Otto Tressler

Fehlende Stimmgewalt!

Otto Tressler, auch Otto Treßler, eigentlich Otto Karl August Meyer bzw. Otto Karl August Mayer, (* 13. April 1871 in Stuttgart; † 27. April 1965 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Film-, Bühnenschauspieler und Theaterregisseur. Nach Tätigkeiten als Buchhandelsgehilfe und Bildhauer fand Tressler seinen Weg über Amateurbühnen zum Theater. 1892 kam er ans Stuttgarter Hoftheater und wurde 1896 vom Burgtheater engagiert. 1914 hatte er sein Filmdebüt.

Als am 8. Mai 1925 ein Mordanschlag während der Vorstellung im Burgtheater stattfand, war Tressler in der Titelrolle in Henrik Ibsens „Peer Gynt“ beschäftigt. Nach dem Schreck und dem Horror des Verbrechens wurde weitergespielt. Tressler gab als Vollprofi sein Bestes und spielte seine Rolle, als wäre nichts geschehen. Nicht ganz so professionell ging seine Kollegin Auguste Pünkösdy mit der zugegebenermaßen belastenden und kaum erträglichen Situation um. Sie sang die Rolle der Solveig, Peer Gynts Geliebter, vertont vom Komponisten Edvard Grieg, so flach, so leise, so dünn und schrecklich falsch, daß sie am nächsten Tag vom Theaterkritiker Leopold Jacobsohn aufs Korn genommen wurde:
„Wenn ich Frau Pünkösdy Solveigs Lied intonieren höre, möchte ich ausrufen: >Nie wieder Grieg!<“

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