Bauernkriege 2.0

Für die Bauernkriege 1524/1525 wurden Sonderausstellungen eröffnet. Und einige TV-Sender wollen einen Programmschwerpunkt auf dieses Thema legen. Ob die öffentlich-rechtlichen Sender diesen Schwerpunkt nun auch wirklich umsetzen, ist fraglich. Denn sie stehen augenscheinlich mehr auf der Seite der Mächtigen als auf der Seite der Bauern.
Es gibt wieder Bauernaufstände im deutschen Land. Und diesmal nicht regional begrenzt, sondern bundesweit. Der bisherige Höhepunkt war der Streiktag am 8. Januar, an dem neben den Landwirten auch viele andere Branchen, Selbständige wie Unselbständige die Arbeit niederlegten.
Nach unzähligen Auflagen, Regulierungen, die ein ansatzweise rentables Wirtschaften als Landwirt „erschwerten“, will man nun den Agrardiesel für die Bauern verteuern, sodaß es für einen erheblichen Teil der Bauern unmöglich wird, weiter zu arbeiten. Schließlich können sie nicht nach eigenem Gutdünken die Preise für ihre Produkte festsetzen, sondern sind von den Einkaufsgenossenschaften, von Großhändlern, die mit politischem Sanktus die Preise festsetzen, abhängig. Kein freies Unternehmertum, sondern wieder Abhängigkeit von „den Mächtigen“.
In den vergangenen Jahren gab es bereits in den Niederlanden so heftige Proteste der Landwirte, daß man sich als Regierung in den Fantasiewunschwelten zurücknahm. Nun will die deutsche Ampel den Kollegen in der EU vorzeigen, wie es gemacht wird: Durch Beschimpfen und Diffamieren der berechtigt protestierenden Menschen.
Man unterstellt ihnen undemokratisch zu sein und verbreitet – mit fleißiger Assistenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – die Protestbewegung sei von Rechtsextremisten unterwandert… „Wird der Bürger unbequem, nennen wir ihn rechtsextrem!“ Dieses kommunikative Lösungskonzept kommt wieder zur vollen Anwendung.

Der Kern des Problems liegt wo anders. Nun ist es in der Tat so, daß sich zuständige deutsche Regierungsmitglieder ihre Ideen und Entscheidungen nicht durch Wissen und Expertise beeinflussen lassen. Hier geht Meinung vor Ahnung. Ungetrübt durch fachliche Kompetenz setzt man die schon länger bekannten Ideen aus der Brüssler Werkstatt für ganz schlechte Ideen um. „Green Deal“ und „Farm2Fork“ werden so in Umsetzung gebracht.
Im Wissen, daß die Zeit der im Moment noch mächtigen Clique um Ursula von der Leyen und die EVP samt befreundeten politischen Neigungsgruppen, zu Ende geht, will man die nachfolgenden politischen Kräfte vor vollendete Tatsachen stellen.
In Anbetracht der auf den EU-Raum zukommenden Wahlen sollten sich vor allem die „konservativen“ Wähler, die eine zur EVP vereinten Partei wählen ernsthaft Gedanken darüber machen, ob es ihrem politischen Willen entspricht, daß diese „konservative“ EVP mit unnachahmlichen Fleiß jede noch so utopische Idee, die aus der links-grünen Ecke kommt (oder zumindest kommen könnte) umsetzt.

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One thought on “Bauernkriege 2.0

  1. Meiner Meinung nach liegt hier bereits ein globales Desaster vor.
    Der möglicherweise jetzt doch billiger werdende Ökodiesel löst das Problem nicht.
    Die Großkonzerne werden dann die geringfügig billiger werdenden Kartoffeln der deutschen Bauern trotzdem nicht in ausreichender Menge einkaufen.
    Sie werden die unschlagbar billigen Kartoffeln weiterhin aus China, Bangladesch, Indien, Ägypten, … einkaufen.
    Schutz durch Einfuhrzölle? Veraltet.
    Die europäischen Staaten (EU) sollten darauf bestehen, dass diese Exportländer ihren Arbeitern nun bedeutend höhere als nur Sklavenlöhne bezahlen.
    Damit würden die zu uns importierten Produkte auch für unsere Großkonzerne wieder teurer werde und bekämen unsere Bauern endlich wieder bessere Preise.

    Oder auch: Wir, die Konsumenten, bezahlen freiwillig einen angemessenen Preis und jammern dann nicht darüber, weil „immer“ alles teurer wird.

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