Karabiner und Kasnudeln

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser!


Wenn wir auf die vergangene Woche zurückschauen und nicht umgehend den Blick wieder abwenden, beweisen wir Humor. Den benötigen wir ohnehin ständig. Denn ohne dafür beauftragt zu sein, sorgen unsere sich scheinbar selbst als Herrscher verstehenden Regierungsmitglieder mit ihren (hoffentlich ungewollten) Clownerien für Situationen, bei denen man lieber lacht. Man müßte ja sonst weinen, und das will man ja nicht.
Für eines der „besseren“ Gaudimaxinfernos der Woche sorgte unsere Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Ob auch sie versuchte, Humor zu beweisen oder einfach nur am falschen Fuß getroffen war, als sie mit ihrem unnachahmlichen Lächeln ihre Präferenz in die Kamera für den Heute-TikTok- bzw. Instagram-Account flötete, läßt sich nur noch schwer ergründen. Auf die Frage „StG 77 oder doch miteinander reden?“ antwortete sie – wie aus einem StG 77 geschossen – „StG 77 modifiziert neu!“ Na bumm! Stumpf ist Trumpf!

Trotz ihres unwiderstehlichen Lächelns können wir die unnachvollziehbaren Aussagen und Entscheidungen schwer übersehen.

Die Konsensorientierung der lieben Frau Verteidigungsminsterin, die schon einmal mit Ansagen glänzte, als sie ankündigte, daß sie diese oder jene Damen und Herren einmal kennen lernen werden, ist ja bekanntlich legendär. So nebenbei will sie mit der Aussage vielleicht auch vermitteln, daß sie gerade Investitionen beim Bundesheer vornehmen läßt. Das Sturmgewehr 77 – und das „77“ steht weder für Länge, noch Gewicht, sondern für das Einführungsjahr – wird nun modernisiert. Das Ur-77er, das in der Zwischenzeit schon zwei verbesserte Modelle hat, wird nun modifiziert. Nun, man kann festhalten, daß dies keinen Tag zu früh passiert. Obwohl… der Karabiner Mauser 98k, wurde – wie der Name schon vermuten läßt – im Jahr 1898 eingeführt und wurde auch „etwas länger“, ja wird sogar jetzt noch auf diversen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Ähnliches gilt für den russischen Karabiner M91 Mosin-Nagant mit einem Produktionszeitraum von 1891 bis 1965. Da die Zeiten der Langzeitlösungen im militärischen Bereich aber eher der Vergangenheit angehören und Zeiten der Konflikte auch Zeiten der militärischen Innovation und Erneuerung sind, hätte sich die Frau Verteidigungsministerin, die gemeinsam mit ihren Regierungskollegen sonst immer so martialisch auftritt, doch auch für etwas ein wenig Neueres entscheiden können.

Bspw. für das vor über 10 Jahren bereits angekündigte STM556, ein hochmodernes Sturmgewehr aus österreichischer Produktion. – Wäre schließlich nett, wenn einmal ein wenig Geld im Land bleibt und heimische Arbeitskräfte gesichert werden. Bei der Modernisierung des Fuhrparks war die gute Frau Tanner schon „moderner“. Da kaufte sie eine ganze Flotte an Elektrofahrzeugen ein. Der Einsatzwert von E-Fahrzeugen im Ernstfall bleibt dem unbedarften Beobachter (und Steuerzahler) der Szenerie leider verschlossen. Wird ein militärisches Geheimnis sein.

Kärnten wählt! Und schon im Vorfeld haben sich wieder einmal die selbsternannten Experten darüber ausgelassen, was geschehen wird. Und warum… Und Spezialisten, die so gut wie nie in ihrem Leben ihr Bobo-Reservat im 7. und 8. Bezirk verlassen haben, geben Expertisen über die Meinungssituation und Parteienlandschaft ab. Wir getrauen uns das beim besten Willen nicht.

Landtagswahl 2023: Keine Schicksalswahl wie 1920, aber trotzdem sehr wichtig.

