
Wiener Allgemeinwissen
Helmut Zilk (* 9.6.1927 in Wien; † 24.10.2008 ebenda) war ein österreichischer Journalist und Politiker (SPÖ). Zilk unterreichtete ursprünglich an der Lehrerbildungsanstalt, wechselte dann in die Medienbranche und wurde viel beachteter Radio- und TV-Journalist. Von 1967 bis 1974 war er Programmdirektor des ORF.Er war von 1983 bis 1984 Unterrichtsminister und von 1984 bis 1994 Bürgermeister von Wien. 1993 wurde er durch ein Briefbombenattentat des Terroristen Franz Fuchs schwer verletzt und blieb an seiner linken Hand verstümmelt. Helmut Zilk war mit der Schauspielerin Dagmar Koller verheiratet.
1993 plante der UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali, einige Abteilungen aus der UNO-City in Wien nach Genf zu verlegen. Hintergrund soll eine Verstimmung seitens der UNO gewesen sein, da sich Österreich außerstande sah und weigerte, bei hochriskanten UNO-Militäreinsätzen, wie in Somalia, teilzunehmen.
Zilk erkannte die Brisanz der Situation, die das Ende des UNO-Sitzes in Wien hätte einleiten können. Er ließ aus dem Tagebuch Theodor Herzls einige Seiten kopieren, in denen er das Zusammentreffen im Jahre 1902 mit dem damaligen ägyptischen Ministerpräsidenten Boutros Ghali Bey schilderte und flog nach New York um dort den UNO-Generalsekretär zu treffen. Zilk überreichte ihm die Kopien des Tagebuchs und erntete Erstaunen des UNO-Generals: „Das war mein Großvater, der von der Geschichte schlecht behandelt wurde! Dabei war er ein Mann von großem Weitblick! Wieso wissen Sie das, Herr Bürgermeister?“
Und Zilk erklärte fast nebenbei: „Aber Herr Generalsekretär, das weiß doch bei uns a jeder!“
Die angedrohte Beschneidung des UNO-Standorts Wien blieb aus.
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