Das wird jetzt picksen!

© Pixnio

Die Grippesaison neigt sich dem Ende zu und die Zeit von Zecken, den allseits unbeliebten Blutsaugern beginnt. Zwei passende Stichworte zum Thema Impfen.
Doch was steckt nun dahinter? Derzeit stehen Impfstoffe gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten zur Verfügung. Weitere Impfstoffe gegen einige bedeutsame Infektionskrankheiten und gegen chronische Infektionen, die Krebs begünstigen, sind derzeit in Entwicklung.



Masern, Röteln oder Windpocken galten bis vor kurzem in unseren Breiten als ausgerottet, als endgültig überwunden. Nun hat eine globalisierte Welt neben den bekannten Chancen und Risiken auch den Nachteil, daß Krankheiten ihren Weg über viele Tausende Kilometer finden können und werden. Und so tauchten die bereits totgeglaubten Krankheiten wieder mitten in Europa auf. Seit den 1990ern sahen viele junge Eltern nicht mehr den Bedarf ihre Kinder gegen vermeintlich ausgestorbene Krankheiten impfen zu lassen und dieser Trend setzte sich immer stärker werdend bis heute fort.

Nicht immer seriöse Autoren führten einen mit beinahe religiösem Eifer geführten Kampf gegen die Pharmaindustrie und ihre Produkte, allen voran deren Impfstoffe. Man kann getrost sagen, daß die von diesen Impfgegnern teilweise aufgestellten Behauptungen entweder dumm oder bösartig waren und sind. Einerseits wurde der Zusammenhang zwischen einer verschwindenden Krankheit mit der hohen Immunisierung der Bevölkerung nicht in Betracht gezogen, ja teilweise sogar geleugnet, andererseits wurden Nebenwirkungen erfunden, und einzelnen Wirkstoffen zugeordnet. Traurige Berühmtheit erlangte hier wohl die hartnäckige Behauptung, Masernimpfungen bei Kleinkindern würden zu Autismus führen. Millionen Euros flossen nun in Studien mit Tausenden betroffenen Kindern, um diese offensichtlich aus der Luft gegriffene Behauptung mit wissenschaftlichen Mitteln zu widerlegen. Auf diesem Wege verteuern diese Impfgegner auch noch die Forschung an Medikamenten zur Immunisierung.

Impfstoff  vorher
(Jahr) 
nachher
(Jahr) 
Diphtherie 175.885 (1922) 1 (1998)
Haemophilus Influenzae B 20.000 (1982) 54 (1998)
Keuchhusten 147.271 (1925) 6.279 (1998)
Masern 503.282 (1962) 89 (1998)
Mumps 152.209 (1968) 606 (1998)
Pocken 48.164 (1904) 0 (1998)
Röteln 47.745 (1968) 345 (1998)

Auch Österreich blieb nach einigen tragischen Krankheits- ja sogar Todesfällen nicht unberührt von dieser Diskussion. Und man animierte die Eltern, nun wieder ihre Kinder schützen zu lassen. Um eine entsprechende Immunisierung, die sogenannte Herden-Immunität aufzubauen, benötigt es bei den meisten Infektionskrankheiten eine Durchimpfungsrate von ca. 90%. Bei den hochansteckenden Masern sogar 95%. Sobald dieser Wert erreicht ist, wird man in unseren Breiten wieder von einer ausgestorbenen Krankheit sprechen, was an sich die Zielsetzung sein sollte, ohne jedoch zu vergessen, daß die Krankheit nicht tot, sondern nur k.o. Geschlagen ist.
Während in anderen Ländern auf Impfplicht zur Erreichung dieses Standes gesetzt wird, hat man bei uns den Weg der Aufklärung und Information gewählt. – Verantwortung statt Verpflichtung!
Schließlich sollte es im 21. Jhd. Wirklich nicht mehr nötig sein, daß man von Spritzen oder Seuchen Angst haben muß.

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