
(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten
Ein Kommentar.
Geschätzte Damen und Herren, waren Sie am Opernball? Wenn nicht, müßen Sie mit der Tatsache leben, daß Sie etwas mit dem scheinbar prominentesten und wichtigsten Mann der österreichischen Politik gemeinsam haben. Denn Herbert Kickl war auch nicht dort.
Bitte vergessen Sie die überholten Überlegungen, daß doch der Bundespräsident und der Bundeskanzler dort gewesen seien und die doch in irgendeinem Prominentenranking weit vor dem Chef der aktivsten und beliebtesten Oppositionspartei stehen… Vergessen Sie das einfach wieder. Solche Rankings werden ohnehin meist von irgendwelchen unterbezahlten Redaktionsassistenten zusammengezimmert. Das Ergebnis steht schon vorher fest und spiegelt eher die Wünsche der Auftraggeber als ein Abbild der Realität.

Aber nähern wir uns dem „Mysterium Herbert Kickl“ ein wenig an. Schließlich ist er in aller Munde, wenn es um österreichische Politik geht. In Anbetracht der kommenden Wahlen in diesem Jahr, sind die Hände der Mitbewerber von SPÖ, ÖVP, Grünen, Neos, und anderen… schon ziemlich schwitzig und die Mundwerke laufen auf Hochtouren: „Kickl…!“ „Der Herbert Kickl…!“ „Nie mit Herbert Kickl…!“ … Das tatsächlich amüsanteste Detail in der Sache ist, daß der so ständig besprochene Blauen-Boss selber erheblich weniger redet als seine Mitbewerber. Die parlamentarische Farbpalette macht Gratiswerbung für die FPÖ und den erhofften und wohl bald designierten Volkskanzler Herbert Kickl. Er muß selbst gar nichts dazu sagen. Die politischen Mitbewerber reden so unbeschreiblich viel Unsinn, daß es Herbert Kickl nur freuen kann. Wenn ein Bundeskanzler Nehammer, immerhin Mitglied der staatlichen Exekutive, sich wirklich dazu hinreißen läßt, einen Oppositionspolitiker als „rechtsextrem“ zu bezeichnen, frägt sich der durchschnittliche Österreicher, ob denn der Kanzler nun geistige Anleihen bei SPÖ-Bablers Superberaterin Strobl nimmt, die auch nur selten mit etwas Schlauem um die Ecke kommt? Oder ist der Herr Kanzler vielleicht mit seinem Kopferl in eine schnell rotierende Drehtür geraten?

Behalten wir die These mit der Drehtür einmal im Hinterkopf. Denn es gibt auch andere Entwicklungen und Ideen, die nicht unbedingt auf den Einsatz der klügsten Köpfe schließen lassen: So signalisierten einzelne Personen der politischen Führungsebenen von SPÖ und ÖVP ihre Präferenz für eine Neuauflage der sogenannten „großen Koalition“.
Erstens, schon der Name dieses Koalitionskonstrukts wäre falsch, da keine der genannten Parteien am ersten Platz im Umfragenranking ist.
Der zweite Punkt, der übersehen wird, ist, daß diese beiden Parteien weit weg von einer absoluten Mehrheit sind. Sie bräuchten also zumindest eine dritte Partei, um eine Kickl-Verhinderungskoalition zusammenzubasteln.
Und der dritte Punkt ist, daß die überwiegende Mehrheit keine der derzeit regierenden Parteien in einer künftigen Regierung sehen will. Man hat die Schnauze so gestrichen voll! Sollte man also auf die ultimative Schnapsidee kommen eine Koalition ÖVP-SPÖ-Grüne zusammenzustellen, wäre nicht nur der mutmaßliche Wählerwille bei einer kommenden Nationalratswahl mißachtet, sondern der endgültige Untergang der SPÖ und der ÖVP besiegelt. Denn es wäre nichts anderes als die Fortsetzung der mit Abstand unbeliebtesten Bundesregierung mit roten Beiwagerln.
Herbert Kickl indes tut sich leicht. Er kann seinen Weg weiterführen und noch mehr Wähler überzeugen. Dabei liegt sein „Trick“ doch auf der Hand: Er redet einfach nur dann, wenn er etwas zu sagen hat. Und wenn er etwas sagt, hat es Hand und Fuß. Da müßen schon die bemühtesten Regierungs-Fangroups ausrücken, um die Aussagen zu verdrehen. Doch hören und sehen sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger die Original-Statements an, statt sich auf die Erzählungen seiner Mitbewerber zu verlassen. Dumme Sache für ÖVP, SPÖ, Grüne und Neos… Denn frei nach dem Motto „Never change a running system“ wird die FPÖ unter Kickl einfach so weiter machen und sich weiterhin gratis von allen anderen Parlamentsparteien bewerben lassen.
Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sonntag!
Bleiben Sie uns gewogen!
Bitte unterstützen Sie die heimische Wirtschaft!
Fotos © Parlamentsdirektion / Thomas Topf
Orange+Rot & Schwarz ? Es bleiben noch einige Monate.Wer weis was bleibt inzwischen aus FDP ?- 3 Prozent oder darf doch weniger sein .
„Three little visiting the Zoo,
A big bear hugged one and then there were two.“
Das Relative Mehrheits Wahlrecht muss abgeschafft werden zugunsten eines Absoluten Wahlrechtes.
Die Mehrheit übernimmt die Regierung und kann all ihre Vorhaben realisieren, muss aber auch für Misserfolge grade stehen und wenn nötig auch früher abtreten.
Alles Andere ist Murks an der Demokratie! Denn wie wir sehen, verlieren die Koalitionspartner ihre Profile, oft zugunsten einer anderen Partei.
Jeder der wählen geht, will das seine Kandidaten gewinnen oder zumindest Mandate hinzugewinnen, wenn sie eine kleine Partei sind. Jeder freut sich wenn die Mitbewerber Wähler verlieren welche man selber hinzugewinnt.
Man geht nicht wählen um einen Mitbewerber zu stärken, sondern zu schwächen.