Erfolg ohne Trommelwirbel – Warum die Gazette Oesterreich lieber arbeitet als posiert

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser, seit dem Jahr 2019, seit nunmehr über fünf Jahren, gibt es die Gazette Oesterreich als Online-Magazin. Fünf Jahre sind im digitalen Zeitalter keine Kleinigkeit. Sie entsprechen, je nach Blickwinkel, einer halben Ewigkeit oder mindestens drei medialen Eiszeiten. Viele Projekte kommen mit großem Getöse, mit PowerPoint-Pathos und Marketing-Konfetti – und verschwinden leise wieder in den Untiefen des Internets. Wir hingegen sind noch da. Und mehr noch: Wir sind gewachsen. Still, stetig und ohne uns dabei selbst auf die Schulter zu klopfen.

Wachstum ohne Größenwahn
Von durchschnittlich rund 11.000 monatlichen Zugriffen im Jahr 2019 hat sich die Gazette Oesterreich Jahr für Jahr auf etwa eine Million Zugriffe pro Monat im Jahr 2025 gesteigert. Das sind über 33.000 Leserinnen und Leser – täglich. Zahlen, von denen so manches große, traditionsreiche Mainstream-Portal nur träumen kann. Und doch verspüren wir keinen Drang, diese Zahlen in Leuchtschrift über jede Seite zu hängen. Erfolg ist kein Ersatz für Haltung, Reichweite kein Beweis für Qualität. Wir nehmen die Zahlen zur Kenntnis, machen weiter, und wissen, daß wir nächstes Jahr wieder um ein ordentliches Stück weiter gewachsen sind.

Journalismus ist kein Laufsteg
Andere Medien investieren beträchtliche Energie in Selbstvermarktung. Herausgeber und Redakteure sitzen in TV-Studios, diskutieren in der ZiB2 oder anderswo über jenes eine Prozent Abweichung von der Meinung des Moderators – und verkaufen das anschließend als mutige Kontroverse. Wir halten das für unerquicklich. Meinungsmache unter dem Schirm öffentlich-rechtlicher Medien ist nicht unsere Vorstellung von Journalismus. Der Platz des Journalisten ist im Idealfall dort, wo man ihn gar nicht bemerkt: beobachtend, einordnend, berichtend – nicht eitel, nicht belehrend.

Haltung ja, Agitation nein
Natürlich haben auch wir eine politische Schlagseite. Das ist ehrlicher, als sie zu leugnen. Wir verstehen uns als Vertreter eines freisinnigen, liberalen und zugleich wertkonservativen Weltbildes. Als Freunde Europas zwingt uns der Blick auf die Realität zu kritischer Distanz gegenüber der Europäischen Union. Wir stehen mit Überzeugung für die demokratischen Werte eines aufgeklärten Abendlandes. Und wir betrachten die totalitären, kollektivistischen Experimente jüngerer Vergangenheit mit der gebotenen Skepsis – und, was längst notwendig ist, mit klarer Ablehnung.

Wenige Köpfe, viel Arbeit
Die Gazette Oesterreich besteht aus nicht einmal einem Dutzend Menschen. Menschen, die unentgeltlich, je nach Zeit und Lebenslage, am Weiterleben dieses Mediums mitarbeiten. Kein Newsroom mit Glasfassade, keine Fördermillionen, kein PR-Apparat. Dafür Überzeugung, Leidenschaft und eine gehörige Portion Sturheit.

Langsamkeit als Tugend
Wenn wir bei einschneidenden Themen nicht sofort berichten, dann nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Prinzip. Unsere Devise lautet: Check. Doublecheck. Recheck. Das dauert. Aber es erspart Peinlichkeiten, Korrekturen und das stille Löschen falscher Meldungen. Schnelligkeit ist kein journalistischer Wert an sich. Richtigkeit schon.

Mehr Substanz als Spott vermuten lässt
Wir bemühen uns, auch in unseren Kommentaren möglichst viel Information unterzubringen. Nicht selten steckt in einem höhnischen, ironisch zugespitzten Aufsatz unseres Hauses mehr Substrat als in manchem wohlklingenden „Fachartikel“ der Konkurrenz. Darauf sind wir tatsächlich ein wenig stolz.

Ein Blick nach vorne
Für 2026 träumen wir – ja, wir nennen es bewusst so – von einem morgendlichen „TV“-Format: täglich, lustig, aber mit Substanz; pointiert, aber nicht platt; mit kompetenten Gästen und ohne ideologischen Dauerton. Der Weg dorthin ist noch weit. Aber Wege entstehen bekanntlich beim Gehen. Geht dieser Traum in Erfüllung, wäre es schön. Wenn nicht, folgt 2027.

Bitte an unsere Leserinnen und Leser
Wir bitten Sie um Mithilfe. Verbreiten Sie unsere Artikel, Kommentare und Beiträge. Folgen Sie uns auf Facebook, X, GETTR, Bluesky und anderen Plattformen. Empfehlen Sie uns weiter. Wir wollen den Zugang zur Gazette Oesterreich auch künftig möglichst barrierefrei halten: keine Cookies, kein Pop-up-Irrsinn, kein Datenabgriff. Das hat auch bislang gut funktioniert.

Um weiter wachsen zu können, werden wir dennoch Unterstützung brauchen. In den kommenden Wochen richten wir ein Spendenkonto ein. Nutzen Sie es – gern auch intensiv. Und empfehlen Sie uns als Werbepartner.

Wir danken Ihnen für Ihre Treue. Und wir versprechen: Wir bleiben unbequem. Aber redlich.


Ihre
Gazette Oesterreich

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One thought on “Erfolg ohne Trommelwirbel – Warum die Gazette Oesterreich lieber arbeitet als posiert

  1. Geschätzte Gazette!
    Ich zitiere Lothar Zantti einen Theologen, dessen Lyrik der Paradelinke Konstantin Wecker vertonte (auch Wader und May)

    Was keiner wagt, das sollt Ihr wagen,
    was keiner sagt, das sagt heraus,
    was keiner denkt, das wagt zu denken,
    was keiner ausführt, das führt aus.

    Wagt das alles, was ihr vorhabt, und ladet Wenk , Moser und Harry Haller in Euer Format!
    Euer Leser und Fan
    Ernst Brandl

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