Triumph der (Anti-)Atomlobby?

(Sehr selektive) Zusammenfassung des Geschehens ohne Höflichkeiten

Ein Kommentar.

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Leserinnen und Leser!


Wir sind in der klassischen „Saure Gurken-Zeit“ des Hochsommers angelangt. Scheinthemen… Krokodile im Baggersee… Berliner Löwen- oder Wildsaualarm… Auf der Jagd nach Sensationen wird die für die zu erwartenden Temperaturen schon einmal die Bodentemperatur statt der Lufttemperatur herangezogen. 10° – 15° mehr in der Prognose machen schon einmal eine kleine Sensation, einen stockenden Atem, ein entsetztes „Echt?“ aus.
Nur kurz zur Bodentemperatur: Selbst kognitiv eingeschränkte Zeitgenossen sind sich darüber im klaren, daß der Boden heißer als die Luft ist. Und wenn man ganz lange barfuß auf dem Asphalt rumläuft, wird man heiser. Vom ständigen „Aua!“ schreien.
Da wir keine frei laufenden Großkatzen in Österreich zur Verfügung haben, muß man sich auf das Gehabe vermeintlicher politischer Silberrücken, Alpha-Männchen und -Weibchen beschränken, welche die sommerliche Berichterstattungslücke mit ihren (leider) verbalisierten Gedanken zu „normal“, „normal denkend“ und „präfaschistoid“ zu füllen versuchen. Und der oberste Silberrücken aus der Hofburg erlaubt sich, zu all dem seinen ganz persönlichen, in den Augen vieler Österreich komplett entbehrlichen Senf abzugeben. Im Großen und Ganzen ist der gebotene Schmarrn so notwendig wie ein Stein im Schuh.

Wer ist präfaschistoid? Werner K. klärt auf. Keinen interessiert es.

Interessanter wäre die Antwort auf eine Frage, die sich nun im allgemeinen österreichischen Interesse stellt: Warum hat die österreichische Regierung nichts gegen den Delegierten Akt C (2023) 1086 basierend auf der Renewable Energy Directive 2 unternommen?
Liebe Leserinnen und Leser, Sie wissen nicht worum es da geht? Wir helfen Ihnen hier gerne weiter. Diese Vorlage regelt, die Erzeugung von „grünem Wasserstoff“. Als „grün“ darf er nur bezeichnet werden, wenn der dafür (in rauen Mengen) aufgewandte Strom ebenfalls aus nachhaltigen Quellen kommt. Soweit, so gut. Was gilt nun in diesem speziellen Fall als nachhaltig? Klar alles, wo die CO₂-Bilanz entsprechend passt und die produzierende Anlage nicht älter als 36 Monate ist. „Was? Die Anlage darf nicht älter als 36 Monate sein?“, fragt sich mancher aufmerksamer Leser. Genau. Und damit sind sämtliche Wasserkraftwerke Österreichs bspw. schon durchgefallen. Aber es gibt natürlich eine Ausnahme zu dieser 36-Monats-Regel. Und, geschätzte Leserinnen und Leser, Sie werden staunen, für wen oder was diese Regelung gilt: Für Atomkraftwerke! Nochmals zum Mitlesen – man glaubt es ja sonst gar nicht: Die österreichische Bundesregierung – allen voran die zuständige (grüne) Ministerin Gewessler haben durch Nichtstun ein Gesetz in die Rechtskraft gelangen lassen, laut dem ein bspw. 10 Jahre altes Wasserkraftwerk nicht nachhaltig, ein 40 Jahre altes Atomkraftwerk aber sehr wohl nachhaltig ist, und der von ihnen hergestellte Strom – je nach dem – den produzierten Wasserstoff „grün“ oder „grau“ macht.
Im Grunde ist dies auch nicht mehr als ein weiteres Zeichen dafür, daß eine positive Konnotation mit dem Begriff „grün“ eigentlich grotesk und widersinnig ist.
Und daß weder die österreichische Grünen-Regierungsmannschaft, noch die deutschen Grünen auch nur einen Zucker mit ihrem Ohr dazu machen, zeigt auch, wie sehr man Grünen bei ihren „Anti-Atomkraft“-Beteuerungen und -Versprechen trauen kann.

Vorsprung durch Wissenschaft.

Die Grünen sind und bleiben eine ganz spezielle Problemzone. Nicht zuletzt deswegen, weil sie sich für immer und überall kompetent halten. Wer irgendwann einmal für ein Lehramtsstudium im Topfschlagen an der Leonid Breschnew-Universität inskribierte, bringt offensichtlich genügend sachliche und fachliche Kompetenz mit, um sich mit Belangen ökonomischer, ökologischer, naturwissenschaftlicher aber auch juristischer Natur befassen zu dürfen und einschneidende Entscheidungen für den Rest der Menschen im Land zu treffen.
Denn man könnte sich heutzutage tatsächlich in seriöser wissenschaftlicher Form ergebnisoffen mit der Kernkraft auseinandersetzen. Ob dies für die Damen und Herren, die nach wie vor die Tsunami-Katstrophe von Fukushima als atomaren Störfall darstellen, eine Option ist, sei einmal dahingestellt.
Auch in der Nukleartechnologie hat sich einiges getan, was leider von all jenen, die entweder mit alter Technologie oder der Angst davor viel Geld verdienen, ignoriert wird. Es ist kein Geheimnis, daß die Flüßigsalzreaktoren eine neue Generation der Nutzung von Kernkraft darstellen könnten, die viele bisherige Probleme mit einem Schlag beseitigen könnte: Diese Reaktorform arbeitet nicht als (schneller) Brüter und damit erheblich weniger gefährlich. Da man kein stark strahlendes Material wie bisher benötigt, muß auch die teure Versorgung mit spaltbarem Material nicht ständig überdacht und geplant werden. Physiker gaben sogar zu bedenken, daß man mit dieser neuen Form der Nukleartechnologie die abgereicherten und für alte Atomkraftwerke unbrauchbar gewordenen Brennstäbe benutzen kann. Durch diese Nutzung würden sie noch viel weiter abgereichert und somit ungefährlicher. Salopp gesagt würden sie das Risiko von Hausmüll erreichen.
Da in Österreich das bloße Bekenntnis zur wissenschaftlichen Neugier in solchen Bereichen für jeden Vertreter irgendeiner Partei dem politischen Selbstmord gleichkäme, weil speziell Damen und Herren der Neigungsgruppe Grün die Atmosphäre für ergebnisoffene wissenschaftliche Forschung und politische Diskussion vergiftet haben, haben wir das Privileg, uns in nächster Zeit für diesen Vorstoß von den üblichen Verdächtigen beschimpfen, bedrohen und beflegeln zu lassen.

Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Sonntag!
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