Kardinal Theodor Innitzer

Bitte lächeln!

Kardinal Theodor Innitzer (* 25.12.1875 in Neugeschrei, Böhmen; † 9.10.1955 in Wien) war ein österreichischer Geistlicher, ab 1911 Professor für Neues Testament an der Universität Wien, 1929/30 Sozialminister und ab 1932 Erzbischof der Erzdiözese Wien. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Innitzer wurde 1938 mittels seiner „Loyalitätserklärung“ für die NS-Propaganda benutz. Gleichzeitig richtete der Kardinal die „Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ ein und half vielen Menschen bei der Flucht aus dem 3. Reich.

1952 wurde der in den letzten Kriegstagen schwer beschädigte Stephansdom wieder eingeweiht. Innitzer hielt höchstpersönlich die Messe dazu ab.
Dieses Ereignis bewegte das gesamte Land zutiefst und so war natürlich auch der Rundfunk mit dabei. Der Kameramann Hans Imber, der zur Legende der frühen Fernsehjahre wurde, hatte die Weihe zu filmen. Noch vor der feierlichen Messe postierte er seine Kamera. Dazu hatte er die Rückseite des Tabernakels entfernt und die Kamera, sowie sich selbst, so vor den Anwesenden versteckt hinter dem Altar in Stellung gebracht.
Im Verlauf der Messe schritt der Kardinal an das Tabernakel, öffnete es, und blickte in die Linse der dort postierte Kamera. Innitzer hatte wenig Verständnis für diese Vorgangsweise und blickte finster drein. Der Kameramann hatte allerdings nur seine Berichterstattung im Kopf und flüsterte dem Kardinal entgegen:
„Lächeln! Eminenz, lächeln!“

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