Einer dieser Spezialisten, der seine Euros durch das Befüllen einer lachsrosa Zeitung mit seiner ganz persönlichen Buchstabensuppe verdient, meinte sogar unlängst vor laufender Kamera, daß sich die Kärntner politisch nicht bewegen, daß sie nicht zu Veränderungen fähig seien. Eine interessante Aussage über ein Bundesland, in dem die Landeshauptleute von mehr politischen Parteien gestellt wurden als in jedem anderen Bundesland. Vielleicht raunzt der besagte Schreiberling auch bloß, weil die von ihm – mehr oder weniger offen – geliebten Grünen in diesem Landtag nicht vertreten sind. Es gibt allerdings Stimmen, die diesen Umstand als Zeichen besonderer politischer Reife werten und man sich lieber mit Realpolitik als mit ideologischen „Amokläufern“ beschäftigt. Auch interessant ist die Beobachtung, daß sich die Vertreter der „großen“ Parteien (zu denen die ÖVP in Kärnten wohl bald nicht mehr zählen wird) in aller Härte der vertretenen Standpunkte doch mit Respekt begegnen. Keine Ausgrenzungstendenzen, keine wirklichen Scheuklappen. Dieses vernünftige Verhalten zeigten die Damen und Herren von Grünen und Neos eher selten. Und es wäre nicht verwunderlich, wenn dieses überhebliche Gehabe dieser Politzwerge ihnen wieder den Einzug ins Kärntner Landhaus kostet. Der Verlust für die Kärntner wäre auf jeden Fall überschaubar.

Über alle Kärntner Parteigrenzen beliebt zu sein ist schwierig. Nur Kasnudeln gelingt dies.

Die Kärntner SPÖ wird höchstwahrscheinlich mit Verlusten wieder die Nummer eins. Die Querelen in der Bundes-SPÖ waren für Landeshauptmann Kaiser während des Wahlkampfs in etwa so hilfreich wie ein Stein im Schuh. Außerdem muß er mit der Strafe derer rechnen, die ihn für seinen Corona-Kurs kritisierten und nun von den mehr und mehr ans Licht kommenden Daten und Erkenntnisse gestärkt und bestätigt werden. Das brave Mitspielen im schwarz-grünen Corona-Spiel wird noch mehr roten Granden Kopfweh bereiten. Und mit der Idee, geimpfte, also brave Bürger mit einem Armband zu markieren, hatte Kaiser auf sehr dumme Weise weit übers Ziel geschossen.
Die Kärntner Freiheitlichen werden nicht nur den Bundestrend nutzen, um (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) zuzulegen. Der Spitzenkandidat Erwin Angerer, ein ruhiger und fachlich sattelfester Fachmann, kann darauf verweisen, daß die Freiheitlichen mit ihren Warnungen und Lösungsansätzen über Jahre recht hatten. Ein Pluspunkt, der von politischer Konkurrenz und den meisten Medien geflissentlich ignoriert wird. Viel lieber pudelte man sich darüber auf, daß (der gebürtige Kärntner) Herbert Kickl tatkräftig beim Wahlkampf der Blauen mitwirkte.
Das Team Kärnten mit dem Frontmann Gerhard Köfer, einem ehemaligen Sozialdemokraten, wird wohl tüchtig zulegen und die ÖVP überholen. Ob sich die von der linken Landeshälfte und dem Großteil der Medien unverhohlen geäußerte Hoffnung, daß Köfer bei den Blauen Stimmen abgräbt, bewahrheitet, wird man am Sonntag abend sehen, nach den ersten Hochrechnungen sehen. Wahrscheinlich ist das eher nicht. Viel mehr wird er von enttäuschten SPÖ- und ÖVP-Wählern profitieren.
Ja und die ÖVP… Sie hat samt ihrem Spitzenkandidaten Martin Gruber ein hartes Los gezogen. Auch in Kärnten wird es wohl (nicht unverdiente) Wählerohrfeigen für die Regierungspolitik setzen. Brav vertritt Gruber die Linie der Bundesregierung und bietet somit keine Antworten auf die Fragen, welche die Menschen wirklich bewegen.

Aktualisierung 06.03.2023:
Ein unerwartetes Ergebnis, was die ÖVP anbelangt. Es macht den Eindruck, daß den Bürgerinnen und Bürgern die Ohrfeigen für die Landes-SPÖ wichtiger waren, als Ohrfeigen für die ÖVP.

Der Sonntag wird spannend.


Wenn Sie Kärntner sind, gehen Sie doch bittschön wählen. Die Demokratie lebt von Ihrem Beitrag.

Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Sonntag!
Bleiben Sie uns gewogen!
Bitte unterstützen Sie die heimische Wirtschaft!


Fotos:
Titel-/Vorschaubild: wikimedia / Johann Jaritz / cc by-sa 4.0
Infografik STM556 © Militär Aktuell
Klaudia Tanner: wikimedia / BKA / Bundesministerium für Finanzen / cc by 2.0
Kärntner Landhaus, Sitz des Landtags: : wikimedia / Johann Jaritz / cc by-sa 4.0
Kärntner Kasnudeln: wikimedia / Joadl / cc by-sa 3.0

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One thought on “Karabiner und Kasnudeln

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