BREXIT

Tag 1 danach!

Heute ist der erste Tag der Briten ohne EU. Nach langem und zähen Ringen wurde nun ein Vertrag zur Abstimmung gebracht und befürwortet, der den „Hard BREXIT“ vermeidet. Bis Ende des Jahres bleibt Großbritannien in der Zollunion. In dieser Zeit sollen auch weitere Bereiche des Austritts verhandelt werden.

Die oft beschworenen Welt-, oder zumindest Inseluntergangsszenarien scheinen nicht einzutreten. Aktuelle Satellitenbilder belegen: Die britischen Inseln sind noch da. Sie sind nicht einmal ein wenig abgerutscht.



Niemand flüchtet aus Großbritannien. In einzelnen Bereichen scheint sogar das Gegenteil der Fall zu sein. Einige Unternehmen von Weltrang überlegen nun, ihre Europazentralen aus dem überregulierten EU-Raum auf die Insel zu verlegen.

Heiß her ging es zum Ende doch noch im EU-Parlament. Und neben heulenden, weil aus ihren hochdotierten Posten scheidenden britischen Abgeordneten, gab es auch die BREXIT-Befürworter, die noch einmal ihre Stimme erhoben. Bemerkenswert war vor allem die Rede von Nigel Farage, der in wenigen harten Worten das „WARUM?!“ zum BREXIT eindrucksvoll beantwortete:
Man hatte einen gemeinsamen Markt gewollt, und dem sei man auch beigetreten. Man wollte keine neue Fahne, keine neue Hymne und keine neue Armee. Großbritannien hat sich entschieden und das sei zu akzeptieren. – Nicht wie zuvor bei anderen Gelegenheiten, als man in Mitgliedsländern die Volksabstimmungen so lange wiederholen ließ, bis der EU das Abstimmungsergebnis paßte. Man will sich nicht mehr schikanieren lassen – „No more being bullied!“ – Man sehe die EU und ihre Institutionen nicht nur als undemokratisch, sondern als antidemokratisch! Mit den Ländern und Völkern Europas wolle man auch in Zukunft in Frieden und Freundschaft leben. Man liebe Europa, aber man hasse die EU.



Starker Tobak, der zu denken geben sollte!
Zum Ende der Rede erhoben Nigel Farage und die Abgeordneten seiner Partei, nahmen kleine britische Fahnen und winkten zum Abschied. Dies nahm die Vorsitzführende McGuinness (Europäische Volkspartei, Irland) zum Anlaß, Farage das Mikro abzustellen und auf das Verbot dieser nationalen Symbole im Sitzungssaal hinzuweisen. – Als ob sie die Vorwürfe der BREXIT-Befürworter noch dick unterstreichen wollte.



Es macht tatsächlich den Eindruck, daß diese EU mit ihren komplexen Institutionen, mit ihren Arbeitskreisen für Gurkenkrümmungen und Glühbirnen, längst keine Serviceorganisation für den besser funktionierenden Handel zwischen den Völkern sein will. Man zeigt offen Verachtung für die Symbole der Mitgliedsländer, indem man deren Zurschaustellung verbietet. Man will diese Zeichen staatlicher Souveränitäten durch EU-Symbolik ersetzen. Und das macht eben doch mehr aus, als man ursprünglich annahm. Ganze Länder wehren sich.

Großbritannien wird es überleben. Sie haben die Erfahrung, wie es mit einem Weltreich ausgeht, wenn aus einer kleinen Gruppe Menschen heraus, über die Köpfe von vielen Millionen ohne Rücksichtnahme hinwegregiert.
Ob die EU mit seinen Institutionen daraus lernt, sich wieder um die Kernaufgaben kümmert, statt einen neuen Superstaat zu basteln, wird sich zeigen. Zweifel sind noch erlaubt und auf jeden Fall angebracht.

Farewell Great Britain!

Bilder:
EU-Parlament, Sitzungssaal: © wikimedia / Paasikivi / cc by-sa 4.0
Nigel Farage: © flickr.com / Gage Skidmore / cc by-sa 2.0

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