Vom V8 zum Brennstoffzellensystem: BMW Group Werk Steyr baut Produktion für Wasserstoff-Antriebe auf

Im BMW Group Werk Steyr wird die ehemalige V8-Produktion zur Montage für Wasserstoff-Antriebe: Der Umbau läuft, Anlagen sind in Vorbereitung, erste Mitarbeitende werden bereits geschult.


Der Einstieg in die Wasserstoff-Technologie im BMW Group Werk Steyr nimmt Gestalt an: Nach der Ankündigung 2025 laufen die Umbauarbeiten für die Serienproduktion, sowie die Industrialisierung des Brennstoffzellensystems. Das Werk investiert dafür zunächst bis zu 50 Millionen Euro. Die Vorserie startet 2027, die Serienproduktion 2028.

Werksleiter Harald Gottsche: „Die Wasserstoff-Technologie ist ein zentraler Baustein unserer technologieoffenen Antriebsstrategie. Mit dem Aufbau der Produktion in Steyr schaffen wir die Voraussetzungen, um auch künftig flexibel auf unterschiedliche Kundenanforderungen reagieren zu können.“

Produktionsanlagen nehmen Gestalt an
Damit der völlig neue Antrieb künftig in Steyr produziert werden kann, muss das Produktionssystem neu erdacht und umfassend angepasst werden. Das Planungsteam des BMW Group Werk Steyr hat die neuen Produktionsanlagen bereits fertig konzipiert. Zum Teil sind die Anlagen, wie etwa eine neue Fügestation für den ersten Montageschritt, schon im Entstehen. Sie werden über den Sommer bei großteils oberösterreichischen Lieferanten aufgebaut und voraussichtlich im Winter ins Werk Steyr transportiert und dort installiert.

Umbau der Produktionsfläche: neues, flexibles Montage-System
Die ehemalige V8-Produktionsfläche im Werk Steyr wird seit April auf die neuen Anlagen vorbereitet: „Wir können auf einer soliden Ausgangsbasis aufbauen. Wir nutzen die bestehenden Strukturen der bisherigen V8-Manufaktur und gestalten diese gezielt für die künftige Produktion der Brennstoffzellensysteme um. Dabei entsteht ein völlig neues Produktionssystem, in dem einzelne Stationen und Elemente umfassend erneuert werden müssen,“ erklärt René Abfalter, verantwortlich für die Planung der Brennstoffzellensystem-Montage im Werk Steyr.

Flexibilität spielt im neuen Montagebereich eine besonders wichtige Rolle. Ein einfaches Beispiel: Der Transport der Brennstoffzellen erfolgt nicht mit klassischen Förderbändern oder einer Verkettung, sondern mit sogenannten Workflow-Linern. Das sind Transportwagen, auf denen die Antriebe flexibel von Montagestation zu Montagestation weitergefahren werden. Diese Workflow-Liner werden aktuell umgebaut und mit einem neuen Halterungs-Arm speziell für das Brennstoffzellensystem ausgestattet.

Erste Teams werden qualifiziert
„Mit der zukünftigen Produktion des Brennstoffzellensystems erwartet uns ein Produkt, das wir in Steyr noch nie gebaut haben. Ein wesentlicher Aspekt sind hierfür unsere hochqualifizierten, erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einige von ihnen werden schon jetzt im Kompetenzzentrum in München für die Fertigung der Brennstoffzellensysteme geschult,“ betont Niklas Berberich, Leiter der Brennstoffzellensystem-Montage im Werk Steyr. Künftig werden rund 50 Beschäftigte in der Produktion tätig sein.

Entwicklung und Industrialisierung laufen auf Hochtouren
Die Entwicklung im Werk Steyr läuft unterdessen weiterhin auf Hochtouren: Das Entwicklungszentrum übernimmt die Industrialisierung des gesamten Systems, das heißt die Entwicklungsleistungen, die für die spätere Serienproduktion nötig sind. Die Prüfstände sowie die Wasserstoff-Infrastruktur dafür wurden bereits 2025 in Betrieb genommen und werden nun kontinuierlich erweitert. Durch ständige Optimierungsschleifen – virtuell, am Prüfstand und im Fahrzeug – bringt das Entwicklungs-Team den Antrieb zur Serienreife.

Künftige Bedeutung von Wasserstoff 
Die BMW Group ist überzeugt: Wasserstoff ist ein Energieträger, der eine wichtige Rolle bei der weltweiten Dekarbonisierung spielen wird. Die Brennstoffzellentechnologie ergänzt bestehende Antriebsformen wie batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Verbrennungsmotoren. Ab 2028 wird der neue X5* erstmals auch mit Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie verfügbar sein.

Der oberösterreichische Landesrat für Wirtschaft, Energie und Forschung, Markus Achleitner, betont: „Es hat sich eindrucksvoll erwiesen, dass BMW mit seiner technologieoffenen Ausrichtung im Bereich der Antriebssysteme einen strategisch richtigen Weg eingeschlagen hat. Denn auch die Mobilitätswende braucht Vielfalt statt Einseitigkeit. Gerade in Oberösterreich bilden wir als Future Mobility Region eine Vielzahl an Fahrzeugkategorien und Anwendungsfällen für die Mobilität der Zukunft ab. Dafür braucht es keine Einheitslösung, sondern maßgeschneiderte Technologien für vielfältige Anforderungen. Es ist sehr erfreulich, dass am BMW-Standort Steyr zusätzlich zu den Investitionen in Höhe von 1 Milliarde Euro in die E-Mobilität nun auch die Produktion von Wasserstoff-Antrieben vorbereitet wird. Denn das stärkt nicht nur BMW Steyr nachhaltig, sondern eröffnet darüber hinaus dem gesamten Automobil-Standort Oberösterreich neue Zukunftsfelder.“



Fotos © BMW Group

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