Herbststurm vor, während und nach einem Pressestatement

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.
(Erstellt, während sich Ereignisse überschlugen.)

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser!

Beinahe prophetisch wirken heute unsere sommerlichen Voraussagen, daß wir einen heißen politischen Herbst erleben. Und diese weisen Worte fanden wir ohne vorheriger Besichtigung von Kaffee- oder Teesud oder Beobachtungen des Vogelflugs. Keine Glaskugeln!
Aber Hand auf ´s Herz: Diese Entwicklung hatten wir nicht gemeint. Irgendwie war es jedem aufmerksamen Beobachter der österreichischen Politik schon klar, daß da irgendetwas im ÖVP-Machtzentrum faul sein muß. Und jedem dieser aufmerksamen Beobachter war es genauso klar, daß da irgendwann einmal ein Staatsanwalt oder Richter einen genaueren Blick drauf werfen wird und der eine oder andere Protagonist dieser „Politik neuen Stils“ einmal vorm Kadi steht. Einzelne Auffälligkeiten hätte man noch übersehen und vielleicht erklären können, Widersprüche ausräumen können. Aber hier war und ist einfach zuviel. Und je mehr Einblick man in die gechatteten Buchstabensuppen erwachsener Männer und Frauen türkiser Provenienz bekommt, desto klarer und eindeutiger wird ein gesamtes Sittenbild, neben dem die ibizanische Dampfplauderei eines Herrn Strache wie der oft bemühte Lercherlschaß wirkt.

Die nunmehrige Reaktion der Grünen wirkt auf jeden Fall etwas aufgesetzt. Hier war nicht die plötzliche Erkenntnis, daß der Anführer des Koalitionspartners womöglich ein Schlawiner ist, Vater des Gedanken und Handelns. Das wußten sie schon lange. Das wußten Kogler, Maurer, Van der Bellen, … Alle wußten es. Es saßen schließlich auch grüne Abgeordnete im Untersuchungsausschuß und hatten Einblicke in das Tun und Verhalten der türkisen Machthaber.
Die Grünen sehen nur ganz klar, daß sie – wenn sie nicht umgehend Empörung zu dem ihnen mit Sicherheit bekannten Tun aufsetzen – mit der türkisen Boygroup untergehen. Das galt es zu vermeiden. Nun soll es aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen auch durchgesickert sein, daß sich die Grünen ganz sakrisch über ein weiteres Ministerium gefreut hätten. Doch als diesbezüglich kein Signal von der ÖVP kam, schaltete man einen Gang höher… Der Rest ist bekannt und jede Überlegung zur Zukunft wäre wirklich nicht mehr als Spekulation.

Denken wir lieber einmal über die Erhebungen und Maßnahmen, sowie das Kurzsche Empfinden zu eben diesen Maßnahmen nach.
Der gute und ach so beliebte Kanzler fühlt sich von der Welt im Gesamten, den Oppositionsparteien im Speziellen, aber ganz besonders von der bösen Justiz bedrängt und mies behandelt. Dabei sollte man doch einmal wirklich einen kurzen Ausflug durch die Fakten, durch die lebensnahen Realitäten machen: Jeder Kleinkriminelle und Eierdieb wäre nach dem Verhalten, das der Kanzler und Konsorten (Komplizen?) an den Tag legten, in Untersuchungshaft genommen worden. Das Shreddern und das Ankündigen desselben durch eine Vertreterin der Clique hätte locker als Verdunkelungsgefahr wahrgenommen werden können. Aber vielleicht wäre die Untersuchungshaft dann genau die erreichte Grenze, bei der sogar ein Sebastian Kurz einsieht, daß er – trotz Unschuldsvermutung – doch nicht mehr Kanzler sein kann.

Aber während wir uns diese Gedanken machen und in Worte umwandeln, ist Sebastian Kurz vor die Presse hingetreten und hat seinen Rücktritt als Kanzler bekannt gegeben. Wirklich gut war ihm nicht dabei und das sah man ihm an… Bemerkenswert war auf jeden Fall, das die einzige Person, die er bei seiner Rede namentlich nannte, der Gottseibeiuns & Angstgegner, Herbert Kickl war. Eine Erwähnung, die den FPÖ-Obmann sicherlich zu Tränen rührt.

Der derzeitige Außenminister Schallenberg wird ihm nachfolgen. Und wer Schallenberg ins Außenminsterium folgen wird, wird sich weisen.

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich unser Bundespräsident Van der Bellen. Er hätte es längst in der Hand gehabt, den Bundeskanzler zu entlassen. Seinerzeit bei Herbert Kickl war nicht einmal eine Anzeige von Nöten. Es genügte dummes Geschwätz (nicht das auf Ibiza getätigte, sondern das der ÖVP über Kickl), um ihn seines Amtes zu entheben.

Im trauten Gedächtnis bleiben uns die Memes* und bildlichen Darstellungen* zum Thema, die uns seit Mittwoch über verschiedenste Kanäle erfreuten. Die u.E. Amüsantesten wollen wie Ihnen nicht vorenthalten.

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Fotos:
Werner Kogler u. S. Kurz © wikimedia / BM f. Finanzen / cc by 2.0
BP Van der Bellen © wikimedia / Thomas Lechner / cc by-sa 4.0
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