Liebe Leserinnen, liebe Leser! Geschätzte Damen und Herren!

©Rainer Kwiotek

UNLÄNGST GELANGTE in unsere Redaktion ein Mail eines Lesers mit der Frage: „Warum findet man in Ihrer Zeitschrift keine Politik, obwohl Sie ein Magazin für ‚Freizeit, Kultur, Politik und Wirtschaft sind?“
Nun das ist es ganz einfach: Schon wer sich über die Preiserhöhung von einem Kilogramm Brot äußert, artikuliert sich politisch. Die Politik dringt in alle, noch so unwichtig erscheinenden Lebensbereiche vor. Und jede mit dem Vorschlag einer Veränderung – und hoffentlich Verbesserung – des Lebens in unserer Gesellschaft verbundene Äußerung ist eine zutiefst politische Aussage. Allerdings behandeln wir die Themen unter dem Aspekt der Sachpolitik und nicht der Parteipolitik. Für uns spielt es keine Rolle, welche Partei eine Sache vertritt, solange diese richtig ist.
Und ehrlich gesagt macht eine Berichterstattung über den Vorwahlkampf und Wahlkampf in Österreich derzeit keinen Spaß. Auch inhaltlich ist nicht viel drin. Man wurde bislang nicht müde, sich gegenseitig Vorwürfe an den Kopf zu werfen.
Und da war es auch egal, wie haarsträubend dumm teilweise die Unterstellungen waren. Ein Schauspiel, von dem man lieber nicht berichten will, da es sich um eine immer größere Anhäufung von vagen Vermutungen gepaart mit bösen Mutmaßungen handelt. Und all dies garniert mit den Resultaten von angeblich seriösen, und ganz dringend notwendigen Umfragen.
Apropos Umfragen: Laut Umfragen ist der Klimaschutz (früher nannte man das noch Umweltschutz) das bewegendste Thema der Österreicher und wird höchstwahrscheinlich maßgeblichen Einfluss auf die Nationalratswahl am 29. September haben. Nicht Arbeitsplätze, das sich weiter anspannende Verhältnis zwischen der EU und Russland, nicht der nicht ausrottbare islamistische Terror, nicht die anrollende neue Migrationswelle, nicht die von vielen Politikern zuckersüß verpackt angekündigten Steuererhöhungen, sondern das Klima, also das über längeren Zeitraum beobachtete Wetter, bewegt die Menschen.

Obwohl dieses Thema die Menschen so sehr bewegt, wird aber vergleichsweise wenig recherchiert und berichtet. Greta Thunbergs Ankunft in New York war führenden Nachrichtensendern im deutschsprachigen Raum stundenlange Live- Schaltungen nach Übersee wert. – In den USA selbst war dieses Thema den Menschen egal. Erheblich weniger mediale Aufmerksamkeit erfuhr der äthiopische Premierminister, der vor Wochen eine Aufforstungsaktion startete, bei der das ganze Land anpackte und an einem Tag 350 Millionen Bäume gepflanzt wurden. Ziel der Aktion ist, bis Ende Oktober vier Milliarden Bäume in Äthiopien zu pflanzen. Ein unbeschreiblich weitblickender Kraftakt gegen die weitere Vertrocknung, Verödung und Versteppung des Landes. Live-Schaltungen? Medialer und politischer Applaus? Fehlanzeige!


Laut einer unlängst veröffentlichten Studie einiger Forscher der ETH Zürich könnte (und sollte) man weltweit eine Fläche von 9 Millionen Quadratkilometern aufforsten, um CO2 zu binden. 9 Millionen Quadratkilometer entsprechen ungefähr der Größe der USA! Den moderierenden Einfluss einer solchen Fläche auf klimatische Spitzen braucht man hier nicht zu erwähnen. Live-Schaltungen? Medialer und politischer Applaus? Fehlanzeige!
In unserer Septemberausgabe beschäftigen wir uns daher sehr bewusst mit einem kleinen Aspekt des Themas Klimaschutz: Nämlich damit, was bereits getan wird!
Daneben gibt es wieder Interessantes zum Thema Kultur und Unterhaltung.
Und wir schließen uns dem Österreichischen Roten Kreuz an und appellieren an die Menschen, sich im Bereich „Erste Hilfe“ fit zu halten. Was uns im Herbst schmecken wird, wissen wir natürlich auch schon heute. Viele Themen. Viel Interessantes.

Also gibt es keinen ansatzweise vernünftigen Grund, die interessanten und amüsanten Themen mit Parteipolitik in seiner niedersten Form, nämlich im Wahlkampfmodus, zu verderben.
In wenigen Wochen hat Österreich gewählt, und einige Wochen später, wenn alles gut geht, eine neue, hoffentlich gute Bundesregierung. Bis dahin hat uns der Spätsommer samt Schulbeginn und den zurückkehrenden morgendlichen Staus fest im Griff.

Auf jeden Fall wünschen wir Ihnen jetzt einmal viel Vergnügen beim Lesen, Blättern, Schmökern …
Herzlichst!
Ihr
GAZETTE ÖSTERREICH-Team

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