
Ein wuchtiger Kommentar von KaNi
Die Angewandte hat schon wieder zugeschlagen. Ihr Hauptopfer, das Denkmal des einstigen Wiener Bürgermeisters Dr. Karl Lueger. Luegers Statue wurde 1926, 15 Jahre nach seinem Tod unter der sozialdemokratischen Stadtregierung in Anwesenheit des sozialdemokratischen Bürgermeisters Carl Seitz feierlich eröffnet. Damals wurde Lueger im Lichte seiner Leistungen betrachtet und nicht zu einem unliebsamen Antisemiten reduziert. Das aber verschweigen uns die selbstermächtigten Ankläger der Universität für angewandte Kunst.
Der Lehrauftrag dieser Universität besteht dem Namen nach im Grunde darin, gute Designer oder Gebrauchskünstler hervorzubringen. Es geht auch um alltagstaugliche Anwendung der künstlerischen Fertigkeiten, um Gebrauchskunst. Nur richtet sich die linke Führung schon länger nicht mehr nicht mehr nach diesem Grundsatz, dieser Idee. Das sieht am besten bei diversen Abschlussarbeiten. Hier regieren Ideologie und Mittelmaß. Zwischenzeitig wurde die Angewandte vielmehr zum Sammelbecken für durchaus fragwürdige Studienrichtungen wie Genderstudies, Digitalität oder Sprachkunst mit Gendersternchen, ideologisch konnotierte Themenfelder, die doch nichts mit angewandter Kunst, mit Alltagstauglichkeit zu tun haben. Die frühere Wiener Kunstgewerbeschule, aus der einst die weltberühmte Wiener Werkstätte hervorging, bringt gegenwärtig als Kunstuniversität nur verhaltenskreative Selbstdarsteller hervor. Selbstdarsteller, deren schöpferischer Höhepunkt, das mit Kabelbindern Befestigen von auf Plastikfolien verfassten Communiques zu sein scheint. All das im Namen ihrer Selbstgerechtigkeit.

Wenn die Angewandte es dennoch in die Schlagzeilen schafft, dann betrifft es ihren ideologischen Ungeist der sich in den letzten Jahrzehnten dort breitgemacht hat. Wir erinnern uns an den verhinderten Alice Schwarzer Auftritt. Und werden seit 2009 vom Geschrei um das Lueger Denkmal belästigt, weil sich das Kaffee Latte trinkende Problemponyersonal der Angewandten im benachbarten Cafe Prückl daran zu stören scheint und sich medienwirksam darüber echauffierte. Dem nicht genug, denn ideologisch verseuchte Studenten rückten wiederholt mit Farbkübeln und Transparenten an, um „Schande!“ zu schreien und ungehindert das Monument zu verschandeln. Lächerliche selbstgerechte Aktionen im Grunde. Aber nach dem Marsch der Linken durch die Institutionen, ihrer Freunderlwirtschaft und ihrem Festkleben an wichtigen Positionen, haben diese gut vernetzten Seilschaften mittlerweile eine gewichtige Wirkmacht erlangt. Und das wird ausgekostet, soweit es geht. So wurde durchgesetzt, dass die Statue Luegers in eine Schieflage versetzt wird. Der ausführende „Künstler“ Klemens Wihlidal, den bislang niemand kannte und der auch niemanden, auch nicht mal als Musiker interessiert, bekam für die „künstlerische Gestaltung“ ein Taferl und 50.000 Euro! Freunderlwirtschaft etwa? Eine weiteres Taferl neben dem Denkmal bemüht sich, das Bild eines bösen Lueger und den bösen Bildhauer Josef Müllner, der das Denkmal vor gut 100 Jahren schuf, zu zeichnen. Verfasser dieses einseitigen „montypythonesken“ Moralschmonzes ist niemand anderer als Oliver Rathkolb, der auch hier wieder beweist, dass er mehr Linksaktivist, als seriöser Historiker ist.

Der ganze Spaß kostete dem Steuerzahler fast 800.000 Euro. Aber damit nicht genug. Offenbar selbst mit dem schiefen Lueger unzufrieden, fühlte sich ein Student bemüßigt, ungefragt im Rahmen einer eher blamablen „Kunstaktion“ dort seine Schuhabdrücke zu hinterlassen. Klarerweise regten sich Passanten darüber auf und es kam zu lautstarken Szenen, in deren hitzigen Verlauf der anmaßend selbstgerechte Provokateur vermutlich zu Recht einige verbale Watschen kassierte. Das Rektorat aber deutete diesen Vorfall als antisemitischen Angriff – warum auch immer – und forderte deshalb in einer öffentlichen Stellungnahme gleich einmal die Umbenennung des Platzes. Ob dieses Vorhaben dann auch 800.000 Euro für irgendwelche Expertisen und wissenschaftlichen Forschungen sowie künstlerischer Umsetzung kosten würde? Mit Sicherheit, wenn nicht sogar mehr. Wie auch immer, seit diesem „Vorfall“ ist das Denkmal wieder beschmiert und mit roter Farbe bespritzt. Die Stadt Wien lässt es wie immer unbeanstandet und ungeahndet stehen.

