Dieser 21. Jänner…

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser!

Willkommen in der wunderbaren Welt der Korinthenkacker! Wir spielen heute mit ganz tollen Zahlen und Daten. Und der 21. Jänner hat ’s uns ganz besonders angetan. Nicht der 21. Jänner 1775, an dem die russische Zarin Katharina die Große den Anführer eines Kosakenaufstandes hinrichten ließ, oder der 21. Jänner 1837, an dem auf Anordnung des Habsburgerkaisers Ferdinand I. Protestanten aus dem Zillertal vertrieben wurden. Nein, es geht um den 21. Jänner 1987, denn seit diesem Tag, seit nunmehr fast 35 Jahren, befindet sich die ÖVP in Regierungsverantwortung.


Es liegt in der Natur der Sache, daß sich Menschen oder Gruppen, die sich einem besonderen Thema widmen, sei es Fußball, Modellbau, Seiltanz, Gesang oder eine andere Beschäftigung, im Laufe der Zeit zumindest ein wenig in ihrem Tun verbessern. Irgendwann trifft man den Ball und nicht den Rasen, um beim Fußball zu bleiben. Bei der ÖVP scheint es etwas anders zu sein. Im übertragenen Sinne trifft sie seit beinahe 35 Jahren die Schienbeine und Weichteile der in der Nähe befindlichen Spieler anderer Mannschaften und läßt sich für diese Minderleistung auch noch als Torschützenkönig feiern.
Obwohl sie eben seit 35 Jahren in Regierungsverantwortung sind, wollen diese besagten Damen und Herren allerdings niemals die Verantwortung für Mißstände im Land, in der Verwaltung, in der Politik übernehmen. Es sind immer die Anderen. Egal in welcher Konstellation regiert wurde, waren und sind immer die Anderen schuld.
Die schmerzhafte Erkenntnis für uns Zuseher dieses Trauerspiels ist, daß besagte Mannschaft sich über diese lange Zeit überall Einfluß verschafft hat und der nicht unbegründete Eindruck entsteht, daß sich diese türkis-schwarze Mannschaft eigene Befehlsketten und personelle Strukturen in den wichtigsten Bereichen des Staates geschaffen hat, um – quasi mit einem Fingerschnipp – Vorhaben im Parteiinteresse durchzudrücken und genauso schnell allfällige Bedrohungen abzustellen.


Nun ist es durchaus nachvollziehbar, daß man sich gegen Bedrohungen wehrt, jedoch sind diese „Bedrohungen“ immer häufiger nichts anderes als vollkommen legitime, ja wichtige und richtige Ermittlungen von Strafverfolgungsbehörden.
Was ist das für eine Mannschaft, in deren Umfeld kommende Hausdurchsuchungstermine, Telefonüberwachungen, usw. augenscheinlich den Verdächtigen bekannt gegeben werden.
Was ist los im Innenministerium, im BVT, in den ganzen wichtigen Einrichtungen bis hin zum Bundeskriminalamt, wo man zwar Hausdurchsuchungen gegen Ex-Abgeordnete und Mitarbeiter von Oppositionsparteien durchführt – und das, obwohl es ein frisches Gerichtsurteil gibt, das diesen Mitarbeiter und Ex-Abgeordneten genau von dem Vorwurf entlastet, das den Vorwand zur Hausdurchsuchung liefert.
Was ist das für eine seltsame Mannschaft, die jeden Schiedsrichter beschimpft, wenn er wegen offensichtlicher Fouls androht, die gelbe Karte zu zücken. Was sind das für Spieler, die in der Öffentlichkeit herumposaunen, daß ein Foul erst dann ein Foul ist, wenn man vom Platz genommen werden muß, wenn die gezeigte Karte nicht mehr gelb, sondern knallrot ist.
Der politische Herbst wird heiß. Das sagten wir schon vor Wochen voraus. Aber daß es in kürzester Zeit immer mehr und mehr Anläße gibt, das Feuer der politischen (und strafrechtlichen) Aufarbeitung zu befeuern, hätten wir uns nicht träumen lassen.


Die ÖVP hat fertig! So ungefähr würde wohl der legendäre Trainer Giovanni Trapattoni den Zustand dieser türkis-schwarzen Mannschaft beschreiben, wenn man das Tun im fußballerischen Vergleich beläßt. Flasche leer!
Da kann auch der rhetorische Krätschenkönig Hanger, der oberste Sympathiebeauftragte der ÖVP, nichts mehr daran ändern.
Die ganze Sache ist eine Schande. Es gibt genügend Funktionäre dieser türkis-schwarzen Mannschaft, die eben nicht in einer „Kurza Nostra“ tätig sein wollen, sondern – und wir bleiben beim Fußballvergleich – ein sauberes und faires Spiel liefern wollen.
Am 26. September wird es sich in Oberösterreich und Graz zeigen, wie sehr die Zuschauer vom Spiel der einzelnen Mannschaften angetan sind. Die Bürger haben dann die Macht, den „Gamechanger“ zu spielen und eventuell auch rote Karten zu verteilen. Es bleibt zu hoffen, daß dieser Eingriff ins aus dem Ruder geratene türkis-schwarze Spiel möglichst häufig zur Anwendung kommt.



Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Sonntag!
Bleiben Sie uns gewogen!
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