Das Aus für Maturareisen

NO RIGHT TO PARTY!

Die COVID-19-Krise hat mehr Auswirkungen als man denkt. Der Termin der Zentralmatura ist verschoben, wie der gesamte Ablauf wirklich aussehen soll, weiß man nicht. Zumindest außerhalb des Bildungsministeriums wird der Weg zur Reifeprüfung nicht in der Art und Weise kommuniziert, daß die Betroffenen etwas planen können.



Ein ungeklärter Punkt ist nach wie vor das Thema Maturareisen. Tausende Maturanten haben ihren wohlverdienten Trip nach der Matura schon geplant und gebucht. Die Reiseveranstalter und Eventmanager haben weder Kosten noch Mühen gescheut, um auch 2020 die besten Locations und Events auf die Füße zu stellen. Doch nun weiß man nicht, wie man mit den von den Veranstaltern geplanten und von vielen Maturanten in spe bereits gebuchten und bezahlten Reisen umgehen soll. Viele Veranstalter stehen vor riesigen Verlusten, da sie zwar einerseits die Planungskosten, die Buchungen für die Resorts vornehmen und finanzieren mußten, andererseits die Gäste ausbleiben, bzw. ihren Preis rückerstattet wollen. – Absolut verständlich, denn wer will schon einige Tausend EURO für eine Maturareise bezahlen, die er nicht hat. Auch die Stornokosten sind gerechtfertigt. Schließlich haben die Reiseveranstalter den größten Teil ihrer Arbeit erledigt und stehen nun vor einer katastrophalen Saison.



Aber wer hat nun wirklich Schuld an der Misere, die urlaubs- und partyhungrige Youngsters genauso trifft, wie Reise- und Eventanbieter? Das Virus? Nein, das ist ein wenig zu billig. Die Menschheitsgeschichte ist voller boshafter Krankheiten, neben denen COVID-19 wie ein Kindergeburtstag wirkt. Tatsächlich verantwortlich für die verfahrene Geschichte scheint die Regierung samt ungenügendem und vollkommen verspäteten Krisenmanagement zu sein. Das Thema Matura könnte längst organisatorisch erledigt sein und die Termine hätten auch eingehalten werden können. Und dann hätte man auch die Möglichkeit gehabt, den Blick über die Grenzen schweifen zu lassen, um festzustellen, daß es genügend Locations gibt, die nicht von COVID-19 betroffen sind, und wo man – natürlich unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen – beinahe bedenkenlos feiern könnte. Aber soweit sind die Damen und Herren der Regierung nicht. Lieber lassen sie erst die Schülerinnen und Schüler der Maturaklassen schmoren und dann die Geschäftsgrundlage der Maturareisenanbieter den Bach runtergehen.



Sauer kann man werden, wenn man zusehen muß, wie das Maturajahr 2020 versaut wird.
Ebenfalls sauer wird man, wenn man sieht, daß sich alle beteiligten Seiten redlich bemühten, der Krise mit allen notwendigen Bemühungen zu begegnen. Die Schülerinnen und Schüler, welche ohnehin nicht zur Risikogruppe gehörten, waren die ersten, die in „Hausarrest“ gesteckt wurden und konnten sich auch nur unter erschwerten Bedingungen auf die Matura vorbereiten.



Reiseveranstalter wie Xjam versuchen noch zu retten, was zu retten ist und hoffen, daß man unter Einhaltung sämtlicher Auflagen die Veranstaltungen und Reisen in Kroatien durchführen kann. Der Gebietsleiter (Promoting) für Tirol und Vorarlberg, Benjamin Bansal, meinte noch vor kurzem dazu:
„Halten wir zusammen und leisten wir alle unseren Beitrag. Wir von XJAM stehen voll und ganz hinter allen Maturanten, wünschen Glück für die anstehenden Prüfungen und freuen uns schon sehr darauf, Euch auf Eurer wohlverdienten Maturareise begrüßen zu dürfen.
Wir sind davon überzeugt, dass sich die Situation in den nächsten Wochen beruhigt und freuen uns jetzt schon auf eine unvergessliche Reise mit euch!“



Es bleibt zu hoffen, daß sich rasch etwas in Richtung vernünftiges Krisenmanagement tut. Nicht nur zum Wohle der Maturanten und Veranstalter, sondern für das ganze Land und seine Menschen.




Bilder:
Schild „Matura“ © El bes / cc by-sa 3.0

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