Adolf Ritter von Sonnenthal

Aus Überzeugung

Adolf (seit 1881 von) Sonnenthal, geb. Adolf Neckwadel (* 21.12.1834 in Pest, Kaisertum Österreich; † 4.4.1909 in Prag, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Schauspieler. Nach seiner Schneiderlehre kam er 1850 auf Wanderschaft nach Wien, wo er eine Theaterschule besuchte. Schon 1851 debütierte er in Temesvar, war ab 1856 am Burgtheater, wo er als Schauspieler, Regisseur, aber auch als provisorischer Leiter tätig war. Der Publikumsliebling war bei Salonlustspielen, aber auch als Helden- und Charakterdarsteller äußerst erfolgreich.

Wenn man in Wiener Theaterkreisen Ende des 19. Jahrhunderts vom „Schnitzler“ sprach, meinte man mit Sicherheit nicht Arthur Schnitzler, den jungen Mediziner und aufstrebenden Autor der Wiener Moderne, sondern Johann Schnitzler, den Universitätsprofessor und Mediziner, den Kehlkopfspezialisten mit internationalem Ansehen und beliebten, wie gefragten Theaterarzt. Auch Sonnenthal war mit dem „alten Schnitzler“ bekannt und befreundet. Und so kam eines Tages der „alte Schnitzler“ und bat Sonnenthal, sich das Werk seines Sohnes Arthur, mit dem Titel „Liebelei“ einmal durchzulesen und sein Urteil dazu abzugeben. Sonnenthal erwies ihm diesen Freundesdienst und gab ihm schon am folgenden Tag das Manuskript zurück, um ein niederschmetterndes Urteil zu sprechen:
„Völlig unbegabt!“
Der Direktor des Burgtheaters Max Burckhard sah dies scheinbar gänzlich anders und nahm das Stück in den Spielplan auf. Daraufhin wurde der Direktor gefragt, wie er denn nun Sonnenthals Reaktion darauf einschätzen würde. Und er meinte:
„Da ich ihm die Hauptrolle gebe, wird er im Brustton der Überzeugung tremolieren: >Ich habe ja immer gesagt, Arthur ist ein Genie!<“
Und genau so war es dann auch…

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