Die Frage ist nun, welches Recht nimmt man sich heraus, solche Forderungen zu stellen. Welchen Anspruch gibt es auf Deutungshoheit? Die „ANGEWANDTE“ wird verständlicherweise durchwegs mit öffentlichen Geldern, mit Steuergeld finanziert. Das Personal, vor allem das Rektorat hat augenscheinlich dafür zu sorgen, dass es seinem Auftrag auch gerecht wird und im Sinne des sogenannten „öffentlichen Interesses handelt“. Aber weit davon entfernt. Vielmehr wird seit Jahren daran gearbeitet die Universität in einen gendergerechten linksaktivistischen Spielplatz zu verwandeln. Offenbar erfolgreich, wie man am Lueger-Denkmal feststellen kann. Ideologen haben im Grunde nichts auf einer Kunstlehranstalt verloren. Sie degradieren Bildungseinrichtungen zu ideologischen Hirnwäscheanstalten. Das ist keine Leistung im Sinne der Allgemeinheit, kein Mehrwert für die Gesellschaft. Das ist selbstgerechtes Verhalten gesellschaftlicher Randgruppen, die in diesem Falle eindeutig links (bis linksradikal) zu verordnen sind. Diese sich augenscheinlich selbst bedienenden Interessensgruppen haben sicherlich keinen Anspruch darauf haben, die ohnehin nur schwer definierbare „gesellschaftliche Mitte“ zu vertreten, geschweige denn aufgrund ihrer „Haltung“ in ihnen scheinbar gänzlich fachfremden Positionen zu sitzen. Dafür fehlt ihnen meist Vernunft, Weitsicht und Kompetenz.
Vielmehr brauchen wir wieder effiziente Bildungseinrichtungen, nicht ideologische Anstalten, die nur mit dem Geld anderer Leute ungefragt Unfug treiben. Die Schieflage ist vielmehr an der Universität für Angewandte Kunst unübersehbar vorhanden.
—–
„Kontextualisierung“ des Kommentars
Heute wird immer wieder von den üblichen Verdächtigen gefordert, daß man Beiträge, Aussagen, Wortspenden „einordnet“. Das bedeutet nichts anderes, als daß wir den Erklärbär geben und den geschätzten Leserinnen und Lesern erklären, was sie gerade gelesen, gesehen oder gehört haben. Dazu sollte man im besten Falle sanften Druck ausüben, damit die Leserinnen und Leser auch in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Da uns das zu aufwendig ist und eigentlich von besonderer journalistischer Niedertracht zeugt, ergänzen wir diesen Kommentar nur um einen sehr kurzen Lebenslauf des hier so oft genannten Dr. Karl Lueger und laden Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, dazu ein, sich doch selbst eine Meinung zu bilden.
—–

Karl Lueger (* 24.10.1844 in Wieden (heute Wien); † 10.3.1910 in Wien) war Jurist, Politiker und von 1897 bis 1910 Wiener Bürgermeister. Lueger studierte Rechtswissenschaften und praktizierte ab 1874 als Rechtsanwalt vor allem für die „kleinen Leute“ in seinem Bezirk. 1875 kam er in den Wiener Gemeinderat, in dem er mit einer Unterbrechung 1878 bis 1910 angehörte. Von 1885 bis 1891 war er im Reichstag und 1897 bis 1910 Bürgermeister der Stadt Wien. Unter seiner Leitung wurde Wien zur modernen Großstadt entwickelt. Zahlreiche Großprojekte wie die 2. Hochquellwasserleitung, Kommunalisierung der Elektrizitäts- und Gasversorgung, die Straßenbahnen, wie soziale Einrichtungen und Krankenhäuser wurden unter Luegers Federführung umgesetzt. Dem heute oft geäußerten Vorwurf des Antisemitismus sollte man entgegenhalten, daß es gerade der bekannte Wiener jüdische Bankier Rothschield war, der nach Luegers Tod die größte Spende für die Errichtung des Lueger-Denkmals entrichtete.