
Geist und Ungeist im Internet
„Sicherheit geht vor!“ und „Gestohlen wurde schon immer!“ – Zwei gleichzeitig wichtige, wie auch entbehrliche Aussagen, die auf sämtliche Lebensbereiche zutreffen. Doch sind wir Menschen des dritten Jahrtausends leider nach wie vor mit der Vorstellung behaftet, daß greifbare Werte, Geld, Autos, Schmuck, Fahrräder oder Opas Gemälde von Dürer das Ziel von Dieben sind. Weit gefehlt! Sogar Geld wird heute schon digital gestohlen. Es wird bemerkt oder unbemerkt vom Konto des Bestohlenen weggebucht. Ein komplizierter und aufwendiger Vorgang, bei dem ausgewachsene Spezialisten entweder kleine Beträge von sehr vielen Konten oder große Beträge von wenigen Konten abbuchen, auf das eigene (naturgemäß unter falschem Namen geführte) Konto überweisen und dann über dunkle Kanäle „waschen“ und verschwinden lassen.
Oder es werden unter falschen Namen Social-Media-Konten eingerichtet, um auf diesen Weg zu Daten und Kontakten zu gelangen, die man auf die eine oder andere Weise später auf kriminellen Wegen verwerten kann.
Den meisten dieser kriminellen Machenschaften geht allerdings eine Handlung voraus: Der Identitätsdiebstahl. Mit frei erfundenen Fake-Personen mit imaginären Adressen kann man die bislang eingerichteten Sicherheitshürden der sozialen Medien meist nicht mehr überwinden. So richten die Gangster massenweise Zweitkonten bereits existierender Menschen oder Institutionen ein, die natürlich davon nichts wissen.
Bisweilen werden damit auch ausgewachsene Rufmordkampagnen gefahren, um das Opfer in der Öffentlichkeit der sozialen Medien zu schädigen.

In Oberösterreich hat man sich dieses Themas angenommen und im Rahmen der eigenen, leider sehr eingeschränkten Möglichkeiten reagiert. Dazu die Aussendung des freiheitlichen Sicherheitssprechers Michael Gruber:
„Wer derzeit in den sozialen Medien Accounts von öffentliche Personen imitiert und dadurch an sensible Daten gelangt, kann derzeit kaum belangt werden. Deshalb soll im Strafrecht künftig der Tatbestand ‚Identitätsdiebstahl‘ verankert werden. Das ist auch eine Forderung der zuständigen Verfolgungsbehörden“, spricht der Landesparteisekretär und Sicherheitssprecher der FPÖ Oberösterreich, LAbg. Michael Gruber die gestern beschlossene Landtags-Resolution an die Bundesregierung an, die die FPÖ OÖ initiiert hat. Zuletzt waren schon mehrere Politiker, auch von den Freiheitlichen, Opfer dieser Machenschaften…
… Auch Deep-Fakes, also das animierte Fälschen von Gesichtern in Videos, soll stärker bekämpft werden. Dabei sieht Gruber die Verantwortung auch auf EU-Ebene. „Denn die kriminellen Accounts werden oft außerhalb von Österreich betrieben. Eine weitere geforderte Maßnahme ist der Personalaufbau mit Cyber-Spezialisten bei der Polizei, damit die Behörden schlagkräftig und rasch gegen diese Machenschaften vorgehen können“, ist Gruber überzeugt. „Wir sind guter Dinge, dass die Bundesregierung unseren Vorschlägen nachkommen wird“, so Gruber abschließend.