
Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Sir Patrick Stewart, dem großen britischen Schauspieler, der am 28. Oktober 2026 im Alter von 86 Jahren in seinem Haus in Los Angeles verstorben ist. Er starb nach einer kurzen, bewegenden Zeit mit Alzheimer und Lewy-Körperchen-Demenz, umsorgt von seiner geliebten Ehefrau Sunny Ozell sowie Familie und Freunden – umgeben von Musik, Gebeten, Tränen und Lachen, wie seine langjährige Sprecherin mitteilte.
Geboren am 13. Juli 1940 in Mirfield in Yorkshire als Sohn einer Weberin und eines ehemaligen Soldaten, wuchs Stewart in bescheidenen, oft schwierigen Verhältnissen auf. Die Bühne wurde ihm früh zum Zufluchtsort. Nach dem Besuch der Bristol Old Vic Theatre School und Jahren im Repertoire-Theater trat er 1966 der Royal Shakespeare Company bei. Dort entwickelte er sich über Jahrzehnte zu einem der bedeutendsten Shakespeare-Darsteller seiner Generation – mit Rollen wie Macbeth, Shylock, Prospero, Claudius oder Mark Anton. Er erhielt zwei Laurence-Olivier-Awards und spielte bis ins hohe Alter auf den großen Bühnen, unter anderem gemeinsam mit seinem Freund Sir Ian McKellen.
Weltberühmt wurde er jedoch durch die Rolle des Captain Jean-Luc Picard in „Star Trek: The Next Generation“ (1987–1994). Mit seiner sonoren Stimme, seiner Würde und seiner humanistischen Haltung prägte er den Kapitän der Enterprise und verkörperte Ideale von Vernunft, Mitgefühl und Fortschritt. Er kehrte in vier Kinofilmen und der Serie „Star Trek: Picard“ (2020–2023) zu der Figur zurück. Als Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen (ab 2000) schuf er eine weitere ikonische Gestalt – einen weisen, telepathischen Mentoren, den er bis zuletzt, auch in „Avengers: Doomsday“ (2026), verkörperte.
Stewart war weit mehr als ein Genre-Star. Er verband klassische Theaterkunst mit populärer Unterhaltung, spielte in Komödien und Dramen, sprach Hörbücher und setzte sich als Philanthrop für Opfer häuslicher Gewalt, Menschenrechte und die Künste ein. 2010 wurde er von Queen Elizabeth II. zum Knight Bachelor ernannt. 2023 erschien seine Autobiografie „Making It So“.
Hinterblieben sind seine Frau Sunny Ozell sowie die Kinder Daniel und Sophie aus erster Ehe. Sir Patrick Stewart hinterlässt ein Vermächtnis von Anstand, Intelligenz und Menschlichkeit – auf der Bühne, auf der Brücke der Enterprise und im Herzen unzähliger Menschen. Er wird uns fehlen. Ruhe in Frieden, Captain.