wird teilweise mit Nachbauten aus Kohlefaser ersetzt. Das spart Gewicht. Fahrwerk abgestimmt, Bremsanlage „verschärft“ und breitere Reifen.
Im Innenraum, aber auch im eher eng bemessenen Kofferraum tobt man sich detailverliebt aus. Nichts bleibt unbeachtet, und trotzdem hat das Monster klassisches 911er Flair. Man atmet Porscheluft. Am Ende weiß man nicht, ob das Fahrzeug nun ein Plagiat, ein Nachbau oder Umbau ist. Auf jeden Fall etwas, worauf auch Porsche stolz sein kann, obwohl das Unternehmen nichts damit zu tun hat.



Lotto-Sechser gemacht? – Die „re-imagined 911“ gibt es ab ca. US$ 500.000,– und findet man auf http://singervehicledesign.com .



Ein bißchen weniger brachial geht man das Thema bei der englischen Automanufaktur Eagle an: Hier wird der wunderschöne Jaguar E-Type auf moderne Beine gestellt. Ein verbesserter 4,7l-Aluminium-Motor mit Direkteinspritzung und 330 PS mit 5-Gang-Schaltgetriebe. Eine Aluminiumkarosserie, verbessertes Fahrwerk, Scheibenbremsen, groß wie Wagenräder. Alles auf neuestem Stand der Technik, ohne das Ambiente eines E-Types der 1960er aufzugeben. So wird der Wagen, der vom geneigten Kunden zuvor gekauft werden muss, von Grund auf neu aufgebaut. Was sich nicht restaurieren lässt, wird durch hochwertigen Nachbau ersetzt. So macht auch der Innenraum den Eindruck, als müßte Jerry Cotton, der wohl berühmteste E-Type-Fahrer jeden Moment einsteigen, um mit Vollgas Superschurken zu jagen.



Rund € 800.000,– und den zum Umbau benötigten Jaguar E-Type benötigt man, wenn man sich dieses Vergnügen gönnen will. Zu bestaunen sind die Kunstwerke unter anderem auf https://www.eaglegb.com.

Ziemlich rücksichtslos ging Lyonheart Cars Ltd mit dem Jaguar E-Type um. Auf Basis des Jaguar XK wurde ein Fahrzeug gefertigt, dessen Form bestenfalls vom Vorbild inspiriert war. Im Prinzip ein kostümierter XK. Jedoch mit einem Preis von € 360.000,– (ohne Steuern) vergleichsweise günstig. 5L-V8 mit 575 PS von Jaguar.



Nicht jede Hommage an eine automobile Ikone muß gelungen sein.
Mehr dazu bei https://www.lyonheart.com oder http://www.classicfactory.ch/lyonheart.

Titelbild
© BBC
Bilder
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