
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Elke Sommer, die am 28. Oktober 2026 im Alter von 85 Jahren friedlich in ihrem Haus in Bel Air, Los Angeles, verstorben ist. Nur drei Monate nach dem Tod ihres geliebten Ehemannes Wolf Walther erlag die Schauspielerin einer Herzinsuffizienz, nachdem sie längere Zeit bettlägerig gewesen war. Am 5. November hätte sie ihren 86. Geburtstag gefeiert.
Geboren am 5. November 1940 in Berlin als Elke Schletz, Tochter des evangelischen Pfarrers Peter Schletz und seiner Frau Renate, wurde die Familie 1942 ins fränkische Niederndorf evakuiert. In Erlangen wuchs sie auf und verlor mit 14 Jahren ihren Vater. Eigentlich wollte die sprachbegabte junge Frau Dolmetscherin werden – sie beherrschte später sechs Sprachen. Doch ein Urlaub in Italien 1958 änderte alles: Zur „Miss Viareggio“ gewählt, entdeckte sie der Regisseur Vittorio De Sica. Aus Elke Schletz wurde Elke Sommer.
Ihr Weg führte über italienische und deutsche Produktionen rasch nach Hollywood. In Mark Robsons „Der Preis“ (1963) spielte sie an der Seite von Paul Newman und Edward G. Robinson und erhielt 1964 den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Unvergessen bleibt ihre Rolle in Blake Edwards’ „Ein Schuß im Dunkeln“ (1964) mit Peter Sellers, einem Klassiker der „Pink-Panther“-Reihe. Sie stand mit James Garner, Bob Hope und vielen anderen internationalen Stars vor der Kamera und zählte zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation, die in Hollywood wirklich Fuß fassten. Über 100 Film- und Fernsehrollen, Theaterauftritte, Schallplatten und ihre Leidenschaft für die Malerei zeugen von einem außergewöhnlich vielseitigen Leben.
Elke Sommer war von 1964 bis 1981 mit dem Journalisten Joe Hyams verheiratet. Seit 1989 war sie mit dem Hotelier Wolf Walther liiert; 1993 heirateten sie im fränkischen Marloffstein. Gemeinsame Kinder hatte das Paar nicht. Jahrzehntelang pendelten sie zwischen Los Angeles und ihrer fränkischen Heimat, bis sie 2025 ganz in die USA zogen. Der Tod ihres „Papabären“ im Juli 2026 traf sie tief. „Mein Herz ist gebrochen“, sagte sie damals. Nun ist sie ihm nachgefolgt.
Elke Sommer hinterlässt das Bild einer eleganten, lebensfrohen und mutigen Frau, die als Sexsymbol der 1960er-Jahre die Leinwand eroberte und doch stets ihre Wurzeln in Franken bewahrte. Ihr letzter Wunsch war es, im Familiengrab in Marloffstein beigesetzt zu werden – an der Seite ihrer Eltern und ihres Ehemannes.
Wir trauern um eine große Künstlerin und bewahren ihr Andenken in Dankbarkeit und Respekt.