Hühnchen, Fisch und ein Spalt durch die Gesellschaft

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser!

Heute tun wir etwas, das wir eigentlich aus tiefster Überzeugung verabscheuen. Wir moralisieren. Das Moralisieren sehen wir eher als Erbpacht eines Menschentyps, den wir anhand eines besonders beliebten Exemplars dieser Gattung Mensch kurz umreißen wollen: Bspw. die Dame vom Pfarrgemeinderat. Sie, die verknöcherte, dünnlippige Nebenerwerbsfurie mit asymmetrischem, auffällig gefärbtem Kurzhaarschnitt, bunten Brillen und überteuerten Klamotten, die trotzdem aussehen, als ob sie aus der Altkleidersammlung kommen, hebt gerne und ständig den Zeigefinger und äußert sich vorzugsweise zu Dingen und Lebenssituationen, von denen sie nicht den Schimmer einer Ahnung, aber doch jede Menge Meinung hat. Sie nervt ihre Umgebung mit Dauernörgeleien, warum es im Pfarrkindergarten keinen Veggie-Day gibt, und warum der Zebrastreifen vor der Bushaltestelle nicht in Regenbogenfarben gestaltet ist.

Mit ihrem laut kund getanem Schreckensszenario über die Folgen von Gluten im hausgemachten Guglhupf beim Kaffeekränzchen der Goldhaubenträgerinnen vertreibt sie den Vereinsmitgliedern jede Lust, sich zum Tratsch zusammenzusetzen. Das macht ihr allerdings nichts aus, weil sie ohnehin schon lange den Verdacht hegt, daß der dort getrunkene Kaffee einerseits mit Obstler gestreckt und höchstwahrscheinlich gar nicht fair getradet wurde. Die Umgebung unseres Paradeexemplars sagt schon nichts mehr, schweigt zu ihren voller Überzeugung vorgetragenen Monologen. Und sie freut sich darüber, weil sie dieses Schweigen als Zustimmung wertet.
Aber, so sind wir nicht! (Von wo kennen wir bloß diesen Satz…) Im Ernst, wir versuchen fair zu bleiben und die bemerkenswerten Ereignisse der vergangenen Zeit nach (hoffentlich) allgemein gültigen moralischen Maßstäben abzuklopfen.

Das Erste, was uns sauer aufstößt und definitiv einen ganz üblen Vorgang darstellt, ist die gezielte Spaltung der Gesellschaft. Warum gezielt? – Weil das damit verbundene Verdrehen und Verfälschen eines bisher allgemein gültigen gesellschaftlichen Wertegerüsts kein Zufall, kein Versehen, kein Hoppala sein kann. Ein Beispiel: Zwei Fußballmannschaften fliegen gemeinsam irgendwohin. Und weil es ein Langstreckenflug ist, gibt es auch einmal etwas zu essen. Und die Passagiere werden vor die Wahl gestellt: Hühnchen oder Fisch? Bei der einen Mannschaft ist man sich schnell einig darüber, daß dies jeder für sich selbst entscheiden soll, während der Kapitän der anderen Mannschaft sofort bestimmt, daß seine ganze Mannschaft Fisch zu essen hat. Und überhaupt kann er kein Verständnis dafür aufbringen, wie man überhaupt Hühnchen essen kann! Es entsteht eine Streiterei zwischen den beiden Mannschaftskapitänen, sowie deren Mannschaften. Manch ein Hühnchenfan ändert seine Bestellung, damit er der lästigen Tirade des „Fisch-Kapitäns“ ein Ende bereitet und dem unangenehmen Streit entgeht. Doch weit gefehlt! Der „Fisch-Kapitän“ legt nach und behauptet nun zwei Dinge: Erstens ist die große Mehrheit aller Passagiere für Fisch, weil die Mehrheit ja den Fisch gewählt hat. Darum ist Fisch besser und eine breite Mehrheit unterstützt die Fisch-Wahl. Zweitens ist es unerträglich, wie der „Hühnchen-Kapitän“ den Fisch schlecht macht. Der „Hühnchen-Kapitän“ antwortet, daß er gar kein „Hühnchen-Kapitän“ sein will, sondern daß es ihm wurscht ist, was die Leute essen, daß er seinen Mannschaftskollegen, und überhaupt allen Passagieren die freie Wahl lassen will, was sie sich bestellen.
Und so zieht sich dieser Flug in einer unendlich blöden und unangenehmen Streiterei, ob man nun Hühnchen oder Fisch essen soll, und warum man ein „Fisch-Leugner“ oder „Fisch-Gegner“ sein soll, nur weil man lieber ein Hühnchen hätte.


