Ukrainische Offensive gescheitert?

Blick durch Europa und die Welt

Wie man es vom Kriegsschauplatz im Osten Europas schon gewohnt ist, wird man mit sich widersprechenden Informationen gefüttert. 
Man kann also die von allen möglichen Seiten abgesetzten Berichte nur nach Plausibilität beurteilen. 
Plausibel ist, daß sich die Ukrainer in den letzten Wochen einige Hundert Quadratkilometer zurück erkämpft haben. Das hört sich im ersten Moment nach einem Erfolg an, ist es jedoch nicht. Rund zwei Monate kämpfte man unter immensen Verlusten um behauptete 300 Quadratkilometer zu erobern. Zum Vergleich: Graz hat 127 km², Wien 414 km². Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird die Ukraine über 55 Jahre durchgehende Offensive benötigen, um das behauptete Kriegsziel, die russischen Truppen aus allen Teilen der Ukraine, inkl. Donbas und Krim (wo die Kiewer Regierung ohnehin nicht so wohl gelitten war), zu vertreiben. Getrost kann man das Vorhaben als Fantasterei bezeichnen. Es ist nicht plausibel.
Der britische Geheimdienst, der in der Zwischenzeit weniger an die Abenteuer eines James Bond, sondern mehr an die Tätigkeit einer Werbeagentur zu erinnern vermag, überschlägt sich in der Zwischenzeit mit Meldungen über angebliche Verluste der russischen Truppen und ukrainischer Erfolge. Daß nicht einmal die angegebenen Gebietsgewinne einer Rechnung, wann der ukrainische Sieg eintreten könnte, standhalten, sind diese abwechselnden Jubel- und Horrormeldungen wohl auch nicht brauchbar. 
Der US-Präsident verkündete nun schon mehrmals, daß Rußland den Krieg ohnehin bereits verloren habe. Auf welcher Faktenlage er seine viel beachtete, oder eher bestaunte Aussage begründet, verriet uns Joe Biden jedoch nicht.

Der T-80 Kampfpanzer wird in verschiedenen Adaptionen von beiden Kriegsparteien eingesetzt.

Trotz immenser (zur Schau getragener) Siegeszuversicht und einer Garderobe in sämtlichen Oliv-Tönen sind die Aussagen des ukrainischen Kriegspräsidenten doch etwas kleinlaut geworden. Sein selbstbewußtes Auftreten, er und sein Land (aber in erster Linie natürlich er) würden die westlichen Werte gegen die wilden Horden des Ostens verteidigen, entfalten nicht mehr die gewünschte Wirkung. Vielleicht geht er dem Kreis seiner politischen Unterstützer einfach auch schon auf die Nerven, wenn er bei Gipfeltreffen stets im nachempfundenen Kampfdress aufschlägt, während sich alle anderen Staatsoberhäupter in Anzug oder Kostüm zwängen. Vielleicht nervt er auch schon mit seinen permanenten Forderungen und den Vorwürfen, wenn etwas militärisch nicht so läuft, wie es sich der ehemalige Schauspieler vorstellt. 
Präsident Selenskij signalisiert sehr offen seinen Unmut darüber, daß er noch immer nicht zur NATO eingeladen wurde. Dabei wurde ihm bereits 1000 mal erklärt, daß die Aufnahme von im Krieg befindlichen Ländern nicht möglich ist. 
Präsident Selenskij beschwert sich lautstark darüber, daß zu langsam und zu wenige Waffen, Munition und Ausrüstung geliefert werden. Mehrmals wurde dem Kriegspräsidenten erklärt, daß die europäischen Länder eben nicht auf Tausenden Panzern, die nur auf die Inbetriebnahme warten, herumsitzen. Wenn er jemanden sucht, der Zehntausende an Kampfpanzern eingemottet hat, die nur noch wieder zum Betrieb und Kampf nachgerüstet werden müßten, muß sich Selenskij an seinen Nachbarn im Osten wenden. Aber aus diesen Lagern wird die Ukraine ohnehin derzeit mit mehr Kampffahrzeugen „versorgt“, als ihnen lieb ist.

Panzer westlicher Bauart sind angeblich schuld am mangelnden Erfolg der ukrainischen Offensive.

Der immer mehr unter Druck geratene ukrainische Präsident läßt jetzt auch seine Militärs ausrücken, die sich über die mangelnde Kampfkraft der westlichen Panzer auslassen. So geht Dankbarkeit! Daß die mehrwöchige Ausbildung an Systemen, für die ein Soldat einer westlichen Armee mehrere Jahre benötigt, eventuell zu kurz ist, kommt den ukrainischen Militärs und Politikern nicht in den Sinn. Nun fordert man noch mehr und modernere Waffensysteme, wie Kampfpanzer der neuesten Generation und F-16 Kampfjets. Man vertritt hier auch wieder die Ansicht, daß ein paar Monate Ausbildung im Kampfwagen und im Jet genügen müßten… Und man bereitet damit die nächste Vernichtung von Menschen und Kriegsmaterial vor.

Der Umgang mit F-16-Kampfjets soll von ukrainischen Piloten im „Schnellsiedekurs“ erlernt werden.

Gerüchteweise soll sich Selenskij allerdings auch schon mit den Gedanken an einen Waffenstillstand, an Gebietsabtretungen und den Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft anfreunden. Allerdings ist es nicht völlig abwegig, daß dieses Gerücht den selben Wert hat, wie die Verlautbarungen des britischen Geheimdienstes.


Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert