Wie die EU wurde was sie ist Geschichte der Gemeinschaft

Die Geschichte der heutigen EU ist länger als so mancher denkt und sie ist erheblich einfacher als es manchen Damen und Herren lieb ist.
1951 wurden die Verträge zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl EGKS, auch Montanunion genannt, unterzeichnet. Die Unterzeichner, Frankreich, die Beneluxstaaten, Westdeutschland und Italien vereinbarten den zollfreien Verkehr der für den nach dem Kriege wichtigen Wiederaufbaus nötigen Rohstoffe Kohle und Stahl. Die Idee war nicht neu, sondern basierte auf dem Kartell der Festländischen Rohstahlgemeinschaft von 1926 – 1931, bzw. der internationalen Rohstahlgemeinschaft von 1933 – 1939. Die Legende, daß die gemeinsame Kontrolle der kriegswichtigen Güter so den Frieden sichern sollte und die EU somit schon in der Gründung eine Friedens- und Wertegemeinschaft wäre, ist damit wohl eindrucksvoll widerlegt.



Es ging um Aufbau, Handel und Wohlstand. – Weitaus größere Garanten für nachbarschaftlichen Frieden als man damals ahnte.

Diese sechs Staaten gründeten 1957 mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG. Ebenfalls 1957 wurde wieder von genau diesen sechs Staaten die Europäische Atomgemeinschaft EURATOM gegründet.



Die einzelnen Staaten blieben ohne Einfluß von außen in Sicherheits-, Innen-, Außen-, Steuerpolitik und anderen Bereichen. Es gab keine Kommission, die von oben in die Staaten hineinregierte. Dies endete 1967, als man gemeinsam beschloß, eine Kommission und einen Rat für die Gemeinschaften einzurichten. Die Taufstunde der EG.
Es folgte die „Norderweiterung“ 1973 mit dem Beitritt des Vereinigten Königreichs, Dänemarks, Irlands und Norwegens.

Ab 1979 beschleunigten sich die Schritte der Europäischen Gemeinschaft EG. Das Europäische Wirtschaftssystem EWS wurde eingeführt. – Ein Wirtschafts- und Währungssystem, das ursprünglich dem Abdämpfen von Wechselkursschwankungen innerhalb der Gemeinschaft dienen sollte und schlußendlich in der Einführung des EURO endete.
Ebenfalls 1979 fand die erste Direktwahl des Europäischen Parlaments statt. Insofern hat die Gemeinschaft gar keine so lange demokratische Tradition, was man als Bürger an vielen Stellen fühlt und von den Kritikern wiederholt bemängelt wird.



1981 trat Griechenland bei. Spanien und Portugal folgten 1986. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 und dem Fall des eisernen Vorhangs waren sämtliche politischen und wirtschaftlichen Karten Europas neu gemischt worden. So folgten 1995 auch Finnland, Schweden und Österreich nach in die EG, die sich mit dem Inkrafttreten der Maastrichter Verträge 1993 in die Europäische Union EU gewandelt hat. Zusätzlich zu den Wirtschaftsbelangen waren Agenden der inneren und äußeren Sicherheit zu Themen der Gemeinschaft geworden. Eine Herkulesaufgabe, die bis heute nicht befriedigend bewältigt wird.
2004 folgten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und die Republik Zypern in die EG/EU nach; 2007 Rumänien und Bulgarien. Mit den Lissaboner Verträgen, weiteren Verpflichtungen im Bereich der inneren und äusseren Sicherheitspolitik war die EU an ihrem heutigen Stand angekommen. Dieser scheint mit dem Brexit in Frage gestellt. Man wird sehen, ob die Institutionen der EU aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

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