Ukraine? – Fast vergessen!

Blick durch Europa

Nachdem sich die Lage im nahen Osten nach den Terrorakten des 7. Oktober täglich mehr zuspitzt, hat sich die europäische Aufmerksamkeit von der Ukraine abgewandt.
Auch die begrenzten Möglichkeiten militärischer Hilfe aus dem Westen fokussieren sich nun auf das einzige demokratische Land des nahen Ostens, auf Israel.
Diese Entwicklung kommt dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij mehr als ungelegen. Schließlich war er die zuvorkommende Behandlung in westlichen Ländern gewohnt und kann – das hat man in der Zwischenzeit auch mehrmals erkennen dürfen – mit Zurückweisungen nur schlecht umgehen. Diplomatisches Geschick scheinen dem ukrainischen Staatschef ebenso fremd, wie gesundes strategisches Denken.
In mehr als sozial inadäquater Weise reagiert der ukrainische Präsident auf diese Entwicklungen. Und es wird ihm bereits nachgesagt, daß er nicht aus seiner früheren Rolle als Schauspieler herausfindet und sich dementsprechend divenhaft benimmt.
So bedroht Selenskij (wieder einmal) einen großen Teil der europäischen Länder mit dem endgültigen Stopp der Gaslieferungen durch das von ihm regierte Land. Ende 2024 laufen die Verträge über die Durchleitung russischen Gas durch die Ukraine aus, und Selenskij kündigt schon jetzt an, daß er den Gasfluß in die Länder, die ihn seit Beginn des Kriegs unterstützt haben, nicht verlängern will. Er kündigt an, die Energiewirtschaft der Staaten aktiv zu schädigen, nachdem sie ihm Geld und andere Unterstützung zu kommen ließen. Österreich, das sich um 55.000 Ukrainer kümmert, sie versorgt und finanziert ist davon genauso betroffen, wie Deutschland in dem 700.000 Ukrainer untergebracht sind.
Wie bereits eingangs erwähnt, zählen Diplomatie und strategisches Denken augenscheinlich nicht zu den Kernkompetenzen des ukrainischen Präsidenten.

Offensichtlich klammert er sich an einen Strohhalm. Denn längst steht so gut wie fest, daß der Krieg für die Ukraine verloren ist. Übereinstimmenden Berichten zufolge haben sich die Gefechte längst zu einem energielosen Geplänkel entwickelt. Sie reichen durchaus aus, um weiterhin hunderte und tausende Menschenleben zu kosten, aber nicht um Geländegewinne zu erzielen. Und die Geländegewinne der Ukraine mit ihrer groß angekündigten Frühjahrsoffensive sind mehr als überschaubar. Die Mittel und Menschen sind aufgebraucht. Auf ukrainischer Seite kämpfen und sterben immer mehr 16- bis 17jährige „Soldaten“, während sich die Russen augenscheinlich auf die nächste Frostperiode einrichten, bei der sie mit ihren vergleichsweise leichten Panzern mobil sind, während die Ukrainer mit den restlichen verbliebenen vom Westen gesandten schweren Panzern stecken bleiben würden.
Der ehemalige NATO-General Kujat hat erst vor kurzem die unzähligen strategischen und taktischen Nachteile der ukrainischen Streitkräfte aufgezählt und rechnet mit einem Ende der Kampfhandlungen in wenigen Wochen.
Auch für die Führung der EU wäre es nun höchst an der Zeit, sich der Realität zu stellen und sich noch rechtzeitig als Friedensinitiator in Stellung zu bringen, bevor man ebenfalls mit einem diplomatischen und ökonomischen Totalverlust aus der Angelegenheit aussteigt.


Fotos:
Titel-/Vorschaubild © wikimedia / Chairman of the Joint Chiefs of Staff / flickr / cc by 2.0 /cropped
Beitragsbild © wikimedia /
Chairman of the Joint Chiefs of Staff / flickr / cc by 2.0 / cropped

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