Die Maschine landet, der „Fisch-Kapitän“ steigt aus und berichtet den anwesenden Medienvertretern, daß der „Hühnchen-Kapitän“ den Menschen den Fisch verbieten will. Die Medien greifen das Thema bereitwillig auf – es ist ja auch eine großartige Story – und ziehen den „Hühnchen-Kapitän“ der wieder und wieder betont, daß er eigentlich ein „Eßt, was Ihr wollt!-Kapitän“ sei, durch den Kakao. Und alle Schlagzeilen lauten: „Hühnchen-Kapitän und Fisch-Gegner spaltet die Passagiere!“

Ganz einfach, geschätzte Leserinnen und Leser, nicht wer die Wahlfreiheit gewährleisten will, spaltet, sondern wer seine persönliche Wahl als Regel für den Rest der Gesellschaft einführen will.
Nun werden viele Menschen diesen Vergleich als Unfug abtun. Können sie auch ruhig. Aber wenn man die Problematik der Spaltung der Gesellschaft im Zuge des Impfzwangs, der Impfpflicht, in all seiner Komplexität dann doch auf einen einfachen Nenner herunterbricht, bleibt es dabei: Eigene Entscheidung vs. Fremdbestimmung. Und wer spaltet dann wirklich?

Das Gesetz zur Einführung einer Impfpflicht kommt zu einem eher seltsamen Zeitpunkt. Rund um unser Land, europaweit, weltweit werden die Corona-Regeln, die teils massiven Einschränkungen, ersatzlos aufgehoben. Der Reihe nach begibt man sich wieder in die „Normalität“, oder in das, was nach zwei Jahren Stillstand übrig blieb. Die derzeit vorherrschende Virus-Variante wird als Chance erkannt und man fügt sich der Tatsache, daß es ansteckende Krankheiten gibt, mit denen man leben muß. In Österreich verkündet der Bundeskanzler hingegen, daß er die Pandemie noch lange nicht als beendet sieht. Es wird mit Zahlen, die für kaum jemanden noch nachvollziehbar sind, herumjongliert und die selbst noch vor kurzem vorgegebenen Grenzwerte und Zielsetzungen ignoriert. Österreich hat kein Problem mehr, das diese Maßnahmen rechtfertigt, und trotzdem werden die Daumenschrauben angezogen.

Die gesamten Handlungen der Bundesregierung und ihrer Unterstützer in anderen Parteien, wie auch in diversen Medien sind die Basis für ein tiefes Mißtrauen weiter Teile der Bevölkerung und für einen weiteren und noch tieferen und gefährlicheren Spalt durch die Gesellschaft. Die Menschen werden wohl künftig erheblich weniger Vertrauen in den Staat, in seine Verwaltungsbehörden, in die Medizin und in die Pharmazie haben. Denn schon jetzt stellen sich die berechtigten Fragen, warum die Impfungen A, B, C und D von der Regierung forciert und beworben werden, während die Impfungen E und F, die Medikamente G, H, I, J und K, die teilweise länger und eingehender getestet und überprüft wurden, als die erstgenannten A-D, noch immer nicht zum Einsatz kommen (dürfen). Nach all den unbeschreiblichen Skandalen rund um die Anschaffungen von Masken und anderen Materialien und Gütern zur „Krisenbewältigung“ fragen viele Menschen immer lauter: „Wer verdient da mit?“; „Wer bereichert sich hier auf Kosten der gesamten Bevölkerung?“
Das Mißtrauen, das hier alleine von der Bundesregierung und ihren Helferlein verantwortet wird, führt zu einer gefährlichen Skepsis gegenüber Wissenschaft und sämtlichen staatlichen Institutionen. So spaltet man eine Gesellschaft.

Es ist nervig und ungustiös, die moralischen Abgründe, die hinter solchen Handlungen, hinter all den Unwahrheiten und Rücksichtslosigkeiten, hinter all dieser brutalen Gier und Menschenverachtung stehen, zu ergründen. Aus unserer Sicht hat unsere Bundesregierung keinen Grund mehr, weiter zu dilettieren. Es wäre der erste (und wahrscheinlich einzige) anständige Schritt, zurückzutreten und in Neuwahlen zu gehen.



Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Sonntag!
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